Ausflüge in die Umgegend

Leider weiß ich recht wenig über die Geschichte der umliegenden Ortschaften. Einige wenige Aufnahmen konnte ich bisher zusammentragen. Dies würde ich gerne mit Ihrer freundlichen Unterstützung ändern. Von einer gebürtigen Rodenbacherin stammen einige der weiter unten zu sehenden Aufnahmen.

Dierdorf

Eine wunderschöne Postkarte, die am 31. Juli 1905 geschrieben und verschickt wurde, zeigt die Sehenswürdigkeiten der Stadt Dierdorf um das Jahr 1900. Neben der herrlichen Totalansicht mit einer Dampflokomotive im Vordergrund sieht man oben links die Schloßruine der Fürsten zu Wied-Runkel, die auf Grund ihrer Baufälligkeit bereits 1902 gesprengt wurde und die der Kartenschreiber nicht gesehen haben kann. Ein Meilenstein für die ärztliche Versorgung der Region war die Gründung des Johanniter-Hospitals im Jahr 1886. Ein koloriertes Bild zeigt den alten Krankenhausbau sowie die gleichnamige Johanniterstraße mit ihren Häusern und Geschäften. Wo sich das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges befand, weiß ich leider nicht. Vielleicht kann mir da ein gebürtiger Dierdorfer helfen.
Eulenturm
Bei dieser Aufnahme, die den Eulenturm in Dierdorf zeigt und um 1905 entstanden sein wird, brauche ich Ihre tatkräftige Hilfe. Welche Straße ist hier im Vordergrund zu sehen? Ist es möglicherweise die Untertorstraße?
600 Jahrfeier Stadt Dierdorf
In der Woche vom 6. bis zum 15. Juli 1957 finden in Dierdorf die Festlichkeiten zur 600 Jahrfeier der Stadtrechtverleihung statt. Hier sieht man einen Abschnitt des Festumzugs, der sich gerade über die Neuwieder Straße bewegt.
Benutzt die Kraftpost
An dem Festumzug zur 600 Jahrfeier Stadt Dierdorf nehmen u.a. auch die Mitarbeiter der Deutschen Bundespost teil. Auf ihren Transparenten, die sie in die Kamera halten, werben sie für die unterschiedlichen Dienstleistungen des Unternehmens. Vom Postscheckkonto über das Postsparbuch bis hin zur Beförderung mit den Kraftpost-Bussen ist alles dabei.

Flammersfeld

Ein Blick auf Flammersfeld im Kreis Altenkirchen um das Jahr 1905. Die kleinere Aufnahme darunter zeigt die Gastwirtschaft und Metzgerei Kraus. Der Inhaber Gerhard Kraus kommt 1849 zur Welt und ist der Sohn des Bauern und Schuhmachers Maximilian Kraus und der aus Eichen stammenden Wilhelmine Christine geb. Heuberg. Besonders interessant ist das Schicksal seines älteren Bruders Karl. Er erblickt am 19. Februar 1847 das Licht der Welt. Der intelligente, feinfühlige und musisch begabte junge Mann übernimmt mit 20 Jahren die Zweitlehrerstelle an der Flammersfelder Volksschule neben dem Kirchspielsschulmeister Christian Ernst Strunk. Die körperlichen Züchtigungen Strunks, der seine Schüler gerne prophylaktisch vor dem Unterricht versohlte, müssen dem sensiblen Karl ein Graus gewesen sein. Nach der Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wandert er nach Chile in Südamerika aus, um dort an einer deutschen Schule als Musiklehrer sein Glück zu versuchen. Irgendwann bricht der Kontakt zur Familie im Westerwald ab. Erst durch die Nachforschungen seines Neffen Fritz Kraus erfährt die Familie, daß er geistig zerrüttet und finanziell ruiniert in der Stadt Talca gestorben ist.

Link:

https://argewe.lima-city.de/auswanderer/kraus_carl.htm

Freirachdorf

1918 wurde diese Ansichtskarte von Freirachdorf als Feldpost nach Oldenburg verschickt. Zu sehen ist neben einer Dorfpartie der Gasthof Faust, wo der Oberstgefreite, der die Karte seiner Frau zukommen ließ, wohl übernachtet hat. Die Gastwirtschaft existierte bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde damals von Johannes Heinrich Wagner und seiner Frau Anna Maria geb. Schmidt geführt. Durch die Hochzeit der Tochter Katharina mit dem in Steinen an der Westerwälder Seenplatte geborenen Johannes Peter Ludwig Faust änderte sich auch der Name des Wirtshaus. Vermutlich übernahm bereits 1888 der älteste Sohn Adolph den Betrieb, da der Vater am 24. April desselben Jahres mit gerade mal 47 Jahren verstarb.

Hemmelzen

Hemmelzen war über Jahrhunderte und Generationen hinweg die Heimat eines Teils meiner Vorfahren. Bis ins 18. Jahrhundert lassen sich in der kleinen Ortschaft die Wurzeln des Familienzweigs der Deneus nachverfolgen. Mein Ururgroßvater Heinrich wird hier am 26. Mai 1855 geboren, bevor es ihn 1878 durch seine Heirat ins nahegelegene Kraam verschlägt. Seine beiden Halbschwestern kommen hier ebenfalls zur Welt, wobei ich auf Emilie im nächsten Bild näher eingehen möchte.
Goldene Hochzeit
Um das Jahr 1950 feierte Emilie Ewert geb. Deneu, die Halbschwester meines Ururgroßvaters Heinrich, und ihr Mann Karl in Hemmelzen ihre goldene Hochzeit. Die Ewerts lebten mit ihren vier Söhnen Karl, Walter, Willi und Otto viele Jahrzehnte in Essen, bevor sie in den 1940er Jahren aus Furcht vor den alliierten Luftangriffen wieder in den Westerwald zogen. Durchnummeriert sind zu sehen: Das Jubelpaar Emilie Ewert geb. Deneu (1) und Karl Ewert (2), meine Großeltern Friedrich Kuhl (3) und Laura Kuhl geb. Deneu (4),mein Vater Hans Kuhl (5), Otto Ewert (6), Karl Ewert (7), dessen Sohn Klaus (8), Hertha Ewert, die Frau v. Otto E. (9), der später in Hamburg lebende Walter Ewert (10) und Willi Ewert, der die Bundesrepublik verlässt und in der DDR als Lehrer tätig ist (11). Meine Bitte geht an alle gebürtigen Hemmelzer und Hemmelzerinnen: erkennt jemand Personen auf dem Bild, die von dort stammen bzw. erkennt jemand das Gebäude, das im Hintergrund zu sehen ist?

Hilgert

Ein wunderbarer Blick auf einige Fachwerkhäuser von Hilgert. Die Postkarte wird um 1930 produziert worden sein. Kann mir ein Ortskundiger sagen, ob es die Gebäude noch gibt und welchen Familien sie gehörten? Und wo hat sich der Fotograf mit der Kamera positioniert?

Horhausen

Im Juli 1905 wurde diese Postkarte aus Horhausen im Westerwald nach Berlin verschickt. Sie zeigt den Gasthof „Zur Post“, dessen Inhaber damals Wilhelm Dasbach war. Ob er wohl mit einem der berühmtesten Söhne des Ortes in verwandschaftlichen Verhältnis stand? Ich meine den Priester, Publizisten und Politiker Georg Friedrich Dasbach, der am 9. Dezember 1846 als Sohn des Bäckers und Gastwirts (!) Ludwig Friedrich Dasbach und seiner Ehefrau Katharina Veronika geb. Gassen zur Welt kam. 1933 wurde das katholische Pfarrheim zu seinen Ehren in Kaplan-Dasbach-Heim umbenannt. Vielleicht weiß ein gebürtiger Horhausener Näheres über die familiären Zusammenhänge der beiden Dasbacher.

Link:

http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/georg-friedrich-dasbach/DE-2086/lido/57c6905dec8033.49782517

Mehren

Zu dem im Kreis Altenkirchen gelegenen Mehren und seinen umliegenden Ortschaften hat meine Familie eine besondere Verbindung. In Kraam wurde mein Urgroßvater Heinrich Deneu 1881 geboren und seine Schwester Wilhelmine heiratete in die aus Mehren stammende Familie Hottgenroth ein. Gerade Mehren ist mit seinen zahlreichen alten Fachwerkhäusern ein wirkliches Kleinod. Bereits zwei Mal, 1983 und 1989, gewann das Dorf die Silbermedaille bei dem bundesweitem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Mündersbach

Im Jahr 1916 wurde diese Postkarte von Mündersbach als Feldpost verschickt. Unten rechts meint man die Kirche des Ortes zu sehen, doch der erste Eindruck täuscht. Es handelt sich um das Schulgebäude des Dorfes, das im Jahr 1902 in Betrieb genommen wurde. Bis 1973 fand hier in zwei Klassenräumen der Unterricht für die Kinder der Gegend statt. Danach erst wurde der Bau mit dem Glockenturm zur Kirche umfunktioniert. Auf dem Bild links oben sieht man den Gasthof „Zur Post“ der Familie Altgeld. Weiß ein gebürtiger Mündersbacher, wie lange die Gaststätte existierte? Und welche Straßenzüge sieht man auf den zwei verbleibenden Aufnahmen?

Niederwambach

Um 1906 wurde diese Postkarte von Niederwambach nach Puderbach verschickt. Eine wunderbarer Blick auf den Ort mit dem Ratzerter Weg. Wo befand sich die Gastwirtschaft der Familie Reusch und steht sie im Zusammenhang mit dem Gasthof der gleichnamigen Familie in Steimel?
Diese Karte wurde 1910 abgestempelt und zeigt einen Blick auf Niederwambach aus südwestlicher Richtung. Welche Straße ist dort im Vordergrund zu sehen? Handelt es sich um die heutige Mühlenstraße? Unten wieder die Gastwirtschaft der Familie Reusch.

Oberdreis

Eine Postkarte von Oberdreis mit Blick Richtung Dorfkirche vermutlich aus den 1920er Jahren. Doch wo hat sich der Fotograf positioniert und seine Aufnahme gemacht? Und wem gehörte das Fachwerkgebäude im Vordergrund?
Oberdreiser Kirche
Ein Blick ins Innere der Oberdreiser Kirche um das Jahr 1930. Die erste urkundliche Erwähnung des Kirchenbaus geht auf das Jahr 1253 zurück. Nachdem 1763 der Kirchturm einstürzte, wurde das Gebäude zwischen 1792 bis 1795 fast vollständig im spätbarocken Stil neu errichtet.

Oberwambach

Das Fotoatelier Carl Käppele aus Altenkirchen produzierte in den 1950er Jahren diese Postkarte von Oberwambach.

Raubach

Eine Postkarte mit einem wunderbaren Blick auf Raubach um 1930. Mir scheint es, daß die Ansicht von einer Anhöhe Richtung Elgert gemacht wurde. Rechts erkennt man die alte romanische Kirche und links daneben das 1901 errichtete Schulgebäude. Bei der Gaststätte Frantzmann bin ich mir nicht sicher, ob sie sich damals wie heute an der Schefferstraße Ecker Elgerter Straße befand. Vielleicht kann mir da ein alteingessener Raubacher helfen!
Max und Julius Jonas
Das Niederwald-Denkmal bei Bingen muß in den 1920er und 30er Jahren ein sehr beliebtes Ausflugsziel gewesen sein. Diese Fotografie dürfte um 1925 entstanden sein und zeigt rechts die Geschwister Max (sitzend) und Julius Jonas (stehend) aus Raubach. Beide haben mit anderen Fußballbegeisterten 1921 den Sportverein Grün-Weiß gegründet. Die Eltern der beiden sind der 1850 in Raubach geborene Wilhelm Jonas und seine aus Roßbach stammende Frau Johanna geborene Moses. Weitere Geschwister sind Hermann (im 1. Weltkrieg gefallen), Klara, die den Metzger Hermann Levy aus Steimel geheiratet hat (siehe auch die Fotografie unter Steimel) und Samuel Jonas. Max, Julius und der Schwester Klara gelingt die Flucht nach Argentinien, der Bruder Samuel und die Mutter Johanna werden von den Nazis umgebracht. Die anderen Personen sind von links: stehend Betti Tobias verh. Kahn, vor ihr sitzend der Bruder Leo Tobias, rechts neben Betti Arthur Aron, vor Arthur sitzend seine Cousine Ruth Aron verh. Tobias und rechts neben ihr stehend die Schwester Martha Aron verh. Wolff. Sie alle stammen aus Puderbach.

Link:

https://svraubach.de/index.php/verein/6-ueber-uns

Der Vater Wilhelm Jonas
Am 15. November 1928 erscheint in der illustrierten Beilage „Aus alter und neuer Zeit“ des Hamburger Israelitischen Familienblatts ein Artikel über den zu diesem Zeitpunkt bereits 78 Jahre alten Wilhelm Jonas aus Raubach. Der Redakteur schreibt: „Trotz seines hohen Alters ist der rüstige Mann noch heute praktisch in der Landwirtschaft tätig und mäht u.a. ununterbrochen halbe und sogar ganze Tage. Daß Herr Jonas bei aller Schollenverbundeheit auch ein begeisterter Jude ist, beweist die Tatsache, daß er über 60 Jahre lang in den Nachbargemeinden Urbach und Puderbach ehrenamtlich als Vorbeter gewirkt hat.“

Aus der Raubacher Hütte wird die Papierfabrik Hedwigsthal

Die Familie Freudenberg als Hüttenbesitzer

Über Generationen befindet sich die sogenannte Raubacher Hütte, ein Eisenwerk zur Herstellung von Roheisen, im Besitz der Familie Freudenberg. Bereits im 18. Jahrhundert wird der Gräfliche Kammerrath zu Dierdorf Johann Philipp Freudenberg und seine aus einer Unternehmerfamilie stammende Frau Sophia Fredericka Remy in den Urkunden als Eigentümer des Werks erwähnt. Ihm folgt ein weiterer Johann Philipp, geboren 1768 und angestellt als Fürstlich Wiedischer Hofkammerrath zu Neuwied. Und auch die nächste Generation wird im Jahr 1803 auf den Namen des Vorfahren Johann Philipp getauft. Dieser Freudenberg lebt mit seiner Frau Caroline und den 5 gemeinsamen Kindern in einem geräumigen Haus auf dem Werksgelände. Im Jahr 1873 muß die Raubacher Hütte veräußert werden, da alle Nachfahren andere Wege einschlagen und keiner die Leitung des Werks übernehmen will. Der 1838 geborene Wilhelm wird ein renommierter Dirigent und Komponist und der 1843 geborene Johann Philipp wird Überseekaufmann. Am bekanntesten wird aber die 1858 in Raubach geborene Ika Freudenberg werden. Sie macht sich als führende Frauenrechtlerin in Deutschland einen Namen, gründet den Verein für Fraueninteressen und ist Vorstandsmitglied des Bunds deutscher Frauenvereine.

Die erste Papierfabrik Hedwigsthal

Die Gebrüder Carl und Hermann Milchsack haben das Hüttengelände 1873 von den Freudenbergs käuflich erworben. Die Geschwister wollen auf dem Areal des Eisenwerks eine Papierfabrik errichten. Am 30. Juni 1874 ist es dann soweit. Wo früher die Anlage zur Erzeugung von Roheisen stand, werden nun in den neuerrichteten Fabrikgebäuden Papierrollen für Telegraphenapparate, Diagrammpapier für die unterschiedlichsten Aufzeichnungsgeräte, sowie Papier für die Herstellung von Gewehrpatronen hergestellt. Das Unternehmen erhält den wohlklingenden Namen „Hedwigsthal“ nach dem Vornamen der Verlobten von Hermann Milchsack. Zunächst scheint das Geschäft erfolgreich zu laufen. Die Milchsacks erhalten bei der Internationalen Elektrizitätsaustellung in Paris 1881 eine Auszeichnung. Auch an mangelnden Kunden kann es nicht gefehlt haben. Sie liefern Ihre Produkte an Staatstelegrafen u. Eisenbahnverwaltungen sowohl im In- als auch im Ausland. Doch bereits 1881 kommt es zum Zerwürfnis zwischen den Brüdern und die beiden Geschäftsmänner trennen sich. 1882 wird der Betrieb eingestellt, da die Firma bankrott und nicht mehr zahlungsfähig ist.

Wechselnde Inhaber

Danach bricht eine unstete Zeit für das Firmengelände der Papierfabrik an. Zunächst kauft ein Verwandter der Familie Freudenberg, der aus Bendorf kommende Wilhelm Remy, das Areal. Er übergibt das Unternehmen an die Firma Jagenberg & Söhne aus Altenkirchen, die Backpapier und andere Papierarten herstellt. Doch bereits 1891 wird der Betrieb wieder geschlossen. Der nächste Besitzer ist ein Hermann Heß aus Gießen, dessen Geschäftsidee unklar bleibt. Er entfernt sämtliche papierproduzierenden Maschinen und Gerätschaften aus den Hallen. 1909 trifft man auf Albert Bäßler aus Gevelsberg, der wieder in die Eisenverarbeitung einsteigen will. 1916 kauft dann der Unternehmer Johann Lohmann aus Fahr am Rhein das Fabrikgelände und produziert in den Werkshallen Zellstoffwatte. 1923 folgt die Weltwirtschaftskrise und der Zusammenbruch der Märkte. Hedwigsthal wird stillgelegt. 1924 steht das Gelände wieder einmal zum Verkauf.

Eine graphische Zeichnung des Firmengeländes der Papierfabrik Hedwigsthal aus den beginnenden 1960er Jahren. 1927 hatte der Papierfabrikant Adolf Halstrick die leerstehenden Hallen und Produktionsstätten übernommen und in ein floriendes Unternehmen verwandelt.
Übernahme durch die Papierfabrik Halstrick

Am 17. Dezember 1927 übernimmt Johannes Scheffer-Hoppendörfer die Leitung des leer stehenden Firmengeländes. Er ist Miteigentümer des erfolgreichen papierproduzierenden Unternehmens Halstrick in Stotzheim. 1903 hatte Adolf Halstrick die Fabrik in Efferen bei Köln eröffnet. 1929 wird der Sohn des Firmengründers Dr. Adolf Halstrick die Leitung von seinem Onkel übernehmen und das Werk in Raubach bis 1952 sicher und erfolgreich durch die Jahre führen, auch wenn in den Kriegsjahren durch einen Brand Teile der Anlage ein Raub der Flammen werden. 1953 folgt für sechs Jahre Dr. Walter Halstrick in der Firmenleitung, bevor 1959 Dr. Rudolf Halstrick und Karl Theodor Boden die Geschäfte bis ins Jahr 1998 weiterführen. Seit 1998 ist die Anlage Teil des finnischen Konzerns Metsä Tissue. Das Unternehmen ist mit seinem Produkt „Saga“ der weltweit größte Hersteller von Backpapier.

Links:

Gemälde von Januarius Zick aus dem Jahr 1776 u.a. mit Johann Philipp Freudenberg und seiner Frau Sophia Fredericka Remy

https://rlp.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=29973&navlang=de

Der Komponist und Dirigent Wilhelm Freudenberg

http://mmm2.mugemir.de/doku.php?id=freudenberg

Der Überseekaufmann Johann Philipp Freudenberg

https://www.deutsche-biographie.de/sfz17089.html

Die Frauenrechtlerin Ika Freudenberg

https://de.wikipedia.org/wiki/Ika_Freudenberg

Geschichte der Papierfabrik Halstrick

http://www.wisoveg.de/euskirchen/hkalender/63fasana.html

Reichenstein

Die drei Bilder auf dieser Postkarte stammen von dem Kölner Fotografen Agust Sander. Zum einen eine wunderbare Aufnahme der baumbestandenen Landstraße in Richtung Puderbach, oben rechts ein Blick auf Reichenstein und Burgruine aus südwestlicher Richtung. Wissen Sie, wo sich das Ruheplätzchen „Wilhelmshöhe“ befand?
Eien weitere Aufnahme des berühmten Fotografen August Sanders, die vermutlich um 1930 entstanden sein wird. Man sieht auf ihrem Hügel thronend die Burgruine Reichenstein. Zu ihrer Linken liegt die Ortschaft, die ebenfalls den Namen der früheren Burgherren zu Reichenstein trägt. Die Silhouette des verfallenen Baus fanden 1971 Eingang in das Puderbacher Wappen.

Rodenbach

Eine alte Postkarte wahrscheinlich um 1900 entstanden. Nach Rücksprache mit dem früheren Bürgermeister des Ortes Herrn Zimmermann, der ein exzellenter Kenner der Rodenbacher Geschichte ist, kann man annehmen, daß es sich bei dem Haus um das der Familie Nöllgen handelt, indem sich früher die Gaststätte des Andreas Born befand. Es liegt an der Ecke Bismarckstraße/Zum Weiher und steht in veränderter Form noch heute dort.
Gaststätte des Andreas Born in Rodenbach
Hier sehen sie eine sehr frühe Aufnahme des Gasthofs Born. Von den Personen, die sich vor dem Anwesen aufgestellt haben, sind nur zwei eindeutig zuzuordnen und namentlich zu benennen. Vor dem Zaun sitzend (4. P.v.l.) sehen sie den Bruder des Gastwirts, den langjährigen Ortsvorsteher Wilhelm Born. Links neben ihm im schwarzen Kleid steht seine Frau Luise eine geborene Schumann. Man kann mutmaßen, daß das Ehepaar hinter dem Zaun den stolzen Gasthofbetreiber Andreas Born mit seiner Ehefrau Maria Sophia Luise geborene Klauer zeigt. Vergleichen Sie es einmal mit den Personen auf der Postkarte oben.
Die Familie Tobias aus Rodenbach
Das Ehepaar Gustav und Selma Tobias aus Rodenbach.

An dieser Stelle sei an die jüdische Familie Tobias aus Rodenbach erinnert. Gustav Tobias wird am 20. Mai 1873 im nahegelegenen Oberdreis geboren. Seine 15 Jahre jüngere Ehefrau Selma kommt in Steimel zur Welt und ist eine Schwester des dortigen Metzgers Hermann Levy. Das Ehepaar hat vier Töchter, von denen drei rechtzeitig in die USA emigrieren können. Nach den erschütternden Erlebnissen der Pogromnacht am 10. November 1938 verzieht das Ehepaar zusammen mit der ältesten Tochter Ortense nach Köln. Dort leben Sie bis zu ihrer Deportation in der Weidengasse Nr. 63/65. Am frühen Morgen des 7. Dezember 1941 werden Gustav, Selma, Ortense und ihr Ehemann Moritz Aron mit 973 weiteren jüdischen Bewohnern Kölns in das Ghetto Riga in Lettland deportiert. Unter welchen Umständen die vier ums Leben kommen, konnte nie geklärt werden.

Links:

Geschichte der Familie Tobias

Deportationsliste vom 7. Dezember 1941 von Köln nach Riga

http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411207_1.jpg

http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411207_45.jpg

Ghetto Riga

https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Riga

Kindergarten Rodenbach
Dieses Bild einer Kindergartengruppe aus Rodenbach entstand zu Beginn der 1940er Jahre. Die Kindergärten der damaligen Zeit wurden von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, kurz NSV, betrieben. Die Kindergärtnerin ist Erna Müller geb. Fuchs und die Kinder sind von links nach rechts: Luise Hering, vorne Erika Wagner, dahinter Hannelore Noll, Manfred Hachenberg, vorne Waltraud Marth, dahinter Inge Hoffmann, Gerhard Hachenberg, vorne Marlene Wagner, dahinter Christel Höller, Liselotte Marth, mit Pudelmütze Waldemar Marth, dahinter Ernst-August Schneider, vorne Inge Kunz, dahinter Luise Schumann, Reinhold Klum, vorne Lothar Zimmermann und hinten Ursula Wagner.
Schulklasse Rodenbach
Um 1940 entstand dieses Foto mit Kindern der Rodenbacher Schule und dem damaligen Lehrer August Schöneberg. Das Schulwesen in Rodenbach kann auf eine 180 Jahre währende Geschichte zurückschauen. Bereits 1799 fand der erste Unterricht im Ort statt. Vorher mußten die Kinder zum Schulunterricht nach Niederwambach laufen. 1828 taten sich die Dörfer Rodenbach, Udert und Neitzert zusammen und bauten eine Gemeindeschule, die 1921 auf Grund der großen Zahl an schulpflichtigen Kinder neugebaut wurde. Ab 1969 mußten alle Kinder der Verbandsgemeinde an die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule nach Puderbach wechseln. Bei der Aufzählung der Schüler und Schülerinnen steht das R für Rodenbach, das U für Udert und das N für Neitzert. Durchnummeriert sind zu sehen: 1 Käthe Reusch R, 2 Helmut Henn U, 3 Hans-Werner Marth R, 4 Melitta verh. Kölbach N, 5 Luise Becker N, 6 Elfriede Becker N, 7 Helene Ströder N, 8 Lieselotte Zimmermann R, 9 Rudi Wagner R, 10 Rudi Marth R, 11 Günther Schuhmacher R, 12 Erich Hoffmann R, 13 Kurt Marth R, 14 Alfred Brinkmann R, 15 Else Kechel R, 16 Irene Schmidt N, 17 Helma Ramseger N, 18 Elisabeth Wagner R, 19 Luise Wagner R, 20 Ingeborg Schneider N, 21 Ilse Ramseger R, 22 Adelheid Marth R, 23 Lehrer August Schöneberg, 24 Elli Blum R, 25 Walter Klein U, 26 Heinz Marth R, 27 Gretchen Flick U, 28 … Flick U, 29 Günther Marth R, 30 Helmut Marth R, 31 Willi Blum N und 32 Ernst Marth R.
Blick auf Rodenbach und die Oberdreiser Straße
1945 entstand diese Aufnahme, die Rodenbach mit der Oberdreiser Straße zeigt. Im Vordergrund ist Emma Zimmermann geb. Brauer zu sehen, die mit ihrem Ochsengespann der Feldarbeit nachgeht. Ihr Mann Ewald ist zu dieser Zeit bereits in russischer Gefangenschaft. Die Verhältnisse in den Lagern Rußlands sind so hart, die Versorgung mit Lebensmitteln so schlecht, daß Ewald Zimmermann an Unterernährung und Hunger sterben wird.
Krippenspiel
Eine Krippenspiel-Aufführung vermutlich Ende der 1940er Jahre im Rodenbacher Schulhaus. In der ersten Reihe steht mit ihren dunklen Haaren Liselotte Marth aus Rodenbach (3.v.r.) Erkennen Sie weitere Personen auf dem Foto?
Rodenbacher Kirmes

Hier ein paar wunderbare Aufnahmen der „Rulemer Kermes“ aus den 1950er Jahren.

Die Rodenbacher Kirmes im Jahr 1953. Die Lebensfreude auf dem Bild springt sofort auf den Betrachter über. In der vorderen Reihe sind von links nach rechts zu sehen: Ilse Ramseger, Christel Kunz, Elli Blum, Hans-Werner Marth, Inge Kurz, Liselotte Marth und Luise Hering verh. Schmidt. Erkennen Sie weitere Personen auf dem Bild?
Hier der Rodenbacher Kirmes-Umzug im Jahr 1955. Vorne auf dem Traktor sitzen Karl Hering und seine Frau Emma eine geborene Schumacher.
Hier sieht man von rechts nach links auf dem Umzugswagen sitzen: Hannelore Zerres aus Udert, Lothar Zimmermann aus Rodenbach, Luise Hering verh. Schmidt aus Rodenbach, …, Anna Bahl, Leni Noll aus Rodenbach und Elfriede Schuhmann aus Ingelbach später verh. nach Rodenbach.

Sensenbach

Ein verträumter Blick von einer Anhöhe bei Steimel auf die Ortschaft Sensenbach. Verschickt wurde diese Postkarte 1936.

Steimel

Hier eine ganz wunderbare Postkarte, die Hermann Hartstang aus Steimel am 24. Dezember 1906 an seine gute Bekannte Klara Jonas nach Raubach verschickte. Zu sehen sind die heutige Lindenallee mit den Gasthäusern der Familien Reusch, Klein und Neitzert, zudem ein Blick auf das benachbarte Sensenbach.
Metzger Hermann Levy
Was für ein kapitales Schwein auf diesem Foto zu sehen ist!! Anscheinend hat der Metzger Hermann Levy aus Steimel (links am Bildrand) nicht nur die jüdische Bevölkerung mit koscherem Rindfleisch und Geflügel versorgt, sondern auch seiner übrigen Kundschaft ein reiches Angebot an Fleisch- und Wurstwaren angeboten. Nach der erzwungenen Emigration der Familie nach Südamerika übernimmt die Familie Born Schlachterei und Geschäft.
Der Metzger Hermann Levy, seine aus Raubach stammende Frau Klara geb. Jonas und Kurt Levy, einer der gemeinsamen Söhne des Paares. Die Aufnahme entstand vermutlich um 1945 in ihren neuen Heimat Argentinien.

Urbach

Ein sommerlicher Gruß aus den Ferien wurde hier um 1930 verschickt. Zu sehen ist das Freibad Urbach. An anderer Stelle hatte ich mich bereits gefragt, wann das Bad entstanden sein könnte. So wie es aussieht, hat man Ende der 1920er Jahre mit dem Bau begonnen. Oder ist es noch älter?
Urbacher Schule
Bei dieser Postkarte, die um 1927 von Gerda Henn an eine Verwandte nach Dortmund geschickt wurde, brauche ich wieder Mal Ihre geschätzte Hilfe. Man sieht zwei Aufnahmen vom Urbacher Überdorf. Aber von welchem Standpunkt sind die beiden Fotografien aufgenommen? Stimmt es, daß die Schule im Jahr 1924 gebaut wurde? Und steht das Gebäude heute noch? Ich hoffe, ein gebürtiger Urbacher kann mir da weiter helfen!

Werlenbach

Eine frühe kolorierte Postkarte, die vermutlich um das Jahr 1910 entstanden sein wird und Werlenbach zeigt, eines der Dörfer der Ortsgemeinde Dürrholz. Wo hat sich wohl der Fotograf mit seiner Kamera postiert und welche Häuser und Straßenzüge sind hier zu sehen? Vielleicht kann mir da ein Ortskundiger helfen!

Tier- und Märchenpark Westerburg

In meiner Kindheit besuchte unsere Familie mehrfach den Tier- und Märchenpark im rund 37 Kilometer entfernten Westerburg. Gegründet wurde die Anlage mit den nachgebildeten Märchenmotiven im Jahr 1964 von dem aus der Oberlausitz stammenden Spielzeughersteller Herbert Dohnalek und seiner damaligen Lebensgefährtin Elfriede Bischof. Dohnalek war 1949 mit seiner Spielzeugfirma Hedo von Lückendorf bei Zittau in den Westerwald gezogen. Bis zu seiner Schließung 1986 zog der Park jährlich bis zu 200.000 kleine und große Besucher in seinen Bann.
Hier einige Impressionnen vom Märchenpark in Westerburg aus den 1970er Jahren. Rechts unten sehen Sie den Eingangsbereich mit dem liebevoll gestalteten Kassenhäuschen. Neben den nachgebildeten Märchenszenen war eine Kleinbahn die Attraktion des Parks. An Tieren gab es diverse Vögel in Volieren bzw. Flamingos, die die Teiche bevölkerten, zudem durften die Kinder auf Ponys reiten.

Woldert

Eine wunderschöne Aufnahme zeigt hier den Gasthof „Zur Linde“ in Woldert um das Jahr 1925. Inhaber ist zu dieser Zeit der aus Dendert stammende Ferdinand Hoffmann, der durch seine Hochzeit mit der 1877 geborenen Wirtshaustochter Pauline Altgeld in den Betrieb eingeheiratet hat. Später übernimmt die Tochter Lydia und der Schwiegersohn und Bäckermeister Arthur Müller das Lokal.