Ausflüge in die Umgegend

Leider weiß ich recht wenig über die Geschichte der umliegenden Ortschaften. Einige wenige Aufnahmen konnte ich bisher zusammentragen. Dies würde ich gerne mit Ihrer freundlichen Unterstützung ändern. Von einer gebürtigen Rodenbacherin stammen einige der weiter unten zu sehenden Aufnahmen.

Almersbach

Hier ein Blick auf die wunderschöne spätromanische Kirche in Almersbach, die heute noch Wandfresken aus dem 13. Jahrhundert aufweist. 1915 wurden sie bei Renovierungsarbeiten entdeckt und zum Teil wieder freigelegt. Die Postkarte selbst dürfte aus dem 1950er Jahren stammen. (Beitrag vom 15. November 2021)

Altenkirchen

Auf dieser wunderhübschen Lithografie Altenkirchens aus dem Jahr 1899 ist ganz links der im Mai 1884 eingeweihte Bahnhof zu erkennen. Die Stadt war seit diesem Zeitpunkt an das 30 Kilometer entfernte Siershahn angebunden. Ein Jahr später folgte die Streckeneröffnung nach Hachenburg und Limburg. 1886 ist auch das an der Sieg gelegene Au und somit die Rheinmetropole Köln erreichbar. Die Lage als günstiger Verkehrsknotenpunkt kam der aufstrebenden Kleinstadt sicherlich zu Gute.
Sechs Jahre bevor die Karte verschickt wurde, am 23. April 1893, fielen dutzende Gebäude der Stadt einem Großfeuer zum Opfer, darunter die evangelische Kirche, die 1822 bis 1827 nach Plänen des berühmten Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel errichtet worden war.
Im März 1945 ereilte die Stadt ein weiterer Schicksalsschlag. Bei mehreren Luftangriffen durch alliierte Bomber wird das Zentrum Altenkirchens fast vollständig zerstört und 200 Menschen verlieren ihr Leben. Der unten angefügte Link zeigt ein Bild der verwüsteten Stadt vom 26. März 1945. (Beitrag vom 14. November 2021)

Link:

Wilhelmstraße
Ich weiß nicht mehr, wie oft mich mein Schulweg von 1983 an mit einem sogenannten Schienenbus, einem Benzin betriebenen Verbrennungstriebwagen, von Puderbach nach Altenkirchen führte. Am dortigen Bahnhof angekommen, mußte ich hastigen Schrittes hinauf zum Westerwald-Gymnasium an der Glockenspitze laufen. Mein Weg ging stets über die hier zu sehende Wilhelmstraße. 1960, als diese Postkarte verschickt wurde, war die mit Geschäften gesäumte Straße noch für den Verkehr freigegeben. In späteren Jahren wandelte man sie zur Fußgängerzone um. (Beitrag vom 3. November 2021)

Daufenbach

Bei dieser alten Postkarte brauche ich wieder Ihre tatkräftige Unterstützung. Zu sehen ist links der Gasthof „Zur Post“, den 1909 der aus Döttesfeld stammende Gustav Schneider übernahm. Wie der Name der Wirtschaft schon sagt, befand sich in den Räumlichkeiten des Hauses auch die Poststelle des Ortes. Doch die Aufschrift über dem Eingang des Gebäudes nennt einen früheren Eigentümer, dessen Vorname Wilhelm lautet. Leider kann ich den Nachnamen nicht fehlerfrei entziffern. Kennt sich ein gebürtiger Daufenbacher mit der Geschichte des Dorfes aus und weiß, um wen es sich bei dem Gastwirt handelt?
Die Panoramaaufnahme dürfte aus südlicher Richtung aufgenommen sein und zeigt den alten Ortskern mit Hauptstraße und Bohnengasse. Ich meine links im Hintergrund den stattlichen Bau der Gastwirtschaft wiederzuerkennen. (Beitrag vom 21.03.2022)

Dernbach

Am 19. August 1926 unternehmen die Schülerinnen und Schüler der Volksschule in Dernbach einen Ausflug mit ihrem Hauptlehrer Herrn Schmidt. Die Spritztour führt sie u.a. ins 30 Kilometer entfernte Koblenz. Hier sehen wir die Kinder auf den Stufen des Kaiser-Wilhelm-Denkmals stehen am sogenannten Deutschen Eck, dem Zusammenfluß von Mosel und Rhein.
Glücklicherweise konnte ich durch eine Fotografie in der Festschrift zum 700jährigen Bestehen Dernbachs einige Schulkinder namentlich zuordnen. Durchnummeriert sind zu sehen 1 Alfred Hoffmann, 2 Oskar Ahlbach, 3 Philipp Zeiler, 4 Fritz Stein, 5 Hertha Puderbach, 6 Erna Bamberger, 7 Änni Schneider, 8 die nach Puderbach verheiratete Irmgard Weber geb. Kaul und 9 Herrn Schmidt, der von 1907 bis 1945 als Lehrer tätig war. Doch wer sind die anderen Dernbacher Kinder? Über Ihre Hilfe bei der Zuordnung würde ich mich sehr freuen! (Beitrag vom 10.07.2022)

Dierdorf

Eine wunderschöne Postkarte, die am 31. Juli 1905 geschrieben und verschickt wurde, zeigt die Sehenswürdigkeiten der Stadt Dierdorf um das Jahr 1900. Neben der herrlichen Totalansicht mit einer Dampflokomotive im Vordergrund sieht man oben links die Schloßruine der Fürsten zu Wied-Runkel, die auf Grund ihrer Baufälligkeit bereits 1902 gesprengt wurde und die der Kartenschreiber nicht gesehen haben kann. Ein Meilenstein für die ärztliche Versorgung der Region war die Gründung des Johanniter-Hospitals im Jahr 1886. Ein koloriertes Bild zeigt den alten Krankenhausbau sowie die gleichnamige Johanniterstraße mit ihren Häusern und Geschäften. Wo sich das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges befand, weiß ich leider nicht. Vielleicht kann mir da ein gebürtiger Dierdorfer helfen.
Eulenturm
Bei dieser Aufnahme, die den Eulenturm in Dierdorf zeigt und um 1905 entstanden sein wird, brauche ich Ihre tatkräftige Hilfe. Welche Straße ist hier im Vordergrund zu sehen? Ist es möglicherweise die Untertorstraße?
Johanniter-Krankenhaus um 1940
Von zirka 1939 bis zu ihrer Hochzeit in den beginnenden 1950er Jahren ist die aus Puderbach stammende Wanda Frohn verh. Kaulbach in der Verwaltung des Dierdorfer Johanniter-Krankenhaus beschäftigt. Aus dieser Zeit stammen die nächsten drei Fotografien, die mir die Angehörigen freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Hier nochmal meinen herzlichsten Dank dafür! Bei dieser Aufnahme, die um 1940 vor dem alten Krankenhausbau entstanden ist, sehen wir Wanda ganz links im dunklen Kleid mit einigen Krankenschwestern und anderen Pflegekräften. Wer könnten diese Damen des Personals sein? Erkennen Sie jemanden? (Beitrag vom 3. November 2021)
Einen wunderbaren Einblick in den Krankenhausalltag der 1940er Jahre bietet diese Fotografie. Wir sehen vor uns ein Behandlungszimmer des Dierdorfer Johanniter-Krankenhauses. An der linken Seite des Raumes bieten große Fensterfronten den behandelnden Ärzten genügend Licht und rechts daneben sorgen mehrere Waschgelegenheiten für die gebotene Hygiene. Ob der Saal auch für Operationen genutzt wurde? Die Liege kommt mir dafür zu provisorisch vor. Doch für Voruntersuchungen oder kleinere Eingriffe scheint der Raum geeignet. (Beitrag vom 3. November 2021)
Aus unserem heutigen Straßenbild sind die Diakonissen fast vollständig verschwunden. In früheren Zeiten jedoch erfüllten die Frauen, die sich der evangelischen Schwesterngemeinschaft angeschlossen hatten, eine wichtige soziale wie moralische Aufgabe. Auch im Dierdorfer Krankenhausalltag waren sie nicht wegzudenken. Hier sehen wir einige der Glaubensschwestern mit ihren markanten Hauben, dazu vier Wehrmachtsangehörige, die vermutlich für den Arbeitsablauf des 1939 eingerichteten Reserve-Lazaretts zuständig waren. Rechts stehend mit dunklem Kleid sehen wir die in der Krankenhausverwaltung beschäftigte Wanda Frohn verh. Kaulbach. Erkennen Sie weitere Personen auf dem Bild? (Beitrag vom 3. November 2021)
600 Jahrfeier Stadt Dierdorf
In der Woche vom 6. bis zum 15. Juli 1957 finden in Dierdorf die Festlichkeiten zur 600 Jahrfeier der Stadtrechtverleihung statt. Hier sieht man einen Abschnitt des Festumzugs, der sich gerade über die Neuwieder Straße bewegt.
Benutzt die Kraftpost
An dem Festumzug zur 600 Jahrfeier Stadt Dierdorf nehmen u.a. auch die Mitarbeiter der Deutschen Bundespost teil. Auf ihren Transparenten, die sie in die Kamera halten, werben sie für die unterschiedlichen Dienstleistungen des Unternehmens. Vom Postscheckkonto über das Postsparbuch bis hin zur Beförderung mit den Kraftpost-Bussen ist alles dabei.
Dierdorf in den 1960er Jahren
Eine Postkarte Dierdorfs, die aus den 1960er Jahren stammen müßte. Erkennen Sie die verschiedenen Straßenzüge, die auf der Ansichtskarte zu sehen sind? (Beitrag vom 19. November 2021)

Döttesfeld

Ein wunderschöner Blick auf Döttesfeld aus den 1950er Jahren. Der Fotograf hat sich auf einer Wiese nördlich des Ortes aufgestellt, sodas man im Vordergrund den Flußlauf der Wied entdecken kann. In der Bildmitte links erkennt man das Hotel „Zum Wiedbachtal“, das auf eine lange Tradition zurückschaut. 1897 erhält Christian Scharfenstein, der Sohn des ansässigen Kolonialwarenhändlers, die Erlaubnis, eine Gast- und Getränkewirtschaft zu führen. Rund 50 Jahre später übernimmt die nächste Generation die Geschäfte. Von 1948 bis 1972 führen Maria Bolländer geb. Scharfenstein und ihr Mann Willi den Gasthaus- und Hotelbetrieb erfolgreich weiter. Doch die Verhältnisse in der Urlaubsbranche haben sich verändert. Verbrachten in den 1950er Jahren die Gäste des Hotels noch ihren Jahresurlaub hier, so wurden die Sehnsuchtsziele ab den 1960er Jahren weiter. Dem Sohn Rolf und seiner Frau Lilo , die ab 1972 die Geschicke des Gasthofs übernehmen, gelingt es, den Betrieb erfolgreich auf den Erlebnistourismus umzustellen. 1988 eröffnen sie zudem die „Hui Wäller-Stube“, die die Dorfbewohner zu einem gemütlichen Feierabendbierchen einlädt. 2014 fand der letzte Wechsel in der Leitung statt. Nun sind es die Brabenders in 5. Generation, die den Betrieb weiterführen. (Beitrag vom 9. November 2021)

Link:

https://www.hotel-zum-wiedbachtal.de/html/historie.html

Ehlscheid

Diese Postkarte von Ehlscheid, die 1918 verschickt wurde, wirbt bereits mit dem wohlklingenden Zusatz „Luftkurort“. Doch die offizielle Anerkennung als Ortschaft, die durch sein wohltuendes Klima der Gesundheit förderlich ist, findet erst 1963 statt. Das alte Fachwerkgebäude des früheren Gasthofs Krug ist noch heute eine Zierde des Dorfes. (Beitrag vom 3. November 2021)

Flammersfeld

Ein Blick auf Flammersfeld im Kreis Altenkirchen um das Jahr 1905. Die kleinere Aufnahme darunter zeigt die Gastwirtschaft und Metzgerei Kraus. Der Inhaber Gerhard Kraus kommt 1849 zur Welt und ist der Sohn des Bauern und Schuhmachers Maximilian Kraus und der aus Eichen stammenden Wilhelmine Christine geb. Heuberg. Besonders interessant ist das Schicksal seines älteren Bruders Karl. Er erblickt am 19. Februar 1847 das Licht der Welt. Der intelligente, feinfühlige und musisch begabte junge Mann übernimmt mit 20 Jahren die Zweitlehrerstelle an der Flammersfelder Volksschule neben dem Kirchspielsschulmeister Christian Ernst Strunk. Die körperlichen Züchtigungen Strunks, der seine Schüler gerne prophylaktisch vor dem Unterricht versohlte, müssen dem sensiblen Karl ein Graus gewesen sein. Nach der Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wandert er nach Chile in Südamerika aus, um dort an einer deutschen Schule als Musiklehrer sein Glück zu versuchen. Irgendwann bricht der Kontakt zur Familie im Westerwald ab. Erst durch die Nachforschungen seines Neffen Fritz Kraus erfährt die Familie, daß er geistig zerrüttet und finanziell ruiniert in der Stadt Talca gestorben ist.

Link:

https://argewe.lima-city.de/auswanderer/kraus_carl.htm

Fluterschen

Ein Gruß aus Fluterschen wurde hier im Jahr 1916 versendet. Neben einer Teilansicht der Ortschaft sieht man links unten die Kolonialwarenhandlung der Familie Krämer. Besonders interessant ist die Landschaftsaufnahme mit der Bezeichnung „Im Rauhen Stein“. Die Flurbezeichnung geht auf den gleichnamigen Felsen zurück, der sich noch heute zwischen den Ortschaften Amteroth, Oberwambach und Fluterschen befindet. Der Sage nach soll der Stein früher Teil der hinter ihr liegenden Bergkuppe gewesen sein. Die alten Germanen nutzten das Areal als Kultstätte und beteten hier zu ihren alten Göttern. Als jedoch die erste christliche Kirche bei Oberwambach ihre Glocke ertönen ließ, stürzte der heidnische Berghang in sich zusammen und der „rauhe Stein“ löste sich aus dem Felsmassiv. Noch heute soll sich das Felsstück zu mitternächtlicher Stunde um seine eigene Achse drehen und manch ein Besucher meint in seiner Nähe ein Raunen zu vernehmen. (Beitrag vom 7.02.2022)

Freirachdorf

1918 wurde diese Ansichtskarte von Freirachdorf als Feldpost nach Oldenburg verschickt. Zu sehen ist neben einer Dorfpartie der Gasthof Faust, wo der Oberstgefreite, der die Karte seiner Frau zukommen ließ, wohl übernachtet hat. Die Gastwirtschaft existierte bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde damals von Johannes Heinrich Wagner und seiner Frau Anna Maria geb. Schmidt geführt. Durch die Hochzeit der Tochter Katharina mit dem in Steinen an der Westerwälder Seenplatte geborenen Johannes Peter Ludwig Faust änderte sich auch der Name des Wirtshaus. Vermutlich übernahm bereits 1888 der älteste Sohn Adolph den Betrieb, da der Vater am 24. April desselben Jahres mit gerade mal 47 Jahren verstarb.

Großmaischeid

Der Postkartenschreiber von 1908 möge mir verzeihen, daß ich seine fein säuberlich geschriebenen Grüße, die jede freie Fläche der Vorderseite bedeckten, dank Fotobearbeitungsprogramm habe verschwinden lassen. So erhalten wir wieder einen unverfälschten Blick auf das alte „Gruußmäschd“. Unten links sehen wir die römisch-katholische Kirche St. Bonifatius, dessen Langhaus im Jahr 1876 durch ein neugotisches Querhaus ergänzt wurde. Der Turm stammt sogar aus romanischer Zeit und ihm zu Füßen liegt der mit alten Grabsteinen versehene Friedhof. Das Foto rechts unten zeigt die Warenhandlung der Familie Reuth, vor der sich eine große Zahl an kleinen und großen Dorfbewohnern eingefunden hat, die unbedingt mit abgelichtet werden wollen. Oben sehen wir einen Blick auf die gesamte Ortschaft. Liebe Großmaischeider, aus welcher Richtung ist der Ort oben zu sehen? (Beitrag vom 16. November 2021)

Hardert

In einer Pachturkunde aus dem Jahr 1321 wird Hardert zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Heute gehört die Ortschaft mit ihren 858 Einwohnern zur Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach. Kann mir ein gebürtiger Harderter sagen, welche Ortsseite man hier sieht? Die Karte wird 1914 von hier an die in Oberbieber lebende Elise Abt verschickt. (Beitrag vom 3. November 2021)

Harschbach

Bei dieser Ansichtskarte von Harschbach, die im Jahr 1916 als Feldpost verschickt wurde, tat ich mich mit der räumlichen Orientierung recht schwer. Konnte das im Hintergrund die Straße von Urbach nach Puderbach sein? Ich war mir mehr als unsicher. Erst die stets hilfsbereite und ortskundige Facebook-Gruppe „Aktuelles aus, in und um Puderbach“ kam mir zu Hilfe. Bei den beiden Wegen handelt es sich links um den Mühlenweg, der in früheren Zeiten die Bauern mit ihrem Korn zur Niederhofener Mühle brachte. Der Kirchweg rechter Hand führte die Harschbacher Familien am Sonntag zur Andacht ins Urbacher Gotteshaus. Die Aufnahme entstand also aus nördlicher Richtung und der Fotograf stellte damals seine Kamera auf der Landstraße nach Puderbach auf, ganz in der Nähe des heutigen Kochhofs. (Beitrag vom 16.06.2002)

Hasselbach

Im Jahr 1913 versendete der aus Hasselbach bei Weyerbusch stammende August Altgeld diese kolorierte Ansichtskarte seines Heimatortes. Unter den vier verschiedenen Ansichten der Ortschaft finden wir das im Jahr 1906 eingeweihte Schulgebäude. Lehrer der ersten Stunde war der aus Saarbrücken stammende Jakob Barthel, der 27 Jahre lang die Kinder Hasselbachs unterrichtete. Leider stellte sich recht schnell heraus, daß der Neubau einen gewaltigen Mangel aufwies. Bei starkem Westwind zog der Rauch im Schornstein nicht mehr ab, sodas der Schulsaal derart verqualmte, daß der Unterricht ausfallen mußte.
Heute befindet sich das Gebäude im Privatbesitz des aus Hamm a.d. Sieg stammenden Künstlers Erwin Wortelkamp. Er und andere namhafte Bildhauer haben auf einem rund 11 Hektar großen Areal zwischen Hasselbach und Werkhausen einen Skulpturengarten geschaffen, der in engen Dialog mit der sie umgebenden Landschaft tritt.
An alle Ortskundigen gehen folgende Fragen: Aus welchem Blickwinkel wurde die Ansicht des Dorfes aufgenommen, wo befand sich die Gastwirtschaft Vogel und wo lag das rechts unten zu sehende Gut? Über Ihre Mithilfe würde ich mich sehr freuen!

Link zur Stiftung „im tal“ von Erwin Wortelkamp:

Hemmelzen

Hemmelzen war über Jahrhunderte und Generationen hinweg die Heimat eines Teils meiner Vorfahren. Bis ins 18. Jahrhundert lassen sich in der kleinen Ortschaft die Wurzeln des Familienzweigs der Deneus nachverfolgen. Mein Ururgroßvater Heinrich wird hier am 26. Mai 1855 geboren, bevor es ihn 1878 durch seine Heirat ins nahegelegene Kraam verschlägt. Seine beiden Halbschwestern kommen hier ebenfalls zur Welt, wobei ich auf Emilie im nächsten Bild näher eingehen möchte.
Goldene Hochzeit
Um das Jahr 1950 feierte Emilie Ewert geb. Deneu, die Halbschwester meines Ururgroßvaters Heinrich, und ihr Mann Karl in Hemmelzen ihre goldene Hochzeit. Die Ewerts lebten mit ihren vier Söhnen Karl, Walter, Willi und Otto viele Jahrzehnte in Essen, bevor sie in den 1940er Jahren aus Furcht vor den alliierten Luftangriffen wieder in den Westerwald zogen. Durchnummeriert sind zu sehen: Das Jubelpaar Emilie Ewert geb. Deneu (1) und Karl Ewert (2), meine Großeltern Friedrich Kuhl (3) und Laura Kuhl geb. Deneu (4),mein Vater Hans Kuhl (5), Otto Ewert (6), Karl Ewert (7), dessen Sohn Klaus (8), Hertha Ewert, die Frau v. Otto E. (9), der später in Hamburg lebende Walter Ewert (10) und Willi Ewert, der die Bundesrepublik verlässt und in der DDR als Lehrer tätig ist (11). Meine Bitte geht an alle gebürtigen Hemmelzer und Hemmelzerinnen: erkennt jemand Personen auf dem Bild, die von dort stammen bzw. erkennt jemand das Gebäude, das im Hintergrund zu sehen ist?

Hilgert

Ein wunderbarer Blick auf einige Fachwerkhäuser von Hilgert. Die Postkarte wird um 1930 produziert worden sein. Kann mir ein Ortskundiger sagen, ob es die Gebäude noch gibt und welchen Familien sie gehörten? Und wo hat sich der Fotograf mit der Kamera positioniert?

Höchstenbach

Ein Denkmal für einen französischen General im Westerwald? Davon hatte ich noch nie gehört. Erst durch diese Postkarte, die in den 1920er Jahren verschickt wurde, erfuhr ich von dem Ehrenmal in Form eines Obelisken.
Alles beginnt mit der französischen Revolution von 1789, der Absetzung und Aburteilung König Ludwigs XVI. und dem gewaltsamen, blutigen Umsturz der Ständegesellschaft. In Frankreich entsteht eine Republik, die den benachbarten, von Monarchen geführten Länder ein Dorn im Auge ist. 1792 kommt es zur kriegerischen Auseinandersetzung zwischen dem revolutionären Frankreich und dem Königreich Preußen, Österreich und einigen kleineren Staaten, der als Erster Koalitionskrieg in die Geschichte eingehen wird.
Am Montag, den 19. September 1796 verfolgen österreichische Truppen in der Nähe von Höchstenbach die sogenannte Sambre- und Maas-Armee, zu der auch der General Francois Séverin Marceau gehört. Bei dieser kriegerischen Auseinandersetzung wird Marceau schwer verwundet und erliegt zwei Tage später im nahegelegenen Altenkirchen seinen Verletzungen. Sein Adjutant, der Hauptmann Souhait, lässt an der Stelle seiner Verwundung eine Gedenktafel anbringen, die an den gefallenen General erinnert.
Rund 60 Jahre später, im Jahr 1863, wird durch den beherzten Einsatz des preußischen Postbeamten Heymann aus Selters und der finanziellen Unterstützung durch den französischen Kaiser Napoleon III. in Erinnerung an Marceau ein Denkmal in Form eines Obelisken errichtet. Daß es trotz größter Ressentiments zwischen Deutschen und Franzosen am 16. Juni 1901 zu einer gemeinsamen Feierstunde kommt, grenzt an ein Wunder.
1941 ist es der nationalsozialistische Kreisleiter Westerburgs, der dem Mahnmal ein Ende setzt. Er lässt es kurzerhand sprengen. Doch nach Kriegsende 1945 wird die französische Besatzungsarmee das Ehrenmal wieder in alter Form aufbauen und bei der neuerlichen Einweihung ist sogar General Charles de Gaulle anwesend, der in späteren Jahren die Geschicke Frankreichs als Staatspräsident leiten wird. (Beitrag vom 15. November 2021)

Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Marceau-Denkmal_(H%C3%B6chstenbach)

Horhausen

Um 1915 entsteht diese kolorierte Ansicht Horhausens. Anscheinend hat der Fotograf seine Kameraausrüstung an einem Weg südlich des Ortes aufgestellt. Welche Straße mag das im Vordergrund sein? Deutlich zu erkennen ist die katholische Kirche St. Maria Magdalena, die 1902 im neoromanischen Stil neu erbaut wurde. Nur Teile des Turms sind noch aus der Zeit des 13. Jahrhunderts. (Beitrag vom 16. November 2021)
Im Juli 1905 wurde diese Postkarte aus Horhausen im Westerwald nach Berlin verschickt. Sie zeigt den Gasthof „Zur Post“, dessen Inhaber damals Wilhelm Dasbach war. Ob er wohl mit einem der berühmtesten Söhne des Ortes in verwandschaftlichen Verhältnis stand? Ich meine den Priester, Publizisten und Politiker Georg Friedrich Dasbach, der am 9. Dezember 1846 als Sohn des Bäckers und Gastwirts (!) Ludwig Friedrich Dasbach und seiner Ehefrau Katharina Veronika geb. Gassen zur Welt kam. 1933 wurde das katholische Pfarrheim zu seinen Ehren in Kaplan-Dasbach-Heim umbenannt. Vielleicht weiß ein gebürtiger Horhausener Näheres über die familiären Zusammenhänge der beiden Dasbacher.

Link:

http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/georg-friedrich-dasbach/DE-2086/lido/57c6905dec8033.49782517

Kausen

Bei dieser Postkarte aus dem Jahr 1913 bräuchte ich wieder Ihre geschätzte Hilfe! Es müßte sich um das 1974 nach Großmaischeid eingemeindete Kausen handeln. Erkennt ein gebürtiger Kausener die hier abgebildeten Dorfpartien? Existiert die unten zu sehende Mühle noch? Da etliche Baustämme im Vordergrund zu entdecken sind, wird es sich möglicherweise um eine Sägemühle gehandelt haben. Und was ist mit dem Gasthaus „Zum kühlen Grund“? Bei meinen Online-Recherchen konnte ich keinen Gasthof in Kausen finden.
Zufälligerweise bin ich soeben auf eine Luftbildaufnahme von Kausen gestoßen. Bei näherem Hinsehen entdeckte ich ein Gebäude an der Sayntalstraße, das dem Gasthof ähnelt. Könnte es sich um die frühere Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund“ handeln? Und bei der Mühle habe ich mich gefragt, ob sie zum heutigen Komplex der Firma „Die Tischlertekten“ gehört. Dann würden die zwei Gebäude einschließlich der Brücke über den Saynbach an besagter Straße liegen.
Nachtrag: Eine ortskundige Leserin meines Blogs konnte mir berichten, daß sowohl die Brücke über den Saynbach als auch das Haus der früheren Gaststätte „Zum kühlen Grund“ als Bauwerke erhalten geblieben sind. Die Mühle existiert nicht mehr. Nur der alte Mühlstein, der am Straßenrand aufgestellt wurde, erinnert an das Gebäude und das hier ausgeübte Handwerk. (Beitrag vom 25.01.2022)

Mehren

Zu dem im Kreis Altenkirchen gelegenen Mehren und seinen umliegenden Ortschaften hat meine Familie eine besondere Verbindung. In Kraam wurde mein Urgroßvater Heinrich Deneu 1881 geboren und seine Schwester Wilhelmine heiratete in die aus Mehren stammende Familie Hottgenroth ein. Gerade Mehren ist mit seinen zahlreichen alten Fachwerkhäusern ein wirkliches Kleinod. Bereits zwei Mal, 1983 und 1989, gewann das Dorf die Silbermedaille bei dem bundesweitem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Mündersbach

Im Jahr 1916 wurde diese Postkarte von Mündersbach als Feldpost verschickt. Unten rechts meint man die Kirche des Ortes zu sehen, doch der erste Eindruck täuscht. Es handelt sich um das Schulgebäude des Dorfes, das im Jahr 1902 in Betrieb genommen wurde. Bis 1973 fand hier in zwei Klassenräumen der Unterricht für die Kinder der Gegend statt. Danach erst wurde der Bau mit dem Glockenturm zur Kirche umfunktioniert. Auf dem Bild links oben sieht man den Gasthof „Zur Post“ der Familie Altgeld. Weiß ein gebürtiger Mündersbacher, wie lange die Gaststätte existierte? Und welche Straßenzüge sieht man auf den zwei verbleibenden Aufnahmen?
Eine idyllische Panoramaaufnahme Mündersbachs aus den 1930er Jahren. Der Kameramann hat sich für die Fotografie auf einem Feld westlich der Ortschaft postiert. (Beitrag vom 14.02.2022)

Muscheid

Vor Kurzem bekam ich die Gelegenheit, diese alte Ansichtskarte Muscheids aus den 1930er Jahren käuflich zu erwerben. Doch wußte ich weder, wo sich die Gastwirtschaft Neitzert befand, noch welcher Teil des Dorfes auf der Panoramaaufnahme zu sehen war. Hierbei kamen mir die Mitgliederinnen und Mitglieder der Facebook-Gruppe „Aktuelles aus, in und um Puderbach“ zur Hilfe. Herr Neitzert entdeckte auf der Ansicht des Dorfes die alte Schule, sodas man davon ausgehen kann, das der Fotograf sich südöstlich des Ortes mit seiner Kamera positioniert hat.
Das Gebäude des Gasthofs der Familie Neitzert befindet sich noch heute in kaum veränderter Form an der Mittelstraße Nr. 17. Bei den früheren Besitzern dürfte es sich um Friedrich Wilhelm Neitzert und seine Frau Karoline geborene Hartstang gehandelt haben, die um 1925 den Betrieb eröffneten. In späteren Jahren war es die Tochter Gertrud verheiratete Schneider, von allen „Hartstangs Gerda“ genannt, und ihr Mann Paul, die die Muscheider in der Gaststube bewirteten. (Beitrag vom 21.03.2022)

Niederwambach

Um 1906 wurde diese Postkarte von Niederwambach nach Puderbach verschickt. Ein wunderbarer Blick auf den Ort mit der Steimeler Straße. Am rechten, oberen Bildrand sehen wir die Evangelische Kirche des Dorfes, dessen Glockenturm noch aus romanischer Zeit stammt. Das Kirchenschiff und die Turmspitze wurden im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil erneuert. Es folgt das alte Schulgebäude, das sich heute in Privatbesitz befindet. Die beiden Wege, die links von der Steimeler Straße abzweigen, sind der Ratzerter Weg und die Wiesenstraße. Von dem Gebäude der Gastwirtschaft Reusch, das auf der kleineren Fotografie zu sehen ist, sind heute nur noch Teile erhalten. Die rechte Haushälfte wurde im Zuge einer Straßensanierung abgerissen.
Diese Karte wurde 1910 abgestempelt und zeigt einen Blick auf Niederwambach aus südwestlicher Richtung. Bei der Straße im Vordergrund handelt es sich um den Ratzerter Weg. Die kleinere Aufnahme zeigt wieder die Gastwirtschaft der Familie Reusch, die an der Steimeler Straße lag. Am rechten Bildrand der Panoramaaufnahme, versteckt hinter dem langgezogenen Fachwerkgebäude, kann man das Anwesen noch erahnen.
Schmiede der Familie Kambeck
Ich war ganz begeistert, als mir die Nachfahren des Schmiedemeisters Friedrich Kambeck diese alte Fotografie zeigten. Sie dürfte um 1910 entstanden sein und zeigt die alte Werkstatt im Wambachtal, die bis ins 19. Jahrhundert noch als Ölmühle diente. 1873 ist es der Vater von Friedrich Kambeck, der am 11. Mai 1849 geborene Simon, der die mit einem Wasserrad betriebene Mühle von den Geschwistern Anton und Louise Hommer erwirbt. Anstelle des schweren Mühlsteines tritt ein Amboss nebst Schleiferei, mit der der versierte Handwerker feinste Äxte und Messer fertigt. Abnehmer sind vor allem die hiesigen Bauern und Zimmersleute.
Der hier zu sehende Friedrich Kambeck spezialisiert sich auf die Reparatur von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen. Er scheint zusammen mit einem Helfer die Reparatur einer Wagenradnabe vorzunehmen. Bei der Frau mit Kind dürfte es sich um seine Frau Katharina handeln. (Beitrag vom 9.03.2022)
Anwesen der Familie Kambeck
Vermutlich ebenfalls um das Jahr 1910 entsteht diese Aufnahme. Zu sehen ist das alte Wohnhaus der Familie Kambeck mit seiner wunderschönen Fachwerkfassade. Vor der geöffneten Haustüre haben sich die beiden Frauen des Anwesens aufgestellt, links Wilhelmine Kambeck geb. Dörenberg, die Mutter des Schmiedemeisters Friedrich Kambeck, und rechts seine Ehefrau Katharina eine geborene Saßmannshausen. (Beitrag vom 9.03.2022)
Hier eine Rückansicht des Gehöfts. Wie die meisten Familien im Westerwald betrieben auch die Kambecks neben dem Schmiedebetrieb Landwirtschaft. Der Hof mit Wohnhaus, Scheune und Stall zeugt davon. Hier scheint die Familie gerade mit dem Heu wenden beschäftigt zu sein. (Beitrag vom 9.03.2022)
Altes Wasserrad der Schmiede Kambeck
Bis Ende der 1940er Jahre treibt das alte Wasserrad der früheren Öhlmühle den Schleifstein der Schmiedewerkstatt an. 1949 wird das Mühlrad entfernt und die alte Schmiede umgebaut. Sie macht einer Werkstatt zur Herstellung landwirtschaftlicher Geräte Platz. (Beitrag vom 9.03.2022)
Vom Schmiedehandwerk zum Fahrzeugbau
Hier sehen wir Reinhold Kambeck, der in 4. Generation die ehemalige Schmiedewerkstatt in einen Betrieb zur Herstellung landwirtschaftlicher Fuhrgeräte und Maschinen umwandelt. Der Kippanhänger dürfte in seiner Werkstatt entstanden sein. Wie im Hintergrund zu sehen, wurde das alte Gehöft in den 1950er Jahren umfassend saniert und die Fachwerkfassade verschwand.
An dieser Stelle möchte ich mich bei den Nachfahren der Kambecks recht herzlich für Ihr Interesse und Ihre tatkräftige Mithilfe bedanken! (Beitrag vom 9.03.2022)

Oberdreis

Eine Postkarte von Oberdreis mit Blick Richtung Dorfkirche vermutlich aus den 1920er Jahren. Doch wo hat sich der Fotograf positioniert und seine Aufnahme gemacht? Könnte es sich bei dem Weg um die Ackerstraße handeln? Und wem gehörte das Fachwerkgebäude im Vordergrund?
Ein wunderschöner Blick auf die Oberdreiser Kirche und die sie umgebenden Häuser um 1930. Der Weg, der um den Kirchberg herumführt, müßte die heutige Wilhelmstraße sein und im Vordergrund meint man das Bett des Dreisbaches zu erkennen. (Beitrag vom 22. November 2021)
Oberdreiser Kirche
Ein Blick ins Innere der Oberdreiser Kirche um das Jahr 1930. Die erste urkundliche Erwähnung des Kirchenbaus geht auf das Jahr 1253 zurück. Nachdem 1763 der Kirchturm einstürzte, wurde das Gebäude zwischen 1792 bis 1795 fast vollständig im spätbarocken Stil neu errichtet.

Oberirsen

Um das Jahr 1957 dürften diese beiden Aufnahmen entstanden sein. Vermutlich handelt es sich um einen Festumzug, bei dem die frisch gekürte Maikönigin von Marenbach auf einem geschmückten Pferdefuhrwerk der Einwohnerschaft präsentiert wird. Gerade bewegt sich der Tross mit den zahlreichen Teilnehmern über die Schulstraße in die Dorfmitte von Oberirsen.
Rege nehmen die Ortsbewohner und Ortsbewohnerinnen von Marenbach, Oberirsen und den anderen umliegenden Ortschaften an dem Mai-Umzug teil. Erkennt jemand ein bekanntes Gesicht unter den Zuschauern und Teilnehmern? Wem gehören die beiden Anwesen, die man im Hintergrund sieht? Über Ihre Mithilfe würde ich mich sehr freuen! (Beitrag vom 10.07.2022)

Oberwambach

Vom harten und oftmals entbehrungsreichen Leben auf dem Land ist auf dieser Fotografie kaum etwas zu spüren. Alles wirkt extrem idyllisch und harmonisch. Wo genau sich der Hof von Karoline Schneider verheiratete Weingarten befand, kann ich nicht sagen. Hier steht sie am oberen Treppenabsatzs des schmucken und mit Laub umwachsenen Fachwerkhauses. Der Pfeife schmauchende alte Herr im Hof ist ihr Großvater, der „Abbab“, der sich anscheinend mit den beiden Urenkeln, dem kleinen Werner und der älteren Paula, die Zeit vertreibt.
Die Aufnahme dürfte zwischen den Jahren 1910 bis 1920 entstanden sein. Weiß ein gebürtiger Oberwambacher, an welcher Stelle im Dorf sich der gepflegte Hof der Schneiders bzw. Weingartens befand bzw. ob das Gebäude heute noch steht? (Beitrag vom 14. November 2021)
Das Fotoatelier Carl Käppele aus Altenkirchen produzierte in den 1950er Jahren diese Postkarte von Oberwambach.

Orfgen

Am 15. August 1916 verschickt ein gewisser Heinrich Noll diese wunderbare Postkarte von dem bei Flammersfeld gelegenen Dorf Orfgen an einen guten Freund nach Essen. Seine Zeilen seien hier erwähnt, da sie einen interessanten Einblick gewähren in den von Landwirtschaft und Natur geprägten Alltag des Landstrichs. Er schreibt wie folgt:
„…Hier ist eine wunderbare Gegend. Wald und Feld wechseln nur so miteinander. Werktags gehe ich öfters mit aufs Feld. Korn ist jetzt alles ab. Abends wird das Vieh gefüttert. Einmal ist uns eine Kuh durchgebrannt. Das gab eine Jagd u. Lauferei. Wärendem hatten wir unsere liebe Not, daß wir das übrige Vieh hielten. Sonntags geht es in den sogenannten Hückwald, der die Landschaft fast von der ganzen Umgebung trennt…“
Die Ortschaft Orfgen gehört zur Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld und setzt sich aus den vier Ortsteilen Berg, Hahn, Höllburg und Hofacker zusammen. Doch welchen Teil des Dorfes sehen wir auf der alten Ansichtskarte? Könnte das im Vordergrund das 1910 neu errichtete Schulgebäude sein? Vielleicht kann mir ein Ortsansässiger bei der Beantwortung der Frage behilflich sein! (Beitrag vom 7.02.2022)

Raubach

Eine Postkarte mit einem wunderbaren Blick auf Raubach um 1930. Mir scheint es, daß die Ansicht von einer Anhöhe Richtung Elgert gemacht wurde. Rechts erkennt man die alte romanische Kirche und links daneben das 1901 errichtete Schulgebäude. Bei der Gaststätte Frantzmann bin ich mir nicht sicher, ob sie sich damals wie heute an der Schefferstraße Ecker Elgerter Straße befand. Vielleicht kann mir da ein alteingessener Raubacher helfen!
Auch diese Postkarte, die 1940 verschickt wurde, zeigt Raubach aus einem ähnlichen Blickwinkel. Nach einer angeregten Diskussion mit Ortskundigen kamen wir zu dem Schluß, daß der Fotograf sich unterhalb des heutigen Schützenhauses, weit links von der Elgerter Straße an einer Anhöhe positioniert haben muß. (Beitrag vom 6. Dezember 2021)
Max und Julius Jonas
Das Niederwald-Denkmal bei Bingen muß in den 1920er und 30er Jahren ein sehr beliebtes Ausflugsziel gewesen sein. Diese Fotografie dürfte um 1925 entstanden sein und zeigt rechts die Geschwister Max (sitzend) und Julius Jonas (stehend) aus Raubach. Beide haben mit anderen Fußballbegeisterten 1921 den Sportverein Grün-Weiß gegründet. Die Eltern der beiden sind der 1850 in Raubach geborene Wilhelm Jonas und seine aus Roßbach stammende Frau Johanna geborene Moses. Weitere Geschwister sind Hermann (im 1. Weltkrieg gefallen), Klara, die den Metzger Hermann Levy aus Steimel geheiratet hat (siehe auch die Fotografie unter Steimel) und Samuel Jonas. Max, Julius und der Schwester Klara gelingt die Flucht nach Argentinien, der Bruder Samuel und die Mutter Johanna werden von den Nazis umgebracht. Die anderen Personen sind von links: stehend Betti Tobias verh. Kahn, vor ihr sitzend der Bruder Leo Tobias, rechts neben Betti Arthur Aron, vor Arthur sitzend seine Cousine Ruth Aron verh. Tobias und rechts neben ihr stehend die Schwester Martha Aron verh. Wolff. Sie alle stammen aus Puderbach.

Link:

https://svraubach.de/index.php/verein/6-ueber-uns

Der Vater Wilhelm Jonas
Am 15. November 1928 erscheint in der illustrierten Beilage „Aus alter und neuer Zeit“ des Hamburger Israelitischen Familienblatts ein Artikel über den zu diesem Zeitpunkt bereits 78 Jahre alten Wilhelm Jonas aus Raubach. Der Redakteur schreibt: „Trotz seines hohen Alters ist der rüstige Mann noch heute praktisch in der Landwirtschaft tätig und mäht u.a. ununterbrochen halbe und sogar ganze Tage. Daß Herr Jonas bei aller Schollenverbundeheit auch ein begeisterter Jude ist, beweist die Tatsache, daß er über 60 Jahre lang in den Nachbargemeinden Urbach und Puderbach ehrenamtlich als Vorbeter gewirkt hat.“

Reichenstein

Die drei Bilder auf dieser Postkarte stammen von dem Kölner Fotografen Agust Sander. Zum einen eine wunderbare Aufnahme der baumbestandenen Landstraße in Richtung Puderbach, oben rechts ein Blick auf Reichenstein und Burgruine aus südwestlicher Richtung. Wissen Sie, wo sich das Ruheplätzchen „Wilhelmshöhe“ befand?
Eine alte Postkarte von Reichenstein aus dem Jahr 1920, die im Vordergrund den Beginn der Burgstraße zeigt. (Beitrag vom 6.02.2022)
Raubritter Reichenstein
Wer von den Männern auf diesem Foto mag wohl auf den kuriosen Vereinsnamen „Raubritter Reichenstein“ gekommen sein und in welchem Jahr hat sich der Fußballclub gegründet? Das Bild entstand um das Jahr 1925 und in der Mitte mit Ball ist der 1905 in Reichenstein geborene Willi Sommer zu sehen, auch „Igotts Willi“ genannt, der nach seiner Heirat nach Breitscheid verzog. Doch wer sind die anderen jungen Fußballspieler, die auf der Aufnahme zu sehen sind? Vielleicht kann mir da ein gebürtiger Reichensteiner helfen! (Beitrag vom 27. Oktober 2021)
Nachtrag: Inzwischen konnten zwei weitere Fußballer namentlich zugeordnet werden. Ganz links stehend erkennen wir den 1903 in Richert geborenen Paul Velten, der nach seiner Heirat nach Harschbach verzog. Und links neben Willi Sommer sitzt Wilhelm Rosenberg, der im Jahr 1904 in Reichenstein als Sohn des Schusters Simon Rosenberg und seiner Frau Maria Elisabeth geborene Nies zur Welt kommt. In späteren Jahren kickt er bei dem Fußballclub „Schwarz-Weiß Puderbach“ mit. (Ergänzung vom 22. November 2021)
Eien weitere Aufnahme des berühmten Fotografen August Sanders, die vermutlich um 1930 entstanden sein wird. Man sieht auf ihrem Hügel thronend die Burgruine Reichenstein. Zu ihrer Linken liegt die Ortschaft, die ebenfalls den Namen der früheren Burgherren zu Reichenstein trägt. Die Silhouette des verfallenen Baus fanden 1971 Eingang in das Puderbacher Wappen.
Tag der nationalen Arbeit?
Diese Aufnahme entstand vermutlich um 1934 auf dem Gelände der Grube „Reichensteinerberg“. Leider ist nicht überliefert, aus welchem Grund sich die Mitarbeiter des Bergwerks auf dem geschmückten Pritschenwagen haben ablichten lassen. Das frische Birkengrün, das das Automobil ziert, erinnert aber sehr an das traditionelle Aufrichten des Maibaums.
Möglicherweise waren die Männer auf dem Weg zu den Feierlichkeiten zum „Tag der nationalen Arbeit“. Die Nationalsozialisten hatten 1933 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag erhoben und zum „Tag der Volksgemeinschaft“ nationalideologisch umgedeutet. Er ging mit einem Art Frühlingsfest einher, bei dem Abordnungen der SA, SS, der Wehrmacht und Hitlerjugend und Teile der DAF (Deutsche Arbeitsfront) aufmarschierten. Letztlich nehmen ihn die Machthaber zum Anlass, die freien Gewerkschaften des Landes zu zerschlagen, ihre Funktionäre zu verhaften und ihr Vermögen zu beschlagnahmen. (Nachlass Heuchemer/Beitrag vom 6.02.2022)

Rengsdorf

Vom kleinen Westerwalddorf zum Luftkurort

Der Wandel Rengsdorfs vom einer unbedeutenden Ansiedlung zum florierenden Luftkurort ist der Verdienst des 1889 gegründeten Verkehrs- und Verschönerungsvereins, kurz VVV, zu dessen Honoratioren der Kurtscheider Pfarrer Schütz sowie der Oberförster André gehörten. Bereits 1890 sind sich alle Beteiligten der Interessensgemeinschaft einig, daß man Rengsdorf zum Kurort umbauen möchte. Noch verirren sich nur zwanzig Gäste in den verschlafenen Flecken im Westerwald. Nun beginnt eine rege Bautätigkeit, in der man die umliegenden Felder und Wälder mit Fußpfaden und Wanderwegen befestigt, den Besuchern und Besucherinnen Ruhebänke, Zierbrunnen und Aussichtspunkte zum Verweilen anbietet, ein Badehaus und Tennisplatz eröffnet und natürlich das Netz an Gaststätten, Restaurants und Hotels erweitert. Finanzielle Unterstützung findet die Gemeinde und der VVV u.a. in dem Unternehmer Friedrich Karl Henkel, der seit 1912 in einer komfortablen Villa am Ortsrand residiert.

Bereits nach kürzester Zeit tragen die Bemühungen des Vereins reiche Früchte. Stattliche 2461 Kurgäste besuchen den 900 Einwohner zählenden Kurort im Jahr 1904. 1907 hat sich die Zahl schon fast verdoppelt. 4383 Touristen, viele davon aus der Kölner Gegend, verweilen in dem inzwischen schicken Erholungsort. Aber auch internationales Publikum aus Amerika, England, Frankreich, Spanien, der Türkei und Österreich finden den Weg in die Ortschaft. 1913 sind fast alle Häuser Rengsdorfs ans Stromnetz angeschloßen und stolze 8578 Dauergäste kann die Gemeinde zählen. Welch eine Erfolgsgeschichte!

Am 26. August 1900 verschickt ein Kurgast diese Postkarte. 1897 hat die Gemeinde Rengsdorf den Betrieb eines öffentlichen Bades aufgenommen und bietet drei Jahre später schon 1900 Reinigungsbäder an. Unten links ist das Gebäude zu sehen. Dem Umbau des Dorfes zum Kurort fällt die alte und zu klein gewordene evangelische Kirche zum Opfer, die hier noch zu erkennen ist. Das marode und baufällige Gebäude passt nicht mehr ins Bild einer aufstrebenden Gemeinde. 1904 wird mit dem Bau eines neugotischen Kirchenschiffs begonnen, indem man den neu zu errichtenden Teil einfach an den bestehenden Glockenturm anfügt und nach Fertigstellung desselben den alten Bau abträgt. Der Turm bleibt erhalten, bekommt aber ein neues, spitzes Dach. (Beitrag vom 3. November 2021)

Rodenbach

Eine alte Postkarte wahrscheinlich um 1900 entstanden. Nach Rücksprache mit dem früheren Bürgermeister des Ortes Herrn Zimmermann, der ein exzellenter Kenner der Rodenbacher Geschichte ist, kann man annehmen, daß es sich bei dem Haus um das der Familie Nöllgen handelt, indem sich früher die Gaststätte des Andreas Born befand. Es liegt an der Ecke Bismarckstraße/Zum Weiher und steht in veränderter Form noch heute dort.
Gaststätte des Andreas Born in Rodenbach
Hier sehen sie eine sehr frühe Aufnahme des Gasthofs Born. Von den Personen, die sich vor dem Anwesen aufgestellt haben, sind nur zwei eindeutig zuzuordnen und namentlich zu benennen. Vor dem Zaun sitzend (4. P.v.l.) sehen sie den Bruder des Gastwirts, den langjährigen Ortsvorsteher Wilhelm Born. Links neben ihm im schwarzen Kleid steht seine Frau Luise eine geborene Schumann. Man kann mutmaßen, daß das Ehepaar hinter dem Zaun den stolzen Gasthofbetreiber Andreas Born mit seiner Ehefrau Maria Sophia Luise geborene Klauer zeigt. Vergleichen Sie es einmal mit den Personen auf der Postkarte oben.
Die Familie Tobias aus Rodenbach
Das Ehepaar Gustav und Selma Tobias aus Rodenbach.
Dieses alte Schulfoto dürfte um das Jahr 1926 entstanden sein und zeigt die Rodenbacher Schulklasse mit Lehrer August Schöneberg. Unter den Schulkinder entdecken wir die beiden jüngsten Töchter von Gustav und Selma Tobias, die 1919 geborene Sabine (hintere Reihe, 5. von links mit hellem Kleid) und ihre ein Jahr jüngere Schwester Herta (links neben der Schwester mit dem gleichen Kleid). Beiden gelingt 1939 die Emigration in die USA. Herta wird nach ihrer Ankunft in New York den aus Puderbach stammenden Ludwig Aron heiraten.
Erkennt ein gebürtiger Rodenbacher weitere Personen auf dem Bild? (Beitrag vom 19. November 2021)

An dieser Stelle sei an die jüdische Familie Tobias aus Rodenbach erinnert. Gustav Tobias wird am 20. Mai 1873 im nahegelegenen Oberdreis geboren. Seine 15 Jahre jüngere Ehefrau Selma kommt in Steimel zur Welt und ist eine Schwester des dortigen Metzgers Hermann Levy. Das Ehepaar hat vier Töchter, von denen drei rechtzeitig in die USA emigrieren können. Nach den erschütternden Erlebnissen der Pogromnacht am 10. November 1938 verzieht das Ehepaar zusammen mit der ältesten Tochter Ortense nach Köln. Dort leben Sie bis zu ihrer Deportation in der Weidengasse Nr. 63/65. Am frühen Morgen des 7. Dezember 1941 werden Gustav, Selma, Ortense und ihr Ehemann Moritz Aron mit 973 weiteren jüdischen Bewohnern Kölns in das Ghetto Riga in Lettland deportiert. Unter welchen Umständen die vier ums Leben kommen, konnte nie geklärt werden.

Links:

Geschichte der Familie Tobias

Deportationsliste vom 7. Dezember 1941 von Köln nach Riga

http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411207_1.jpg

http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411207_45.jpg

Ghetto Riga

https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Riga

Kindergarten Rodenbach
Dieses Bild einer Kindergartengruppe aus Rodenbach entstand zu Beginn der 1940er Jahre. Die Kindergärten der damaligen Zeit wurden von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, kurz NSV, betrieben. Die Kindergärtnerin ist Erna Fuchs geb. Müller und die Kinder sind von links nach rechts: Luise Hering, vorne Erika Wagner, dahinter Hannelore Noll, Manfred Hachenberg, vorne Waltraud Marth, dahinter Inge Hoffmann, Gerhard Hachenberg, vorne Marlene Wagner, dahinter Christel Höller, Liselotte Marth, mit Pudelmütze Waldemar Marth, dahinter Ernst-August Schneider, vorne Inge Kunz, dahinter Luise Schumann, Reinhold Klum, vorne Lothar Zimmermann und hinten Ursula Wagner.
Schulklasse Rodenbach
Um 1940 entstand dieses Foto mit Kindern der Rodenbacher Schule und dem damaligen Lehrer August Schöneberg. Das Schulwesen in Rodenbach kann auf eine 180 Jahre währende Geschichte zurückschauen. Bereits 1799 fand der erste Unterricht im Ort statt. Vorher mußten die Kinder zum Schulunterricht nach Niederwambach laufen. 1828 taten sich die Dörfer Rodenbach, Udert und Neitzert zusammen und bauten eine Gemeindeschule, die 1921 auf Grund der großen Zahl an schulpflichtigen Kinder neugebaut wurde. Ab 1969 mußten alle Kinder der Verbandsgemeinde an die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule nach Puderbach wechseln. Bei der Aufzählung der Schüler und Schülerinnen steht das R für Rodenbach, das U für Udert und das N für Neitzert. Durchnummeriert sind zu sehen: 1 Käthe Reusch R, 2 Helmut Henn U, 3 Hans-Werner Marth R, 4 Melitta verh. Kölbach N, 5 Luise Becker N, 6 Elfriede Becker N, 7 Helene Ströder N, 8 Lieselotte Zimmermann R, 9 Rudi Wagner R, 10 Rudi Marth R, 11 Günther Schuhmacher R, 12 Erich Hoffmann R, 13 Kurt Marth R, 14 Alfred Brinkmann R, 15 Else Kechel R, 16 Irene Schmidt N, 17 Helma Ramseger N, 18 Elisabeth Wagner R, 19 Luise Wagner R, 20 Ingeborg Schneider N, 21 Ilse Ramseger R, 22 Adelheid Marth R, 23 Lehrer August Schöneberg, 24 Elli Blum R, 25 Walter Klein U, 26 Heinz Marth R, 27 Gretchen Flick U, 28 … Flick U, 29 Günther Marth R, 30 Helmut Marth R, 31 Willi Blum N und 32 Ernst Marth R.
Blick auf Rodenbach und die Oberdreiser Straße
1945 entstand diese Aufnahme, die Rodenbach mit der Oberdreiser Straße zeigt. Im Vordergrund ist Emma Zimmermann geb. Brauer zu sehen, die mit ihrem Ochsengespann der Feldarbeit nachgeht. Ihr Mann Ewald ist zu dieser Zeit bereits in russischer Gefangenschaft. Die Verhältnisse in den Lagern Rußlands sind so hart, die Versorgung mit Lebensmitteln so schlecht, daß Ewald Zimmermann an Unterernährung und Hunger sterben wird.
Krippenspiel
Eine Krippenspiel-Aufführung vermutlich Ende der 1940er Jahre im Rodenbacher Schulhaus. In der ersten Reihe steht mit ihren dunklen Haaren Liselotte Marth aus Rodenbach (3.v.r.) Erkennen Sie weitere Personen auf dem Foto?
Rodenbacher Kirmes

Hier ein paar wunderbare Aufnahmen der „Rulemer Kermes“ aus den 1950er Jahren.

Die Rodenbacher Kirmes im Jahr 1953. Die Lebensfreude auf dem Bild springt sofort auf den Betrachter über. In der vorderen Reihe sind von links nach rechts zu sehen: Ilse Ramseger, Christel Kunz, Elli Blum, Hans-Werner Marth, Inge Kurz, Liselotte Marth und Luise Hering verh. Schmidt. Erkennen Sie weitere Personen auf dem Bild?
Hier der Rodenbacher Kirmes-Umzug im Jahr 1955. Vorne auf dem Traktor sitzen Karl Hering und seine Frau Emma eine geborene Schumacher.
Hier sieht man von rechts nach links auf dem Umzugswagen sitzen: Hannelore Zerres aus Udert, Lothar Zimmermann aus Rodenbach, Luise Hering verh. Schmidt aus Rodenbach, …, Anna Bahl, Leni Noll aus Rodenbach und Elfriede Schuhmann aus Ingelbach später verh. nach Rodenbach.

Roßbach

Um das Jahr 1910 dürfte diese alte Postkarte von Roßbach im Umlauf gewesen sein. Neben einer hübschen Ansicht des sogenannten Oberndorfes und einer Straßenansicht entdecken wird die Gastwirtschaft Zerres, vor der sich eine große Zahl an Schaulustigen für den Fotografen versammelt hat.
Meine Recherchen haben ergeben, daß die Gastwirtschaft um 1873 von dem früheren Bergmann Ludwig Brost und seiner Frau Anna Maria Eleonore geb. Müller gegründet wurde. Damals gab es neben der Gaststube einen Kramladen, in dem die Dorfbewohner Dinge des alltäglichen Bedarfs kaufen konnten. Die Wirtschaft wird Anlaufstelle für die zahlreichen Kumpels des nahegelegen Bergwerks gewesen sein. 1873 heiratete die 21jährige Tochter Luise den ebenfalls aus Roßbach kommenden Heinrich Zerres und die Gastwirtschaft wechselte den Namen.
Sehen Sie neben dem Wirtshaus den kleinen Anbau? Dort wurde 1894 die erste Poststelle von Roßbach eingerichtet, die ebenfalls das Ehepaar Zerres leitete.
Das Gasthaus erfreute sich so großer Beliebtheit, daß extra ein Saal für große Feste und Feierlichkeiten gebaut wurde. Kann mir ein gebürtiger Roßbacher sagen, wo sich dieser Festraum befand? Hat er die Jahrzehnte überdauert? Was wurde aus der Gaststätte und seinen Besitzern? Über Ihre Mithilfe würde ich mich sehr freuen! (Beitrag vom 9.06.2022)
Kirmes
Das halbe Dorf scheint bei dieser Kirmes in Roßbach für den Fotografen zusammengekommen zu sein. Wir befinden uns im Jahr 1925. Da die Blüten des Kastanienbaums vor der Gastwirtschaft Nies bereits welk sind, kann man vermuten, daß das Volksfest im Juni stattgefunden hat, möglicherweise zu Pfingsten oder einem der anderen kirchlichen Feiertage. Eine kleine Kapelle bestehend aus Schlagzeug, Geige und Cello sorgte für die musikalische Umrahmung und bot den Festgästen die Möglichkeit zum Tanzen.
Das Gasthaus Nies befindet sich auch heute noch in Familienbesitz. Schauen Sie sich einmal den kleinen Beitrag in der Sendung „Hierzuland“ vom SWR an. Neben seiner Arbeit im Gärtnereibetrieb schenkt Heinz-Günther Nies noch heute seinen Gästen in der Wirtsstube ein kühles Bier aus.
An alle gebürtigen Roßbacherinnen und Roßbacher geht die Frage, ob Sie jemanden von den Personen auf dem Bild identifizieren können. (Beitrag vom 10.06.2022)

https://www.ardmediathek.de/video/hierzuland/grubenstrasse-in-rossbach/swr-rp/Y3JpZDovL3N3ci5kZS8xMzc3Nzc5NA

Sensenbach

Ein verträumter Blick von einer Anhöhe bei Steimel auf die Ortschaft Sensenbach. Verschickt wurde diese Postkarte 1936.

Steimel

Hier eine ganz wunderbare Postkarte, die Hermann Hartstang aus Steimel am 24. Dezember 1906 an seine gute Bekannte Klara Jonas nach Raubach verschickte. Zu sehen sind die heutige Lindenallee mit den Gasthäusern der Familien Reusch, Klein und Neitzert, zudem ein Blick auf das benachbarte Sensenbach.
Metzger Hermann Levy
Was für ein kapitales Schwein auf diesem Foto zu sehen ist!! Anscheinend hat der Metzger Hermann Levy aus Steimel (links am Bildrand) nicht nur die jüdische Bevölkerung mit koscherem Rindfleisch und Geflügel versorgt, sondern auch seiner übrigen Kundschaft ein reiches Angebot an Fleisch- und Wurstwaren angeboten. Nach der erzwungenen Emigration der Familie nach Südamerika übernimmt die Familie Born Schlachterei und Geschäft.
Der Metzger Hermann Levy, seine aus Raubach stammende Frau Klara geb. Jonas und Kurt Levy, einer der gemeinsamen Söhne des Paares. Die Aufnahme entstand vermutlich um 1945 in ihren neuen Heimat Argentinien.

Urbach

Ein sommerlicher Gruß aus den Ferien wurde hier um 1930 verschickt. Zu sehen ist das Urbacher Freibad, das drei Jahre zuvor, am Donnerstag, den 7. Juli 1927, seine feierliche Einweihung begehen konnte. Der Turmverein Urbach hatte es Dank vieler fleißiger Helfer in nur 230 Arbeitstagen geschafft, sowohl das Schwimmbad als auch eine Turnhalle zu errichten. Bereits im ersten Jahr nach Eröffnung verzeichnete man 10.500 Badegäste.
Urbacher Schule
Bei dieser Postkarte, die um 1927 von Gerda Henn an eine Verwandte nach Dortmund geschickt wurde, brauche ich wieder Mal Ihre geschätzte Hilfe. Man sieht zwei Aufnahmen vom Urbacher Überdorf. Aber von welchem Standpunkt sind die beiden Fotografien aufgenommen? Stimmt es, daß die Schule im Jahr 1924 gebaut wurde? Und steht das Gebäude heute noch? Ich hoffe, ein gebürtiger Urbacher kann mir da weiter helfen!
Nachtrag: Vor einigen Tagen schrieb mich freundlicherweise Herr Böhm an, ein gebürtiger Urbacher, der mir bei der Standortsuche der alten Schule behilflich sein konnte. Das ehemalige Schulgebäude existiert noch und dient heute als Wohnhaus. Es befindet sich in der Straße „In den Höfen“ mit der Hausnummer 4. Der Fotograf hat sich also auf einem freien Feldstück positioniert, das auch heute noch unbebaut ist. Für seine zweite Einstellung wählt er wieder einen Ausschnitt der Straße „In den Höfen“, diesmal mit dem Postweg, den man am linken Bildrand erkennt. Der Pfad trägt im Urbacher Platt den wunderschönen Namen „Et Hillchen“. (Nachtrag vom 1.02.2022)

Werlenbach

Eine frühe kolorierte Postkarte, die vermutlich um das Jahr 1910 entstanden sein wird und Werlenbach zeigt, eines der Dörfer der Ortsgemeinde Dürrholz. Wo hat sich wohl der Fotograf mit seiner Kamera postiert und welche Häuser und Straßenzüge sind hier zu sehen? Vielleicht kann mir da ein Ortskundiger helfen!
Nachtrag

Nach einem langen und angeregten Gespräch mit dem Ehepaar Höfer aus Werlenbach, kann ich nun den verschiedenen Anwesen einen Namen zuordnen. Zudem wiesen mich die beiden auf wichtige Plätze und örtliche Gegebenheiten hin. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen nochmals herzlich für Ihre Mithilfe bedanken!


Zu sehen sind aus südwestlicher Richtung: 1 der hiesige Steinbruch. 2 das Backhaus von Werlenbach auf Platt auch „Backes“ genannt. 3 „Biems Haus“ Anwesen von Karl u. Mina Schneider. 4 „Falks Haus“ bzw. „Falks Eck“ Anwesen von Wilhelm Schneider u. Emma geb. Müller bzw. des Enkels Karl-Dieter Höfer u. seiner Frau Ruth. Der Name Falk findet sich bei Emmas Mutter Louise wieder, die eine geborene Falk war und in diesem Haus geboren wurde. 5 „Kammerschs Haus“ Anwesen des Schuhmachers Peter Kraus u. seiner Frau Elise geb. Schäfer. Die Tochter Martha heiratete den Kraftfahrer Eugen Holthausen. 6 „Hoadts Haus“ Anwesen von Christian Klein u. Hilda geb. Höfner. 7 „Selzersch Haus“ Anwesen von Hugo Karl Hartstang u. Elisabeth geb. Selzer. Hugo Karl wurde seit Kriegsende vermisst und später für tot erklärt. 8 „Hanchristens Haus“ Anwesen von dem Maurer Philipp Sommer u. Frieda geb. Schmidt. 9 Scheune der Fam. Haag/“Langs“. 10 „Löhrschs Haus“ Anwesen von dem Dürrholzer Bürgermeister Otto Löhr u. Lilli geb. Grupe. Davor müßte das Ehepaar Philipp Löhr u. Anna geb. Dausenau hier gelebt haben, da man auch „Dausenaus Haus“ sagt. Ob es wohl die Eltern von Otto sind? 11 „Langs Haus“, früher auch „Schuhmachers Haus“ Anwesen von Wilhelm Haag u. Margarethe/Gretchen geb. Schuhmacher. 12 „Heydorschs Haus“ Anwesen von Wilhelm Runkler u. Lydia geb. Oettgen. 13 „Simons Haus“ Anwesen von Karl Simon u. der aus Alberthofen stammenden Hedwig geb. Mahlert. 14 „Peterschs Haus“ Anwesen von Martha Schneider u. ihren drei Kindern Karl, Erwin u. Ursula. 15 „Baumanns Haus“ Anwesen von dem aus Muscheid kommenden Christian Baumann u. seiner aus Werlenbach stammenden Frau Erika geb. Müller. Christian hat sich wohl auch als Friseur betätigt. 16 „Bergauschs Haus“ Anwesen von Hans Bergau und seinem Sohn Fritz. Sie waren die letzten Landwirte des Ortes. 17 Stall der Bergaus. 18 „Pitterschs Haus“ Anwesen von Else Schäfer u. ihren Kindern Elvira u. Kurt, auch „Stroppel“ genannt. 19 „Ullrichs Haus“ Anwesen der Familie Kambeck bzw. von Otto Maurer u. Hilda geb. Hartstang. 20 „Fetthauers Haus“ Anwesen von Erich Fetthauer u. Hilda geb. Christ. Erich Fetthauer war bei der Papierfabrik Hedwigsthal angestellt. 21 „Schuttniks Haus“ Anwesen der unverheirateten Geschwister Hermann u. Paula Born. Das Haus wurde nach deren Tod abgerissen. Heute befindet sich dort die Dorfhütte und der Kinderspielplatz. 22 „Mahlerts Haus“ Anwesen des Bergmanns Peter Mahlert u. der Louise geb. Kölbach bzw. deren Tochter Anneliese verh. Rötzer. 23 „Kännels Wies“ mglw. kommt der Begriff „Kännels“ von der Kanne, da sich hier der Dorfbrunnen und Waschplatz befand. Sehen Sie die zur Bleiche ausgelegten Laken, die mit einer Gießkanne benetzt wurden? 24 „Löhrschs bzw. Schmidts Haus“ Anwesen von Karl Löhr u. Lina geb. Schmidt. Heute lebt die Tochter Christa verh. Jung in dem Gebäude. Karl Löhr ist im 2. Weltkrieg gefallen.

Zum Schluß seien drei Höfe genannt, die auf der Postkarte nicht zu sehen sind, die aber jedem Einwohner in der Ortschaft etwas sagen. Da ist das „Böhms Haus“ an der Steinstraße. Es befindet sich leider versteckt hinter dem Gebüsch an der linken Bildhälfte. Bewohnt wurde es von dem allseits geschätzten Peter Böhm u. seiner Frau Johanna geb. Theobald. Am rechten Bildrand ist leider nicht mehr das Lebensmittelgeschäft vom „Gärtens Kurt“, seiner Frau Inge und der Mutter Luise/Wiss zu sehen. Der Familienname war vermutlich Hartstang. Als letztes sei das Anwesen des „Kammerschs Philipp“ genannt, das sich auf der Gartenstraße befand und zwischen den vielen Häusern und Giebeln nicht mehr auszumachen ist. (Beitrag vom 24.01.2022)

Tier- und Märchenpark Westerburg

In meiner Kindheit besuchte unsere Familie mehrfach den Tier- und Märchenpark im rund 37 Kilometer entfernten Westerburg. Gegründet wurde die Anlage mit den nachgebildeten Märchenmotiven im Jahr 1964 von dem aus der Oberlausitz stammenden Spielzeughersteller Herbert Dohnalek und seiner damaligen Lebensgefährtin Elfriede Bischof. Dohnalek war 1949 mit seiner Spielzeugfirma Hedo von Lückendorf bei Zittau in den Westerwald gezogen. Bis zu seiner Schließung 1986 zog der Park jährlich bis zu 200.000 kleine und große Besucher in seinen Bann.
Hier einige Impressionnen vom Märchenpark in Westerburg aus den 1970er Jahren. Rechts unten sehen Sie den Eingangsbereich mit dem liebevoll gestalteten Kassenhäuschen. Neben den nachgebildeten Märchenszenen war eine Kleinbahn die Attraktion des Parks. An Tieren gab es diverse Vögel in Volieren bzw. Flamingos, die die Teiche bevölkerten, zudem durften die Kinder auf Ponys reiten.

Weyerbusch

Auch nach einer ausgiebigen Internet-Recherche bin ich bei dieser alten Ansichtskarte von Weyerbusch nicht wirklich weitergekommen. Welche Straßenzüge sind auf den beiden Aufnahmen aus den 1920er Jahren zu sehen? Vielleicht kann mir da ein Ortskundiger bzw. Geschichtsinteressierter des Dorfes weiterhelfen!
Die Karte selbst dürfte im Frühjahr 1923 verschickt worden sein. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in Deutschland bereits eine extreme Preissteigerung, eine sogenannte Hyperinflation. Der Schreiber der Zeilen war zu Besuch in Weyerbusch und mußte für die Verpflegung die exorbitante Summe von 45.000 Mark zahlen. (Beitrag vom 8.02.2022)

Woldert

Gasthof „Zur Linde“
Eine wunderschöne Aufnahme zeigt hier den Gasthof „Zur Linde“ in Woldert in den 1920er bzw. 1930 Jahren. Inhaber ist zu dieser Zeit der aus Dendert stammende Ferdinand Hoffmann, der durch seine Hochzeit mit der 1877 geborenen Wirtshaustochter Pauline Altgeld in den Betrieb eingeheiratet hat. Später übernimmt die Tochter Lydia und der Schwiegersohn und Bäckermeister Arthur Müller das Lokal.
Die Gastwirtschaft existiert nicht mehr, das Gebäude befindet sich aber noch heute an der Dierdorfer Straße und dient als Wohnhaus.
Vor Kurzem hatte ich das Glück, diese Postkarte Wolderts käuflich zu erwerben. Abgestempelt im Jahr 1938 zeigt sie neben dem oben bereits zu sehenden Gasthof „Zur Linde“ eine Teilansicht des Ortes. Doch welche alten Straßenzüge waren hier zu sehen? Ich hatte keine Ahnung.
Da kamen mir die Mitgliederinnen und Mitglieder der Facebook-Gruppe „Aktuelles aus, in und um Puderbach“ zur Hilfe. Mit vereinten Kräften konnten wir sowohl den Standort des Fotografen, er hatte sich westlich des Dorfes in der Nähe der heutigen Gartenstraße bzw. Steimeler Straße positioniert, als auch die Besitzer der einzelnen Höfe ausfindig machen. Danke nochmal an all die Ortskundigen!! (Beitrag vom 10. Januar 2022)
Hier eine leicht vergrößerte Aufnahme der Dorfansicht. Durchnummeriert die Häuser und Höfe nebst ihren Bewohnern: 1 das Lebensmittelgeschäft von Werner Henn, 2 der Hof von Frau Frieda Krämer, 3 das Haus der Handarbeitslehrerin Luise Bachenberg, 4 der Gasthof „Zur Linde“ der Familie Hoffmann bzw. Müller, 5 die Bäckerei des Simon Hommer, der zudem Landwirtschaft betrieb, 6 im Haus der Familie Hommer befand sich die Gemeinschaftswäscherei des Ortes und 7 das Anwesen der Familie Runkler. Besonders hinweisen möchte ich auf die alte Pappelweide, die schon damals den Ortskern zierte und ein Wahrzeichen des Dorfes war. Um 1870 wurde sie in der Nähe der alten Schule gepflanzt. Nach 140 Jahren mußte sie 2013 zum großen Bedauern der Dorfbewohner gefällt werden. Hinter dem Naturdenkmal lugt das frühere Schulgebäude Wolderts hervor.
Nachtrag: Ein weiteres Gebäude konnte zugeordnet werden. Zwischen der Nummer 6 und der 7 sieht man das Heim der Familie Hermes. (Beitrag vom 10. Januar 2022)

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