Im Kirchdorf
Die Familie Born / Herwescheds

Woher der Rufame rührt, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Das Herwe erinnert an den Vornamen Herbert. Tatsächlich gibt es unter den Vorfahren einen Joh. Herbert Born, der 1786 zu Puderbach geboren und 1860 beerdigt wurde. Er war mit Maria Margaretha, der Tochter des aus dem mittelfränkischen Rüdisbronn bei Bad Windsheim stammenden Gottlieb Scheiderer verheiratet. Falls Ihnen der Nachname vertraut vorkommt: Sie haben ihn schon einmal gehört im Zusammenhang mit den Schreinerschs aus dem Mühlendorf gehört.
Die Familie Funk bzw. Schmidt / Fonks bzw. Kläfonks
Wilhelm Funk und Luise geb. Lehnert

Die Fonks bzw. Kläfonks leben bereits seit dem 18. Jahrhundert im Puderbacher Land, wobei sich zwei Familienzweige herausgebildet haben. Vielleicht hat man auch deswegen die Unterscheidung in Fonks, hiermit ist die Familie der Katharina Funk, ihres unehelichen Sohnes Philipp Funk und seiner zehn Kinder gemeint, und die der Kläfonks, die hier auf der Bildcollage zu sehen sind, gemacht.
Erna, Bertha und Wilhelm Schmidt

Links sehen wir Erna Schmidt, die am 14. Juni 1905 geboren wird und 1927 den aus Woldert stammenden Bergarbeiter Albert Nies heiratet.
Ganz rechts steht die ein Jahr jüngere Schwester Bertha, die 1926 Hermann Friedrich Dreser aus Wahlrod ehelicht. Und in der Mitte sehen wir den jüngsten Spross der Familie, den am 9. Juni 1908 geborenen Joh. Wilhelm Schmidt. Er wird 1936 die aus Harschbach stammende Elfriede Hachenberg zur Frau nehmen.

Wilhelm Schmidt und Bertha geb. Funk mit ihren Kindern

Kläfonks Kalin mit ihren Söhnen

Das Bild zeigt uns die Familie ohne den Vater, der bereits am 17. Oktober 1918 mit gerade mal 27 Jahren an einer Lungenentzündung verstorben ist. In diesem Zeitraum grassiert in Deutschland die Spanische Grippe, die rund 260.000 Menschen das Leben kostet und auch die Todesursache von Christian Schuh sein dürfte.
Die junge Witwe hält schützend die Arme um ihre beiden Söhne, den 1913 geborenen Alfred und den drei Jahre jüngeren Walter. An den Kläfonks Alfred aus dem Reichensteiner Weg mit seiner umfangreichen Landwirtschaft werden sich die meisten noch erinnern, sowie an seine Ehefrau, die aus Werlenbach stammende Lina geb. Sommer und den gemeinsamen Sohn Walter, der den Namen seines Onkels und Taufpaten erhalten hatte.
Die Familie Haag bzw. Brauer / Hoochs bzw. Brauerschs

Der Rufname Hoochs stammt von der am 26. Dezember 1854 geborenen Dorothea Katharina Haag und ihrer Familie. 1875 hatte sie den aus Udert stammenden Simon Brauer geheiratet und die beiden bekamen vier gemeinsame Kinder.
Die beiden Namensgeber sehen wir hier auf einer Aufnahme, die um 1912 entstanden sein könnte und die ganze Familie vor dem Anwesen an der Daufenbacher Straße zeigt. Ganz links die besagte Dorothea Brauer geb. Haag mit Kopftuch und weißer Schürze, als zweiter von rechts Simon Brauer. In ihrer Mitte steht der älteste Sohn Christian, seine aus Oberdreis stammende Frau Sophie und die drei gemeinsamen Kinder Werner, Anna und Bertha.
Wie auf der Aufnahme bereits zu erkennen ist, hat sich Anna bei einem Kind, dessen Eltern im Gasthof Kasche als Kurgäste verweilten, mit der hochansteckenden Kinderlähmung infiziert. Sie litt zeitlebends unter einer Lähmung im linken Bein.
Die Familie Herzog / Herzoochs

Leider sind mir nicht mehr alle Erzählungen der Enkeltochter Christa Göbler in Erinnerung, ich meine aber, daß die Großmutter eine starke und energische Person war. Vielleicht ist es auch deswegen zu dem ungewöhnlichen Arrangement der Eheleute gekommen, denn meistens blickte der stehende Mann auf seine sitzende Frau hinunter und nicht umgekehrt.
Die Familie Schmidt / Kasches-Schmidts

Die Fotografie steht stellvertretend für die ganze Familie, den aus Wahlrod stammenden Fuhrmann Karl Schmidt und seine aus Seyen kommende Ehefrau Katharina geb. Haas, sowie die sechs gemeinsamen Kinder, Karoline verh. Stroodt (1892), Luise verh. Pangert (1894), Heinrich (1897), Wilhelm (1899), und die bereits erwähnten Zwillinge Emil und Anna verh. Barth (1907).
Um 1893 hatte Karl Schmidt die Anstellung als Bierfahrer für die Gastwirtsfamilie Kasche angenommen. Über zwei Jahrzehnte versorgte er die Gasthäuser in der näheren Umgebung mit den Bierfässern, die von Koblenz mit der Bahn angeliefert wurden. Der Rufname Kasches-Schmidts rührt von diesem Arbeitsverhältnis her.
Besondere Erwähnung soll das tragische Schicksal des 1899 geborenen Wilhelm Schmidt finden, der 1925 bei einem schweren Bergwerksunglück in der Räister Gruw ums Leben kommt. (Beitrag vom 1.07.2026)
Im Mühlendorf
Die Familie Becker / Beckerschs

Ottos Frau, die 1887 in Weroth geborene Wihelmine geb. Neitzert, brachte sechs Kinder zur Welt. Die vier ältesten von ihnen begegnen uns auf der Fotografie wieder. Rechterhand sehen wir die beiden Geschwister Richard (1911) und Elisabeth (1912), links neben den Eltern Johanna (1915) und Otto (1916). Nach Entstehen des Lichtbilds wurden noch die beiden Mädchen Helene (1922) und Gisela (1928) geboren.
Es war der Sohn Otto, der 1952 nach dem Tod des Vaters die Geschäftsführung des Kaufhauses übernahm. Sechzehn Jahre lang lenkte er die Geschicke, führte das Unternehmen erfolgreich weiter und erfreute sich bei seinen Kundinnen und Kunden größter Beliebtheit, als er 1968 plötzlich an einem Herzinfarkt verstarb. Die verbleibenden Jahre bis zur Firmenaufgabe Ende 1983 übernahm Raimund Spaniol die Firmenleitung.
Mein Dank geht an die Nachfahren der Kaufmannsfamilie Becker, die so freundlich waren, mir das Bild zur Verfügung zu stellen.
Die Familie Bierbrauer bzw. Schmidt / Bierbrauerschs

Wir sehen den 1885 in Puderbach geborenen Wilhelm Bierbrauer in einer feldgrauen Uniform des 1. Weltkriegs mit seiner gebürtig aus Breibach kommenden Frau Karoline geb. Schneider. Bei dem kleinen Mädchen handelt es sich um die 1914 geborene Tochter Erna. Das Paar bekam drei weitere Kinder, die Söhne Wilhelm (1916), Karl (1921) und Reinhold (1928) Bierbrauer.
Bierbrauerschs Herbert mit seinen Enkeln

Auf dieser anrührenden Aufnahme, die im Jahr 1920 entstanden ist, sehen wir den Abbab mit seinen beiden Enkeln Erna und Wilhelm, die sich liebevoll an den Großvater schmiegen.
Bierbrauerschs Erna

1938 hatte Erna Bierbrauer den aus Urbach stammenden Karl Schmidt geheiratet. Ist er es, der den neuen Rufnamen Uckis mit in die Ehe bringt? Und was soll er wohl bedeuten?
Die Familie Born / Muschender

Hinter ihnen stehen die drei gemeinsamen Söhne, links Karl, daneben der am 25. Juni 1895 geborene Philipp Born, der Vater vom „Muschender Milchen“ und vor den beiden der jüngste Sprössling Paul.

Zu den beiden hat sich die vielleicht sechsjährige Enkeltochter Emilie gesellt. Sie wird schon bald mit ihren Eltern Philipp und Pauline in das neu gebaute Anwesen ins Puderbacher Kirchdorf ziehen.
Die Familie Göbler / Hennerichs

1878 heiratet der aus Woldert kommende Herbert Göbler, dessen Vorfahren ursprünglich aus der Beroder Gegend stammen, die in Puderbach geborene Anna Katharina Blum. Nach zwei früh verstorbenen Kindern wird 1885 der Sohn Heinrich geboren, den wir hier stehend in der Bildmitte sehen. Er müßte auch der Begründer des späteren Rufnamens der Göblers gewesen sein. Jeder kannte die Familie unter dem Namen Hennerichs (Heinrichs). Zu seiner Seite, mit weißer Bluse und blondem Haar, steht seine Ehefrau, die aus Breibach stammende Wilhelmine geb. Runkler.
Links neben dem Stuhl der Mutter sehen wir die hochgewachsene und, wie ich finde, äußerst hübsche Tochter Anna. Sie begegnete uns bereits auf einem alten Schulfoto von 1897 mit Lehrer Becker. Die dritte Tochter ist Philippine, die junge, blonde Frau, die direkt hinter dem Vater steht. Sie bleibt unverheiratet und stirbt 1974 mit 77 Jahren als letzte der Göbler-Geschwister.
Die verbleibenden zwei Personen, die junge Dame ganz rechts und das halbwüchsige Mädchen mit Schleife im Haar, das so vertraut und liebevoll ihre Hand auf Herbert Göblers Schulter legt, sind deren Mündel, Kinder des früh verstorbenen Bruders Christian Göbler und seiner Frau Maria Katharina geb. Blum. Zum Zeitpunkt der Aufnahme, um 1911, sind bereits beide Elternteile tot und die beiden jungen Frauen Waisen.
Die Familie Lichtenthäler / Hanntäisen

Die Portraitaufnahme der kleinen Helga Lichtenthäler verheiratete Stanke steht stellvertretend für ihre ganze Familie, die beiden Eltern Simon und Lina Lichtenthäler geb. Weber, sowie für Ihre Großeltern, Wilhelm und Christine Lichtenthäler geb. Weber. Bei ihrer Großmutter handelt es sich um die Schwester des Gasthofbesitzers Christian Weber (Heydorschs).
Der Rufname Hanntäisen (Johann Matthias) dürfte von dem gleichnamigen, 1809 in Oberähren geborenen Johann Matthias Lichtenthäler herrühren, der um 1836 Helene Margarethe Spies heiratete und die Linie der Lichtenthäler in Puderbach begründete.
Die Familie Löhr / Schoopitterschs

Die Familie Müller / Lisjes

Ganz rechts, in dem gemütlichen Korbsessel sitzend, sehen wir die Mutter der zwei Familienzweige, die zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits greise Katharina Bachenberg geb. Born, im feinen Kleid und Haube. Links neben ihr sitzt die Tochter Wilhelmine, die 1890 den aus Winnen bei Westerburg stammenden Maurer Otto Müller geheiratet hatte. Bei den übrigen Personen des Bildes handelt es sich um die vier Kinder des Paares, beginnend mit der ältesten Tochter Kath. Philippine verheiratete Kambeck, deren Nachfahren noch heute den Rufnamen Lisjes tragen. Auf den Stuhl der Großmutter gelehnt sehen wir den Bruder Karl, den wir auch schon auf dem Sander-Bild des frühen Fußballclubs „Komet“ bewundern konnten.
Links neben dem Vater Otto steht der Sohn Reinhard, jener spätere Bauunternehmer, der am 23. September 1932 bei einem tödlichen Motorradunfall bei Dernbach ums Leben kommt. Das jüngste Kind der Müllers ist der Sohn Walter, der bereits mit 12 Jahren verstirbt und der zum Zeitpunkt der Aufnahme um die sechs Jahre alt sein dürfte. Die Fotografie aus Sanders Hand dürfte also um 1910 enstanden sein.
Es bleibt für mich die Frage, wo der Rufname herrührt. Lisjes leitet sich von dem Vornamen Elise bzw. Elisabeth ab. Womöglich gab die Mutter von Katharina Bachenberg geb. Born der Familie ihren Vornamen mit. Die 1810 geborene und 1876 verstorbene Elisabeth Born geb. Winterscheid hatte ihren Ehemann Philipp um 22 Jahre überlebt und war somit Oberhaupt der Familie gewesen.
Hildegard Müller geb. Lieske mit Mutter und Schwester

Geboren wird Hildegard 1902 in Gräfrath bei Solingen als Tochter des Dorfschullehrers Arthur Lieske und seiner aus Urbach stammenden Frau Anna geb. Dills. Die Eltern trennen sich nach wenigen Ehejahren. Der Rest der Familie rückt danach enger zusammen, was man aus dem Arrangement der Personen auf der Fotografie herauslesen mag.
Wie bereits erwähnt, stirbt der Lisjes Reinhard 1932 bei einem tragischen Verkehrsunfall und lässt Hildegard mit 30 Jahren als Witwe zurück. Die gemeinsame Tochter Anneliese ist zu diesem Zeitpunkt gerade mal sechs Jahre alt.
Die Familie Reinhard

Die Familie Scheiderer / Schreinerschs

Hier sehen wir Simon Scheiderer, der am 25. Januar 1859 in Puderbach geboren wird. 1887 heiratet er die sieben Jahre jüngere Wilhelmine Sommer aus dem Mühlendorf und zieht zu ihr und ihrem Vater ins Haus an der Schulstraße. Dem Paar werden sechs Kinder geschenkt, von denen drei das Erwachsenenalter erreichen. Da ist der älteste Sohn Wilhelm, der 1888 das Licht der Welt erblickt, gefolgt von der Tochter Bertha und dem jüngsten Sohn Gustav. Der Rufname der Familie lautet Schreinerchs und leitet sich vom Beruf des Herbert Sommer ab, dem Vater Wilhelmines.
Schreinerschs Bertha

Schreinerschs Gustav

Gustav wird als jüngstes Kind der Familie behütet und von allen umsorgt aufgewachsen sein. Ob er nach seinem Volksschulabschluß 1918 eine Ausbildung absolviert hat, ist mir nicht bekannt. Er wird aber viele Jahre in der Schleiferei der Geschwister Furthmann in Daufenbach arbeiten. Auch musisch scheint er äußerst begabt zu sein, denn er spielt verschiedene Musikinstrumente und ist langjähriges Mitglied des Puderbacher Posaunenchors. Wie seine ältere Schwester Bertha bleibt auch der Schreinerschs Gustav unverheiratet und verstirbt am 20. Juni 1980 mit 76 Jahren.
Die Familie Weber / Heydorschs

Der zweitjüngste Sohn Alfred und dessen Frau Irmgard waren es, die die Gastwirtschaft und den dazugehörigen Landwirtschaftsbetrieb weiterführten und in den 1960er Jahren an die gemeinsame Tochter Luise übergaben. Heute ist es die Urenkelin von Louise Weber geb. Heydorn und deren Tochter, die den Gasthof in 5. bzw. 6. Generation weiterführen.
Weitere Informationen und Bilder über die Heydorschs finden Sie unter dem Menüpunkt Die Gasthäuser des Ortes.
Erna Mayer / Heydorschs Erna
