Ausflüge in die Umgegend

Inhaltsverzeichnis

Urbach

Schulklasse mit Lehrer Räder

Ein Aufnahme aus alten Zeiten. Die Schiefertafel, die zwei der Jungen in den Händen halten, verrät uns, daß wir uns im Jahr 1908 befinden und das es sich um eine Urbacher Schulklasse handelt. Doch unter den 43 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 1897 bis 1899 befinden sich auch die Harschbacher Kinder, die allmorgendlich ihren Fußweg in die Nachbarortschaft antraten.Bei einem der beiden Schullehrer, dem Herrn mit Strohut und Vollbart, handelt es sich um den aus Dierdorf stammenden Christian Heinrich Räder, der von 1893 bis 1921 die Erstlehrerstelle inne hatte und zusätzlich als Organist und Küster tätig war.
Dank der tatkräftigen Hilfe von Frau Klaes-Huppertz kennen wir zumindest die Namen der Harschbacher Schülerinnen und Schüler. Es handelt sich dabei um: vorderste Reihe 4.v.l. Karl Kolb, 5.v.l. mit der Schiefertafel Albert Hoffmann, 8.v.l. Karl Klaes und in der 3. Reihe ganz rechts Frieda Kalbitzer verh. Reusch. Liebe Urbacherinnen und Urbacher, können Sie uns helfen, die Namen der anderen Kinder herauszufinden? Und wer war der Zweitlehrer, der hier mit Melone zu sehen ist? Über Ihre Mithilfe würde ich mich sehr freuen. (Beitrag vom 6.06.2024)
Nachtrag: Bei dem Herrn mit Melone dürfte es sich um Zweitlehrer Strempler handeln, der von 1906 bis 1916 an der Urbacher Schule angestellt war.

 

Gastwirtschaft Kaulbach

Vor einigen Wochen konnte ich diese alte Postkarte aus dem Jahr 1907 mit zwei Ansichten des Urbacher Überdorfs käuflich erwerben. Leider sagte mir weder der hier zu sehende Gasthof Kaulbach etwas, noch konnte ich sagen, welcher Straßenzug zu sehen war. Da kam mir wieder einmal Herr Böhm zu Hilfe, der mir schon bei der unten zu sehenden Ansichtkarte aus den 1920er Jahren behilflich war.
Bei dem Straßenzug handelt es sich um den Postweg, von den Einheimischen auch „Et Hillchen“ genannt. Diese Straße war viele Jahrzehnte die eigentliche Verbindung zwischen den beiden Dorfhälften. Erst mit dem Ausbau der Puderbacher Straße verlor der Weg seine frühere Bedeutung.
Bei der Gastwirtschaft Kaulbach wurde die Recherche schwieriger. Die Großmutter von Herrn Böhm war sich sicher, daß es sich um das Wirtshaus der „Selzersch“ an der Puderbacher Straße gehandelt haben muß. Doch wie kam er in ihren Besitz und wer waren die Kaulbachs?
An dieser Stelle möchte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf das Online-Archiv „Archion“ aufmerksam machen. Es bietet interessierten Familienforschern die Möglichkeit, Einblick in digitalisierte Kirchenbücher zu nehmen. Auch die Kirchengemeinde Urbach ist hier in Teilen hinterlegt.
Bei dem Gründer der Gastwirtschaft handelt es sich um den 1813 in Dierdorf geborenen Christian Kaulbach, der 1845 die aus Heddesdorf stammende Johannette Wilhelmine Wiegershausen geheiratet hatte. Das Ehepaar zieht nach ihrer Hochzeit ins Urbacher Überdorf. Hier ist Christian Kaulbach zunächst als Bäckermeister tätig. Um 1870 eröffnet er die Gaststube, wobei der Verkauf der Backwaren weiterhin ein wichtige Einnahmequelle und sein zweites Standbein ist. Nach seinem Tod am 8. Mai 1882 übernimmt sein Sohn Karl Wilhelm Kaulbach den Betrieb. (Beitrag vom 13.09.2022)

Aus dem Wirtshaus Kaulbach wird die Gaststätte Selzer

Am 2. Juni 1924 verstirbt Karl Wilhelm Kaulbach im Alter von 71 Jahren. Bei Ludwig Selzer (auch Sälzer geschrieben), dem späteren Besitzer der Gastwirtschaft, dürfte es sich um den am 18. Februar 1888 in Harschbach geborenen Sohn des Ackerers Wilhelm Sälzer handeln. Durch die Heirat mit einer der Kaulbach-Töchter findet er vermutlich Eingang in die Familie. Neben der gut gehenden Gaststube führen die „Selzersch“ einen kleinen Kramladen.
Kann mir ein gebürtiger Urbacher sagen, wie lange die Gastwirtschaft Selzer existierte? Das Gebäude selbst steht noch heute in veränderter Form an der Puderbacher Straße.Die Dorfansicht zeigt das Urbacher Überdorf. Am linken Bildrand deutlich zu erkennen das 1924 erbaute Schulhaus.
Nachtrag: Frau Sepe und ihre Mutter, beide gebürtige Urbacherinnen, hatten sich vor einigen Tagen die Bilder im Blog angeschaut. Frau Rosenberg erinnerte sich, daß Karl Wilhelm Kaulbach den Hof an das Ehepaar Ludwig und Anna Selzer verkaufte. Die beiden Kinder der „Selzersch“, Wilhelm und Johanna, betrieben bis in die 1970er Jahre Gasthof und Tante-Emma-Laden weiter. (Ergänzung vom 17.09.2025)

Urbacher Freibad

Ein sommerlicher Gruß aus den Ferien wurde hier um 1930 verschickt. Zu sehen ist das Urbacher Freibad, das drei Jahre zuvor, am Donnerstag, den 7. Juli 1927, seine feierliche Einweihung begehen konnte. Der Turmverein Urbach hatte es Dank vieler fleißiger Helfer in nur 230 Arbeitstagen geschafft, sowohl das Schwimmbad als auch eine Turnhalle zu errichten. Bereits im ersten Jahr nach Eröffnung verzeichnete man 10.500 Badegäste.

Urbacher Schule

Bei dieser Postkarte, die um 1927 von Gerda Henn an eine Verwandte nach Dortmund geschickt wurde, brauche ich wieder Mal Ihre geschätzte Hilfe. Man sieht zwei Aufnahmen vom Urbacher Überdorf. Aber von welchem Standpunkt sind die beiden Fotografien aufgenommen? Stimmt es, daß die Schule im Jahr 1924 gebaut wurde? Und steht das Gebäude heute noch? Ich hoffe, ein gebürtiger Urbacher kann mir da weiter helfen!
Nachtrag: Vor einigen Tagen schrieb mich freundlicherweise Herr Böhm an, ein gebürtiger Urbacher, der mir bei der Standortsuche der alten Schule behilflich sein konnte. Das ehemalige Schulgebäude existiert noch und dient heute als Wohnhaus. Es befindet sich in der Straße „In den Höfen“ mit der Hausnummer 4. Der Fotograf hat sich also auf einem freien Feldstück positioniert, das auch heute noch unbebaut ist. Für seine zweite Einstellung wählt er wieder einen Ausschnitt der Straße „In den Höfen“, diesmal mit dem Postweg, den man am linken Bildrand erkennt. Der Pfad trägt im Urbacher Platt den wunderschönen Namen „Et Hillchen“. (Nachtrag vom 1.02.2022)

Der Landwirt und Kutscher Wilhelm Müller

Zunächst möchte ich mich bei Herrn Blum bedanken, der so freundlich war, mir diese Aufnahme zur Verfügung zu stellen. Zu sehen ist, auf seinem Kutschbock sitzend, sein Großvater Wilhelm Müller. 1887 in Niederdreis geboren, hatte er 1911 die aus Urbach kommende Ida Töbel geheiratet. Das Paar erwarb um 1916 den Bauernhof der Familie Schuh in der Gartenstraße. Auch deren Rufname „Schoos“ ging auf die Familie Müller über.
Das Kutscherhandwerk hatte Wilhelm von seinem 1845 geborenen Vater Peter Müller erlernt. Neben dem hier zu sehenden Kutschwagen, ich vermute es handelt sich um eine zweisitzige Droschke, besaß die Familie noch einen Pferdeschlitten für den Winter. Zudem lenkte der „Schoos Wilhelm“ zu Beerdigungen den Leichenwagen von Urbach. Sein Enkel erinnerte sich desweiteren daran, daß er viele Jahre frühmorgens die Milchkannen der Urbacher Landwirte auf einen Pritschenwagen lud und in die Raubacher Molkerei transportierte.
Wer die frischgetrauten Eheleute auf der vorliegenden Aufnahme waren, konnte sich Herr Blum nicht erinnern, nur, daß die Fotografie 1950 in Harschbach entstanden war. Da kam mir Frau Hoffmann zur Hilfe, die Braut und Bräutigam sofort erkannte. Bei dem Paar handelt es sich um den im Schwarzwald geborenen Wilhelm Kesch und um Adele Töbel, eine gebürtige Urbacherin und Verwandte von Wilhelm Müllers Ehefrau Ida. Um an den glücklichen Moment zu erinnern, fuhren die frischgetrauten Eheleute zu dem Fotografen Walter Hoffmann nach Harschbach, sein Haus ist im Hintergrund zu erkennen, und ließen sich ablichten. (Beitrag vom 22.04.2024)

Gastwirtschaft Dills

Da scheint der Firma, die die Postkarte in Druck gegeben hat, wohl ein Fehler unterlaufen zu sein. Natürlich schreibt man den Namen der Gastwirtfamilie Dills nicht mit „z“ sondern mit „s“.
Gegründet wurde der Gasthof nebst einer Bäckerei um 1890 von dem aus Linkenbach stammenden Herbert Dills. In späteren Jahren übernimmt der Sohn Christian den Betrieb und ersetzt die Backstube durch einen Kolonialwarenladen.
Leider sieht man auf dieser Aufnahme nicht die eigentliche Gaststätte, sondern den um 1913 angebauten Saalbau. Die Festgesellschaft hat sich für den Fotografen nach draußen begeben und macht aus ihrer politischen Gesinnung, man siehe die nationalsozialistische Hakenkreuzfahne, keinen Hehl. Wir dürften uns zeitlich also Mitte bzw. Ende der 1930er Jahre befinden.
Neben dem schönen Blick auf das Urbacher Kirchdorf zeigt eine dritte Aufnahme das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 und des 1. Weltkriegs von 1914 bis 1918. Der Adler, der das Mahnmal bekrönte, wurde in späteren Jahren durch ein Kreuz ersetzt. Es steht noch heute etwas versteckt am Ortsausgang Richtung Puderbach auf der sogenannten Harschbacher Höhe. (Beitrag vom 13.09.2022)

Kirmesfeier 1955

Diese und die nächste Aufnahme entstanden zu einer Kirmesfeier im Jahr 1955. Das Dorffest fand damals noch auf dem alten Marktplatz auf der Harschbacher Höhe statt. Nachdem die Feiernden die Fahrgeschäfte und Buden besucht hatten, zogen sie weiter zum „Jagdhaus Vatter“, dem früheren Gasthof Dills. Hier ging es ausgelassen und weinselig weiter.
Die neue Besitzerin des Gasthofs war eine Trude Moritz. War sie mit der Familie Dills verwandt oder hatte sie den Gasthof nebst Saalbau gekauft? Falls Sie weitere Informationen über die Gastwirtschaft Dills bzw. Vatter haben, würde ich mich über Ihre Mithilfe freuen!
Nachtrag: Bei der aus dem Ruhrgebiet stammenden Trude Moritz handelte es sich um eine sehr gute Bekannte des Gasthofbesitzers Vatter. Er war es auch, der sie in den Westerwald holte und ihr die Leitung der Gastwirtschaft übertrug. (Ergänzung vom 17.09.2025)

Hotel Jagdhaus Vatter

Hier sehen wir eine Ansichtskarte aus den 1950er Jahren, die das sogenannte „Jagdhaus Vatter“ zeigt. Aus dem früheren Gastwirtschaftsbetrieb der Familie Dills ist ein Hotel geworden, daß vornehmlich deutschen Urlaubsgästen Herberge bot. Die Aufnahme rechts oben zeigt uns das alte Wirtshausgebäude mit dem sich anschließenden Saalbau. (Beitrag vom 13.09.2022)

Eine Wanne voller Fotoalben

Sie können sich vorstellen, daß ich nicht schlecht staunte, als im November letzten Jahres Frau Palmen auf mich zukam und von einer Sammlung alter Fotografien erzählte. Es handelt sich um sieben prall gefüllte Fotoalben mit Aufnahmen der älteren und neueren Urbacher Dorfgeschichte. Viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner haben sich mit eigenen Bildern daran beteiligt und so ist ein wunderbare Auswahl  zusammengekommen, die die Urbacher Chronik seit dem beginnenden 20. Jahrhundert in Fotografien erzählt. Seit einigen Jahren schon gehen die Bände unter den Dörflern auf Reisen. Auch bei mir in Puderbach machten sie Station und ich sage Frau Palmen meinen herzlichsten Dank für die Leihgabe.

Ohne Frau Sepe, die meinen Geschichtsblog kannte und Frau Palmen auf die „Blicke Zurück“-Seite aufmerksam machte, wäre der Kontakt nicht zustande gekommen. Auch an sie geht mein aufrichtiger Dank.

Für mich als Nicht-Urbacher ist die Zuordnung von Gebäuden, Straßenzügen und Familiennamen nicht einfach. Deswegen muß ich auf die Angaben auf den Fotografien zurückgreifen. Gerne würde ich mit Ihrer Hilfe, liebe Leserinnen und Leser, die Informationen vervollständigen, Namen nachtragen und Standorte ergänzen. Über ihre tatkräftige Mitarbeit freue ich mich schon jetzt. 

Volksschule Urbach
Ein altes Schulfoto, das möglicherweise um 1910 entstanden sein könnte. Links erkennt man den damaligen Hauptlehrer Christian Heinrich Räder. Bei dem Herrn rechts könnte es sich um Lehrer Reinemann handeln, der seit 1910 für zwei Jahre die 3. Lehrerstelle inne hatte. Eine Liste mit den Namen der 53 Kinder liegt mir nicht vor. Doch vielleicht entdecken Sie in den Gesichtszügen der Schülerinnen und Schüler einen Ihrer Vorfahren. (Beitrag vom 30.07.2025)
Mit dem Ruhestand Lehrer Räders im September 1921 endete auch die Geschichte der sogenannten „Mutterschule“, der Unterrichtung aller Kinder Urbachs, Harschbachs und Niederhofens in dem 1839/40 errichteten Schulgebäude an der Puderbacher Straße. Der Schulvorstand beschloß die Bildung von eigenen, einklassigen Volksschulen für die Dörfer Urbach-Überdorf, Urbach-Kirchdorf, Harschbach und Niederhofen. Auf diesem Schulfoto, daß Mitte der 1920er Jahre entstanden sein könnte, sehen wir die drei Lehrer für die Schulen in Urbach und Niederhofen. Es handelt sich von links nach rechts um den musisch begabten Lehrer Heinrich Schmidt (Urbach-Überdorf), Lehrer Adolf Fink (Niederhofen) und Lehrer Hans Simon (Urbach-Kirchdorf).
Erkennen Sie in den Gesichtern der Kinder einen Verwandten Ihrer Familie? (Beitrag vom 04.08.2025)
Lehrer Heinrich Schmidt mit den Schülerinnen und Schülern der Urbacher Überdorfschule in den 1930er Jahren. Das Schulgebäude, das man im Hintergund erkennen kann, befindet sich noch heute an der Straße „In den Höfen“ und wird inzwischen als Privathaus genutzt.
Wie bereits erwähnt, war Schmidt musisch äußerst begabt, war als Organist der Evangelischen Kirchengemeinde beschäftigt und förderte die musikalische Früherziehung. Ein Schulchor sowie verschiedene schulische Instrumentalgruppen bereicherten während seiner Dienstzeit das Gemeindeleben.
Wie lauten wohl die Namen der Kinder? (Beitrag vom 06.08.2025)
Ergänzung: Frau Rosenberg meint in den Gesichtern dieser drei Mädchen jemanden wiederzuerkennen. Es könnte sich bei der Nummer 1 um Helma Sielaff, Nr. 2 um Alma Solzbach und Nr. 3 um Irma Henn handeln. (Ergänzung vom 23.09.2025)
Und hier noch einmal die Kinder der Urbacher Überdorfschule. Vergleicht man diese Aufnahme mit der oben, so entdeckt man einige der Mädchen und Jungen wieder.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit Ihrer tatkräftigen Unterstützung eine komplette Namensliste der Schülerinnen und Schüler erstellen könnte. (Beitrag vom 06.08.2025)
Wagnerei Karl Stein
„Alte Wagnerei Urbach Kirchdorf abgerissen“. So lautet die knappe Information zu dieser Fotografie, die möglicherweise um 1915 entstanden sein könnte. Bei der Suche nach einem Familiennamen zu dem hübschen  Fachwerkgebäude kam mir wieder einmal das Branchenverzeichnis aus den beginnenden 1920er Jahren zur Hilfe. Für das Urbacher Kirchdorf wird ein Wagner Karl Stein ausgewiesen. Folgt man dann den Angaben des Ortsfamilienbuchs und einer weiteren Eintragung bei der Internetplattform „Archion“, so dürfte es sich dabei um den 1864 geborenen und 1950 verstorbenen Carl Stein handeln, dessen Vater Carl Ludwig bereits Wagner von Beruf war. Der junge Mann in der Eingangstüre könnte eventuell sein Sohn Wilhelm sein, der 1894 das Licht der Welt erblickte. (Beitrag vom 04.08.2025)
Was war die Aufgabe eines Wagners bzw. Stellmachers? Er produzierte alle wichtigen Gerätschaften, die in der Landwirtschaft gebraucht wurden; vom einzelnen Holzrad bis zum ganzen Kasten-, Leiter- oder Handwagen. Auch hölzerne Eggen, Sensen und Rechen stellte er in seiner Werkstätte her. Auf dieser Aufnahme sehen wir Karl Stein, wie er auf seiner Arbeitsbank aus einem Stück Eichen-, Esche- oder Buchenholz eine Radnabe fertigt. (Beitrag vom 04.08.2025)
Sägewerk Schmidt am Urbacher Weiher
Direkt gegenüber der Einfahrt zum „Weiherstübchen“ befand sich das Sägewerk und die Zimmerei von Friedrich Schmidt. Leider kann ich nicht sagen, wie lange es bestanden und wo genau es sich befunden hat. Auch die Namen der hier zu sehenden Holzarbeiter sind mir leider nicht bekannt. Die Aufnahme selbst dürfte aus den 1920er bzw. 1930er Jahren stammen. Über Ihre tatkräftige Hilfe bei der Klärung der offenen Fragen würde ich mich sehr freuen!
Jepsches Haus im Urbacher Überdorf
Bei den „Jepsches“ handelt es sich um die Urbacher Familie Stein. Wenn ich die wenigen Angaben zu der Aufnahme, die um 1912 entstanden sein dürfte, mit dem Ortsfamilienbuch vergleiche, so sehen wir links das Ehepaar Joh. Matthias Stein und seine Ehefrau Anna Magdalena eine geborene Kaul. Die beiden jungen Frauen mit weißer Schürze sind ihre Töchter, die 1897 bzw. 1898 geborene Lina und Frieda. Oben am Fenster lugt die unverheiratete Schwester der Mutter heraus, Margarethe Kaul, von allen Gretchen genannt, die sich als Nähmädchen ihren Unterhalt verdiente.Woher mag der ungewöhnliche Rufname kommen? Ich vermute, daß er von Joh. Jakob Kaul herrührt, dem Großvater von Anna Magdalena Stein, der von 1797 bis 1862 in diesem wunderschönen alten Fachwerkhaus gelebt haben dürfte. Das Gebäude befand bzw. befindet sich an der Mittelstraße Nr. 45. (Beitrag vom 30.07.2025)
Der Lange Haff
Wenige Angaben habe ich zu den zwei folgenden Aufnahmen. Bei dem Fachwerkhof soll es sich um den „Lange Haff“ handeln, der bereits im 17. Jahrhundert im Urbacher Kirchdorf erbaut wurde. Keine Informationen liegen mir vor, wo genau sich das Haus an der Urbacher Hauptstraße befand, ob das Gebäude noch existiert, baulich verändert oder abgerissen wurde. Auch der Name der Besitzer liegt mir nicht vor. Vielleicht kann mir eine gebürtige Urbacherin bzw. ein ortskundiger Urbacher bei der Antwort helfen. (Beitrag vom 4.08.2025)
Bei dieser Fotografie aus den 1950er bzw. 1960er Jahren dürfte es sich ebenfalls um den „Lange Haff“ handeln. Die Besitzer haben bereits erste Umbauten vorgenommen. Das Fachwerk wurde im unteren Teil des Hauses verkleidet und die kleinen Fenster im Erdgeschoß durch größere ersetzt. Im Album taucht bei diesem Bild der Rufname „Bäckerphillps“ auf. Um welche Familie könnte es sich dabei handeln?
Nachtrag: Herr Blum, der Enkel des Kutschers und Landwirts Wilhelm Müller meldete sich bei mir und erkannte in dem „Lange Haff“ das Elternhaus seiner Tante Elfriede Müller geb. Schweitzer. Bevor sie kurz nach dem Krieg Fritz Müller heiratete, den „Melchfritz“ (er sammelte die Milch der Bauern ein und brachte sie in die Molkerei nach Raubach), bewirtschaftete sie zusammen mit ihrem Vater den Hof. Warum die Schweitzer  „Bäckerphillps“ gerufen wurden, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Vermutlich hieß einer der Vorfahren Philipp mit Vornamen und war Bäcker von Beruf gewesen. 
Zu dem Haushalt von Fritz und Friedchen Müller gehörte auch die Magd Hanna, die gebürtig aus Altwied stammte und zeitlebens bei den Müllers beschäftigt war. An ihre freundliche und liebevolle Art erinnert sich Herr Blum noch heute gerne zurück. 
In den 1950er Jahren verkauften Fritz und Elfriede Müller das alte Fachwerkhaus nebst Scheune und bauten am Ortsausgang Richtung Linkenbach einen neuen, großen Aussiedlerhof, auch als Müllerhof bekannt.
Nach einigen Jahren des Leerstands haben neue Besitzer den „Lange Haff“ erworben, Renovierungen der 1950er und 1960er Jahre zurückgenommen und dem Fachwerk zu neuem Glanz verholfen. (Ergänzung vom 23.09.2025)
 
Zunächst hatte ich dieser Fotografie aus der Mitte der 1960er Jahre keine größere Beachtung geschenkt. Als ich jedoch nach weiteren Anhaltspunkten zum „Lange Haff“ suchte, bemerkte ich, daß es sich bei dem Bauernhof an der Schulstraße 19 / Ecke Hauptstraße um ebenjenes Gebäude handeln mußte. 
Rechts entdecken wir das Wohnhaus und den Eingang zum Lebensmittelgeschäft der Familie Vettelschoß. Bei dem alten Bauernhaus im Vordergrund links handelt es sich um das „Haus am Hochgericht“, in dem sich heute das Gemeindebüro und ein Versammlungsraum befinden. Ein moderner Neubau gleich nebenan beherbergt das Dorfmuseum mit einer Sammlung alter land- und hauswirtschaftlicher Geräte. Dazu aber im folgenden Beitrag mehr. (Nachtrag vom 07.08.2025)
Haus am Hofgericht
„Poststelle Urbach Kirchdorf, Schmidtches heute Haus am Hochgericht“, so ist dieses Foto in einem der Alben untertitelt. Tatsächlich weist das Emailleschild an der Hausfassade das Gebäude als Poststelle aus. Wie lange wurden hier wohl Briefe und Pakete abgefertigt? Und um welche Urbacher Familie mit dem Rufnamen „Schmidtches“ mag es sich gehandelt haben?
Anfang der 2000er hatte die Gemeinde den alten Hof gekauft und durch das Architekturbüro Heydorn-Eaton aufwendig sanieren und umbauen lassen. Seit dem ist das Ensemble eine echte Zierde für das Dorf.
Der Name „Haus am Hofgericht“ erinnert an das Mittelalter, als der Ort im 13. Jahrhundert Gerichtsstätte war. Schriftliche Quellen erwähnen ein „Gericht unter der Linde unterhalb der Kirche“,  was dem Standort des Gebäudes nahe kommt.
Nachtrag: Herr Blum erinnerte sich sehr genau an die früheren Besitzer des Hofes. Es handelte sich um „Schmidtches“ Ernst und seine Frau Erna (eine andere Person erinnerte sich an den Namen Milli). Er fuhr am frühen Morgen mit einem Moped der Marke NSU Quickly die Post aus, während sie im Haus Briefe und Sendungen annahm und frankierte. Zudem befand sich in der Poststelle ein öffentlicher Fernsprechapparat. Bis in die 1960er und 1970er Jahre hatte nicht jeder Dorfbewohner ein eigenes Telefon. Ernst informierte die Urbacher Bürger über eingegangene Anrufe von Verwandten und Bekannten und diese konnten die Teilnehmer im Schmidtches Haus zurückrufen. (Ergänzung vom 18.09.2025)
Koulen Haus
„Kaulen Haus, Elternhaus v. M. Lehr, abgerissen“. So heißt der Eintrag zu dieser Fotografie. Wo mag sich dieser alte Fachwerkhof befunden haben, im Urbacher Kirch- oder Überdorf? Und wie lautete der Name von Frau Lehrs Eltern? Hießen sie Kaul mit Nachnamen oder geht das „Koulen“ auf einen Vorfahren zurück? Über Ihre Mithilfe bei der Klärung würde ich mich sehr freuen!
Nachtrag: Bei den letzten Besitzern des „Koulen“ Hofs handelte es sich um das Ehepaar Ernst und Anna Hoffmann. Das kleine Fachwerkhaus befand sich im Urbacher Überdorf an der Schulstraße Nr. 20 und wurde in den 1950er bzw. 1960er Jahren abgerissen, um einem geräumigeren Neubau Platz zu schaffen. (Ergänzung vom 17.09.2025)
Karoline Henn mit der Butterkier
Sicherlich kennt der ein oder andere noch ein altes Butterfass, im Westerwälder Platt auch „Kier“ genannt. Mit kräftigen Stößen produzierten die Frauen des Hofes aus dem abgeschöpften Rahm der Milch eine feine Butter. Die Butter von der hier zu sehenden Karoline Henn geb. Wiegel muß besonders köstlich gewesen sein. Bis nach Neuwied verkaufte sie ihr ausgezeichnetes Naturprodukt.
Bei den Herren auf der Aufnahme handelt es sich um Mitglieder einer Neuwieder Fotografenfamilie, die auf ihrem Weg Station bei den Henns machten und ein schönes Stück „Botter“ mit nach Hause nahmen. Die Fotografie selbst stammt aus dem Jahr 1916 und das Haus der Henns befand bzw. befindet sich an der Mittelstraße im Überdorf. (Beitrag vom 30.07.2025)
Turnverein Urbach
Diese Aufnahme des Turnvereins Urbach kannte ich bereits aus der 1987 erschienenen Dorfchronik „Geschichte des Kirchspiels Urbach“. 1922 hatten 36 begeisterte Turner den TV Urbach gegründet. Zu den Mitgliedern der ersten Stunde zählte der Viehhändler Moritz Michel, den wir hier rechts im Anzug stehen sehen und der in den Anfängen 1. Vorsitzender des Vereins war. Auch bei dieser Fotografie liegt mir keine detaillierte Namensliste vor, die aber ein gebürtiger Urbacher möglicherweise beisteuern könnte. (Beitrag vom 30.07.2025)
Kirmes in Urbach
Bei dieser Aufnahme handelt es sich um die älteste bekannte Fotografie einer Urbacher Kirmesgesellschaft. Entstanden sein dürfte das Bild in den 1920er Jahren. Wie mag eine Kirmes in dieser Zeit ausgesehen haben? Links erkennt man Musiker einer kleinen Kapelle, die für die nötige Unterhaltung sorgten. Wurde in einem Festzelt gefeiert oder fanden sich die Gäste im Saalbau der Gastwirtschaft Dills ein? Vielleicht kann mir ein gebürtiger Urbacher bzw. eine gebürtige Urbacherin mehr darüber erzählen. (Beitrag vom 30.07.2025)
Eine wunderschöne Tradition der Urbacher Kirmes war der Tanz auf der Wiese von Familie Hoffmann an der Urbacher Haupstaße. Über Jahre fanden sich hier die Feiernden nach dem Umzug ein und schwangen das Tanzbein. Vor allem die jungen Leute des Dorfes nutzten die Gelegenheit, um sich näher zu kommen. Die Aufnahme selbst entstand im Jahr 1948. (Beitrag vom 04.08.2025)
Der Urbacher Kirmesumzug in den 1960er Jahren. Die Feiernden befinden sich gerade auf der Puderbacher Straße und im Hintergrund erkennt man das alte Fachwerkhaus der Familie Ginsberg. Ob das Gebäude noch existiert, weiß ich leider nicht.
Nachtrag: Bei Entstehen des Fotos in den 1960er Jahren gehörte das alte Fachwerkhaus der Ginsbergs der Familie Kaulbach. Im Laufe der Jahrzehnte hatte es mehrfach den Besitzer gewechselt und wurde in den 1950er bzw. 1960er Jahren mit einer Fassadenverkleidung versehen. Es steht aber noch heute mit der Hausnummer 38 an der Puderbacher Straße, gleich rechts neben der Autowerkstatt Neitzert.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei der tatkräftigen Unterstützung von Frau Sepe und ihrer Mutter Frau Rosenberg bedanken, die mir bei der Zuschreibung von Urbacher Höfen und Familien eine große Hilfe waren. (Ergänzung vom 17.09.2025)
Posaunenchor Urbach
Im Jahr 1935 fand auf dem Urbacher Friedhof die feierliche Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des 1. Weltkriegs statt. Neben den Honoratioren der Ortschaft hatte sich auch der Posaunenchor eingefunden und für die musikalische Umrahmung gesorgt. Von links nach rechts sind zu sehen: 1. Reihe Ewald Noll u. Fritz Nies. 2. Reihe Karl Kraus, Peter Werner, der Chorleiter Karl Dilthey, Willi Reusch u. Ernst Henn. 3. Reihe Fritz Hoffmann, Karl Kalbitzer, Willi Nies, Ewald Hoffmann u. Willi Stein. (Beitrag vom 02.08.2025)
Und noch eine weitere Aufnahme der Urbacher Bläser ebenfalls aus dem Jahr 1935. Der Chorleiter Karl Dilthey feierte an diesem Tag seine Goldkonfirmation. In der vorderen Reihe sehen wir Ewald Hoffmann, Fritz Hoffmann, Ewald Noll, Karl Kalbitzer und Ernst Henn. Hinten stehen Walter Schmidt, Karl Dilthey und Friedrich Kalbitzer. (Beitrag vom 02.08.2025)
Theatergruppe Urbach
Auf eine lange Tradition kann die Theatergruppe Urbach zurückschauen. Schon Ende der 1940er Jahre zeigten Laiendarsteller ihr Können auf der Bühne. Dieser Schnappschuß entstand im Jahr 1949. Was für ein Stück mögen die Schauspielerinnen und Schauspieler aufgeführt haben und um wen handelt es sich bei den Personen? Die heutige Theatergruppe gründete sich 2005 neu und feiert dieses Jahr ihr 20jähriges Bestehen. (Beitrag vom 04.08.2025) 

Link zur Theatergruppe Urbach:

https://www.facebook.com/groups/316260002146825/?ref=share

Freibad
Was wäre ein Rückblick auf die neuere Urbacher Geschichte ohne einige Aufnahmen aus dem 1927 eingeweihten Freibad. Diese und die folgende Fotografie sollen 1935 entstanden sein und zeigen den damaligen Lehrer Hans Philipp Simon mit seinen Schutzbefohlenen, denen er das Schwimmen beibrachte. Die ganz ängstlichen Schülerinnen und Schüler wurden von Simon an einer Angelrute durchs Wasser gehoben, wobei sie die Schwimmbewegungen lernen konnten, ohne unterzugehen. (Beitrag vom 04.08.2025)
Die kleinen Urbacher Wasserratten lernen das Schwimmen bei Lehrer Simon. (Beitrag vom 04.08.2025)
Diese Aufnahme, vermutlich entstanden in den 1930er Jahren, mag ich ganz besonders. Die Ausgelassenheit und das Stimmengewirr der Kinder, die hier im Becken des Urbacher Freibads schwimmen, tauchen oder einfach nur planschen ist fast schon hörbar. Welch ein Spaß muß das gewesen sein! (Beitrag vom 05.08.2025)
Autobahnbau bei Urbach
Um das Jahr 1937 dürften die ersten Arbeiten am Ausbau der Autobahn im Bereich der Anschlußstelle Siebengebirge und Dierdorf begonnen haben. Zu Beginn des Bauvorhabens mußten große Teile des Forstes abgeholzt werden. Daran schlossen sich umfangreiche Spreng- und Aushubarbeiten an, die wir auf dieser Aufnahme erkennen können. Ein Bagger trägt im Bereich zwischen Wilroth und Urbach Teile eines Hanges ab und kippt die Erde in bereit stehende Lohren, die im Anschluß mit der Feldbahn abtransportiert werden. Im Hintergrund ist deutlich die Silhouette der Grube Georg zu erkennen. (Beitrag vom 04.08.2025)
Ohne die Hilfe der Kleinbahnen wäre der Ausbau der Autobahn nicht möglich gewesen. Das provisorisch errichtete Schienennetz ermöglichte den Abtransport des geschlagenenen Holzes sowie der ausgehobenen Erdmassen, desweiteren die Anlieferung der Baumaterialien für die entstehende Fahrbahn. (Beitrag vom 04.08.2025)
Einer der vielen Arbeiter beim Autobahnbau war der gebürtige Urbacher Fritz Fetttelschoß. Aus seinem Nachlass stammen die nächsten drei Fotografien. Hier sehen wir ihn ganz links mit anderen Männern bei Schaufelarbeiten. (Beitrag vom 06.08.2025)
Fritz Fettelschoß hier in der Mitte mit Zigarette. (Beitrag vom 06.08.2025)
Friedrich Fettelschoß ganz rechts beim Verlegen der Gleisanlagen für die eingesetzte Feldbahn. (Beitrag vom 06.08.2025) 
Durch die Nähe zur Baustelle war es den Urbacher Frauen möglich, ihren Männern und Söhnen in der Mittagszeit einen Henkelmann vorbeizubringen. (Beitrag vom 06.08.2025)
Saal der Gastwirtschaft Dills
Von der Gastwirtschaft Dills an der Puderbacher Straße habe ich an obiger Stelle bereits berichtet. Im Jahr 1913 befand sich das Gebäude noch im Rohbau, wie man auf dieser Fotografie erkennen kann. Die vielen fleißigen Handwerker, die sich für den Lichtbildner im Gebälk platziert haben, sind gerade dabei, den Dachstuhl fertigzustellen. (Beitrag vom 8.09.2025)
Lebensmittelgeschäft Henn im Urbacher Kirchdorf
Noch heute erkennt man an der Hausfassade des früheren Lebensmittelgeschäfts Henn die Jahreszahl 1886. Wer genau der Erbauer des schmucken Gebäudes an der Hauptstraße 27 war, kann ich leider nicht sagen. Ein altes Branchenverzeichnis aus den beginnenden 1920er Jahren nennt einen Wilhelm Müller als Vertreiber von Kolonialwaren. Ob das ein Vorfahre von Werner Henn war, der das Geschäft viele Jahre lang führte?
Nachtrag: Bei der Kolonialwarenhandlung von Wilhelm Müller handelte es sich um ein Geschäft an der Kirchstraße und hat mit dem Laden an der Hauptstraße nichts zu tun. Es bleibt die Frage, wie die Familie hieß, in die Werner Henn einheiratete. (Ergänzung vom 23.09.2025)
Eine Aufnahme, die vermutlich in den 1960er Jahren entstanden sein dürfte. Werner Henn präsentiert sich dem Fotografen zwischen seinem reichhaltigen Angebot an Waren und Lebensmitteln, die er in seinem kleinen Laden verkaufte. Wann schloß das Geschäft seine Pforten?
Nachtrag: 2002 übernahm Frau Doris Weigel den Laden und führte ihn noch bis ins Jahr 2011. (Ergänzung vom 23.09.2025)
Lebensmittelgeschäft Fetttelschoß
1960 eröffneten Otto Fettelschoß und seine Frau ihr kleines Lebensmittelgeschäft auf der Urbacher Hauptstraße. Es war ein sogenannter Afu-Laden, dessen Abkürzung für Arbeitsgemeinschaft freier Unternehmer stand. Diese Vereinigung ermöglichte es den selbständigen Geschäftsinhabern auf einen gemeinsamen Hauptlieferanten zurückzugreifen, der ihnen günstige Konditionen zusagte. „Kauf bei Afu, dabei sparst Du!“ So lautete der Werbespruch über der Verkaufstheke bei Fettelschoß. (Beitrag vom 06.08.2025) 
Der Hof vom Koulen Günther
Gleich neben dem Lebensmittelgeschäft von Werner Henn befand sich der Zweiseitenhof von Günther Hoffmann, im Urbacher Platt auch „Koulen Günther“ genannt. Das „Koulen“ rührt vermutlich vom Nachnamen Kaul her, höchstwahrscheinlich ein Vorfahre Günther Hoffmanns, der in diesem schönen Fachwerkhaus in früheren Zeiten gelebt hat. (Beitrag vom 31.07.2025)
Der „Kaulen“-Hof von der gegenüberliegenden Seite betrachtet. Neben dem Wohnhaus befand sich die langgezogene Scheune nebst Viehstall. Das Fachwerk an der Westseite des Wohnhauses war mit Schiefer verkleidet, vermutlich um vor Wind und Wetter zu schützen. (Beitrag vom 31.07.2025)
Vermutlich in den 1980er Jahren mußte der „Kaulen“-Hof dem Straßenbau weichen und wurde abgerissen. Heute befindet sich an seiner Stelle die Zufahrt zur Straße „Zum Strandbad“. (Beitrag vom 01.08.2025)
Landwirtschaftliches Leben
Ohne die Hilfe vieler fleißiger Hände wäre die Arbeit in der Landwirtschaft nicht möglich gewesen. Wie hier bei dieser Kartoffelernte, die vermutlich in den 1930er Jahrem stattgefunden hat. Die fünf Urbacher Frauen sind gerade dabei, das Kraut mit der Hand auszureißen, die Kartoffeln mit einer dreispitzigen Hacke aus dem Boden zu graben und anschließend in die vorbereitenden Jutesäcke zu füllen. Noch scheint kein Kartoffelroder zum Einsatz gekommen sein, der die Ernte deutlich erleichtert hätte.
Zu welcher Familie mögen die Frauen gehört haben und auf welchem Flurstück befand sich der Acker? (Beitrag vom 07.08.2025)
So gut wie keine Angaben liegen mir zu dieser Aufnahme vor. „Bei Hennerichs“ ist alles, was dem Foto als Information angefügt wurde. Wie lautete der richtige Name dieser Urbacher Familie, die gerade die Heuernte eingefahren hat?. Wo befand sich ihr Bauernhof und wann mag das Bild entstanden sein?
Nachtrag: Bei den „Hennerichs“ handelte es sich um die Familie Oettgen aus dem Urbacher Kirchdorf. Ihr Anwesen mit angrenzender Scheune befindet sich noch heute, etwas zurückliegend, an der Hauptstraße Nr. 16, bietet aber keinen schönen Anblick mehr an, da es zusehends verfällt. (Ergänzung vom 23.09.2025)
„Dillsen Emma streichelt der Sau die Zitzen, damit die Milch besser einschießt“. So lautet der Kommentar zu dieser Aufnahme, die 1952 entstanden ist. Sorgsam streicht Emma Hoffmann der Muttersau über die Milchdrüsen, damit die sechs kleinen Ferkel auch ja genug zu trinken bekommen. Das Bild zeigt, wie verbunden die Bauersfamilien mit ihren Tieren waren und wie sehr ihnen ihr Wohl am Herzen lag. 
Wo genau hat sich der Hof von Fritz und Emma Hoffmann befunden, im Urbacher Kirch- oder Mühlendorf?
Nachtrag: Das Haus der Hoffmanns befindet sich noch heute im Rosenweg im Urbacher Überdorf. Danke sage ich an dieser Stelle Frau Sepe und Frau Pfaffenhausen, die bei der Vervollständigung der Beiträge unschätzbare Hilfe leisteten. (Ergänzung vom 23.09.2025)
Bei der Getreidernte im Urbacher Überdorf. Die Frauen und Männer haben es sich nach fleißiger Hände Arbeit am Feldesrand gemütlich gemacht und genießen eine Tasse Kaffee. Besonders schön ist der Blick hinunter nach Urbach, den der Kameramann so wunderbar eingefangen hat.
Um welche Urbacher Familie mag es sich hier handeln?
Nachtrag: Laut Frau Sepe handelt es sich bei den Personen um die Familie Schwinn/Stein aus dem Urbacher Überdorf sowie die angeheiratete Familie Schuh aus dem Kirchdorf. Die beiden Frauen, die so vertraut die Köpfe zusammenstecken, sind Ilse Schuh und ihre Schwägerin Anni Weißbender geb. Schuh. (Ergänzung vom 23.09.2025)
Dieses Foto, das aus den 1930er Jahren stammen dürfte, zeigt die Urbacher Bevölkerung bei der Obsternte im Flurstück „In der Bitz“. Wenn ich mich nicht täusche, so dürfte es sich bei den Früchten in Eimern und Körben um Kirschen handeln.
Um wen handelt es sich bei den großen und kleinen Helfern und wo genau lag bzw. liegt die Bitz mit ihren Obstbäumen?
Nachtrag: Frau Pfaffenheuser erkannte in dem Herrn mit Hut (2. von links) Heinrich Langhardt, den letzten Bürgermeister des Urbacher Überdorfs. Bis zur Zusammenlegung im Jahr 1969 waren das Kirchdorf und das Überdorf zwei eigenständige Ortsteile mit eigenen Vorstehern. (Ergänzung vom 23.09.2025)

Werlenbach

Eine frühe kolorierte Postkarte, die vermutlich um das Jahr 1910 entstanden sein wird und Werlenbach zeigt, eines der Dörfer der Ortsgemeinde Dürrholz. Wo hat sich wohl der Fotograf mit seiner Kamera postiert und welche Häuser und Straßenzüge sind hier zu sehen? Vielleicht kann mir da ein Ortskundiger helfen!

Nachtrag

Nach einem langen und angeregten Gespräch mit dem Ehepaar Höfer aus Werlenbach, kann ich nun den verschiedenen Anwesen einen Namen zuordnen. Zudem wiesen mich die beiden auf wichtige Plätze und örtliche Gegebenheiten hin. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen nochmals herzlich für Ihre Mithilfe bedanken!


Zu sehen sind aus südwestlicher Richtung: 1 der hiesige Steinbruch. 2 das Backhaus von Werlenbach auf Platt auch „Backes“ genannt. 3 „Biems Haus“ Anwesen von Karl u. Mina Schneider. 4 „Falks Haus“ bzw. „Falks Eck“ Anwesen von Wilhelm Schneider u. Emma geb. Müller bzw. des Enkels Karl-Dieter Höfer u. seiner Frau Ruth. Der Name Falk findet sich bei Emmas Mutter Louise wieder, die eine geborene Falk war und in diesem Haus geboren wurde. 5 „Kammerschs Haus“ Anwesen des Schuhmachers Peter Kraus u. seiner Frau Elise geb. Schäfer. Die Tochter Martha heiratete den Kraftfahrer Eugen Holthausen. 6 „Hoadts Haus“ Anwesen von Christian Klein u. Hilda geb. Höfner. 7 „Selzersch Haus“ Anwesen von Hugo Karl Hartstang u. Elisabeth geb. Selzer. Hugo Karl wurde seit Kriegsende vermisst und später für tot erklärt. 8 „Hanchristens Haus“ Anwesen von dem Maurer Philipp Sommer u. Frieda geb. Schmidt. 9 Scheune der Fam. Haag/“Langs“. 10 „Löhrschs Haus“ Anwesen von dem Dürrholzer Bürgermeister Otto Löhr u. Lilli geb. Grupe. Davor müßte das Ehepaar Philipp Löhr u. Anna geb. Dausenau hier gelebt haben, da man auch „Dausenaus Haus“ sagt. Ob es wohl die Eltern von Otto sind? 11 „Langs Haus“, früher auch „Schuhmachers Haus“ Anwesen von Wilhelm Haag u. Margarethe/Gretchen geb. Schuhmacher. 12 „Heydorschs Haus“ Anwesen von Wilhelm Runkler u. Lydia geb. Oettgen. 13 „Simons Haus“ Anwesen von Karl Simon u. der aus Alberthofen stammenden Hedwig geb. Mahlert. 14 „Peterschs Haus“ Anwesen von Martha Schneider u. ihren drei Kindern Karl, Erwin u. Ursula. 15 „Baumanns Haus“ Anwesen von dem aus Muscheid kommenden Christian Baumann u. seiner aus Werlenbach stammenden Frau Erika geb. Müller. Christian hat sich wohl auch als Friseur betätigt. 16 „Bergauschs Haus“ Anwesen von Hans Bergau und seinem Sohn Fritz. Sie waren die letzten Landwirte des Ortes. 17 Stall der Bergaus. 18 „Pitterschs Haus“ Anwesen von Else Schäfer u. ihren Kindern Elvira u. Kurt, auch „Stroppel“ genannt. 19 „Ullrichs Haus“ Anwesen der Familie Kambeck bzw. von Otto Maurer u. Hilda geb. Hartstang. 20 „Fetthauers Haus“ Anwesen von Erich Fetthauer u. Hilda geb. Christ. Erich Fetthauer war bei der Papierfabrik Hedwigsthal angestellt. 21 „Schuttniks Haus“ Anwesen der unverheirateten Geschwister Hermann u. Paula Born. Das Haus wurde nach deren Tod abgerissen. Heute befindet sich dort die Dorfhütte und der Kinderspielplatz. 22 „Mahlerts Haus“ Anwesen des Bergmanns Peter Mahlert u. der Louise geb. Kölbach bzw. deren Tochter Anneliese verh. Rötzer. 23 „Kännels Wies“ mglw. kommt der Begriff „Kännels“ von der Kanne, da sich hier der Dorfbrunnen und Waschplatz befand. Sehen Sie die zur Bleiche ausgelegten Laken, die mit einer Gießkanne benetzt wurden? 24 „Löhrschs bzw. Schmidts Haus“ Anwesen von Karl Löhr u. Lina geb. Schmidt. Heute lebt die Tochter Christa verh. Jung in dem Gebäude. Karl Löhr ist im 2. Weltkrieg gefallen.

Zum Schluß seien drei Höfe genannt, die auf der Postkarte nicht zu sehen sind, die aber jedem Einwohner in der Ortschaft etwas sagen. Da ist das „Böhms Haus“ an der Steinstraße. Es befindet sich leider versteckt hinter dem Gebüsch an der linken Bildhälfte. Bewohnt wurde es von dem allseits geschätzten Peter Böhm u. seiner Frau Johanna geb. Theobald. Am rechten Bildrand ist leider nicht mehr das Lebensmittelgeschäft vom „Gärtens Kurt“, seiner Frau Inge und der Mutter Luise/Wiss zu sehen. Der Familienname war vermutlich Hartstang. Als letztes sei das Anwesen des „Kammerschs Philipp“ genannt, das sich auf der Gartenstraße befand und zwischen den vielen Häusern und Giebeln nicht mehr auszumachen ist. (Beitrag vom 24.01.2022)

Tier- und Märchenpark Westerburg

In meiner Kindheit besuchte unsere Familie mehrfach den Tier- und Märchenpark im rund 37 Kilometer entfernten Westerburg. Gegründet wurde die Anlage mit den nachgebildeten Märchenmotiven im Jahr 1964 von dem aus der Oberlausitz stammenden Spielzeughersteller Herbert Dohnalek und seiner damaligen Lebensgefährtin Elfriede Bischof. Dohnalek war 1949 mit seiner Spielzeugfirma Hedo von Lückendorf bei Zittau in den Westerwald gezogen. Bis zu seiner Schließung 1986 zog der Park jährlich bis zu 200.000 kleine und große Besucher in seinen Bann.
Hier einige Impressionnen vom Märchenpark in Westerburg aus den 1970er Jahren. Rechts unten sehen Sie den Eingangsbereich mit dem liebevoll gestalteten Kassenhäuschen. Neben den nachgebildeten Märchenszenen war eine Kleinbahn die Attraktion des Parks. An Tieren gab es diverse Vögel in Volieren bzw. Flamingos, die die Teiche bevölkerten, zudem durften die Kinder auf Ponys reiten.

Weyerbusch

Auch nach einer ausgiebigen Internet-Recherche bin ich bei dieser alten Ansichtskarte von Weyerbusch nicht wirklich weitergekommen. Welche Straßenzüge sind auf den beiden Aufnahmen aus den 1920er Jahren zu sehen? Vielleicht kann mir da ein Ortskundiger bzw. Geschichtsinteressierter des Dorfes weiterhelfen!
Die Karte selbst dürfte im Frühjahr 1923 verschickt worden sein. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in Deutschland bereits eine extreme Preissteigerung, eine sogenannte Hyperinflation. Der Schreiber der Zeilen war zu Besuch in Weyerbusch und mußte für die Verpflegung die exorbitante Summe von 45.000 Mark zahlen. (Beitrag vom 8.02.2022)

Woldert

Gasthof „Zur Linde“

Eine wunderschöne Aufnahme zeigt hier den Gasthof „Zur Linde“ in Woldert in den 1920er bzw. 1930 Jahren. Inhaber ist zu dieser Zeit der aus Dendert stammende Ferdinand Hoffmann, der durch seine Hochzeit mit der 1877 geborenen Wirtshaustochter Pauline Altgeld in den Betrieb eingeheiratet hat. Später übernimmt die Tochter Lydia und der Schwiegersohn und Bäckermeister Arthur Müller das Lokal.
Die Gastwirtschaft existiert nicht mehr, das Gebäude befindet sich aber noch heute an der Dierdorfer Straße und dient als Wohnhaus.
Vor Kurzem hatte ich das Glück, diese Postkarte Wolderts käuflich zu erwerben. Abgestempelt im Jahr 1938 zeigt sie neben dem oben bereits zu sehenden Gasthof „Zur Linde“ eine Teilansicht des Ortes. Doch welche alten Straßenzüge waren hier zu sehen? Ich hatte keine Ahnung.
Da kamen mir die Mitgliederinnen und Mitglieder der Facebook-Gruppe „Aktuelles aus, in und um Puderbach“ zur Hilfe. Mit vereinten Kräften konnten wir sowohl den Standort des Fotografen, er hatte sich westlich des Dorfes in der Nähe der heutigen Gartenstraße bzw. Steimeler Straße positioniert, als auch die Besitzer der einzelnen Höfe ausfindig machen. Danke nochmal an all die Ortskundigen!! (Beitrag vom 10. Januar 2022)
Hier eine leicht vergrößerte Aufnahme der Dorfansicht. Durchnummeriert die Häuser und Höfe nebst ihren Bewohnern: 1 das Lebensmittelgeschäft von Werner Henn, 2 der Hof von Frau Frieda Krämer, 3 das Haus der Handarbeitslehrerin Luise Bachenberg, 4 der Gasthof „Zur Linde“ der Familie Hoffmann bzw. Müller, 5 die Bäckerei des Simon Hommer, der zudem Landwirtschaft betrieb, 6 im Haus der Familie Hommer befand sich die Gemeinschaftswäscherei des Ortes und 7 das Anwesen der Familie Runkler. Besonders hinweisen möchte ich auf die alte Pappelweide, die schon damals den Ortskern zierte und ein Wahrzeichen des Dorfes war. Um 1870 wurde sie in der Nähe der alten Schule gepflanzt. Nach 140 Jahren mußte sie 2013 zum großen Bedauern der Dorfbewohner gefällt werden. Hinter dem Naturdenkmal lugt das frühere Schulgebäude Wolderts hervor.
Nachtrag: Ein weiteres Gebäude konnte zugeordnet werden. Zwischen der Nummer 6 und der 7 sieht man das Heim der Familie Hermes. (Beitrag vom 10. Januar 2022)

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