Die Evangelische Kirchengemeinde

Die Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Puderbach im 18. und im 19. Jahrhundert

Johann Daniel Hendsch

Leider ist uns über Johann Daniel Hendsch, der im Dezember 1708 die vakante Pfarrstelle in Puderbach antritt, wenig bekannt. Er wird am 9. Juni 1678 in Herborn geboren. Bereits sein Großvater war reformierter Pfarrer in Holzklau gewesen, ein Stadtteil Freudenbergs bei Siegen. Am 3. Oktober heiratet er Maria Johannette Luisa Bingel, die Tochter des Altenkirchener Pastors Johann Hermann Bingel.

Nikolaus Bruno Hendsch

Zwei der in dieser Ehe gezeugten Kinder treten in die Fußstapfen des Vaters. Der älteste Sohn Hermann Jakob übernimmt 1752 die Pfarrei in Oberdreis. Der am 17. März 1720 geborene Nikolaus Bruno beerbt den Vater und wird nach dessen Tod am 24. September 1757 Pastor des Pfarramts in Puderbach. Schon ein Jahr zuvor hatte er in der Kirchengemeinde als Gehilfe, als sogenannter „Adjunkt“, gearbeitet. Über seine Arbeit und seine Bestrebungen ist einiges überliefert. Neben seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer ist er auch als „Oberpfarrer“ des Bezirks Dierdorf beschäftigt, beaufsichtigt das Wohl und Wehe der Kirchen und Schulen der Gegend. Desweiteren setzt er sich ungeachtet allem Widerstreben der Bauern für die Abgabe des Kartoffelzehnten ein. Für die doch recht arme Landbevölkerung bedeutet die 10 prozentige Steuer in vorm von Naturalien, die an die Pfarrei geht, eine zusätzliche Belastung.

Keine Glaubensfreiheit für Katholiken

1750 gewährt Graf Johann Ludwig Adolf von Wied-Runkel seinen katholischen Untertanen Religionsfreiheit. Im Zuge dessen lässt sich 1755 eine Gruppe von Männern des Kapuzinerordens in Dierdorf nieder und will nach dem Erhalt einer größeren Summe aus einer Erbschaft ein Kloster errichten.

Pfarrer Hendsch tut sich als entschiedener Gegner und Widersacher hervor, wird in seinen Predigten gegen die „Andersgläubigen“ gewettert haben. 1776 kommt es dann zu tätlichen Ausschreitungen, bei denen Unbekannte in einer Nacht- und Nebelaktion die bereits errichteten Fundamente des Klosters zerstören. Aus Angst um Leib und Leben flüchten die Mönche aus der Stadt. Die hiesige evangelisch reformierte Christenheit nebst ihren Pfarrern übt solch einen Druck auf den regierenden Grafen aus, daß dieser sich gezwungen sieht, seinen Erlass der Glaubensfreiheit zurückzuziehen.

Verfall der Sitten

Ein weiterer Dorn im Auge von Nikolaus Bruno Hendsch ist jedwede Form von Laster und Ausschweifungen. Die Puderbacher Dorf- und Kirchenchronik von Rudolf Löhr aus dem Jahr 1930 zitiert Hendsch wie folgt:
„Trotz alles wohlmeinenden Warnens und Abmahnens nehmen allerhand unchristliche und die Schranken der Ehrbarkeit und des Wohlstandes ausschreitende Sitten von Tag zu Tag mehr zu.“ Die Besucher des Steimeler Marktes, auswärtige und hiesige würden auf dem Heimwege „in der Lorenz Haags Wittibs Behausung, welche wie landeskundig schon vor langer Zeit her eine Schule und Werkstätte des Satans gewesen, aber auch bei dem Schutzjuden Abraham, durch Musikanten und Bierfiedler angelockt, und brächten die Nächte bis an lichten Morgen mit allerlei leichtfertigem, unkeuschem Treiben zu, woraus gar oft Schlägereien entstehen.“ Die „Bachus und Venus Brüder“ wie er sie nennt, lieben „unbändiges Jauchzen und tolles Schreien, sonderlich im Vorbeigehen hiesigen Pfarrhauses, dem Pastor, wie sie sagen, zum Trutz.“

Niklas Wilhelm Heinrich Hendsch


Von den mit seiner Ehefrau Johanna Katharina Margaretha geborene Bellingrath gemeinsam gezeugten 16 Kindern ist der Werdegang des am 27. Januar 1779 geborenen Niklas Wilhelm Heinrich Hendsch besonders interessant und erstaunlich gut dokumentiert.

Der Geburts- bzw. Taufeintrag von Niklas Wilhelm Heinrich Hendsch. Er kommt am 17. Dezember 1779 als 15. Kind des Pfarrers Nikolaus Bruno Hendsch und seiner Frau Johanna Katharina Margaretha Henrietta zur Welt.

Nach dem Tod des Vaters 1788 zieht die Mutter mit Niklas und drei weiteren noch minderjährigen Kindern von Puderbach zum ältesten Sohn nach Wolfenhausen bei Runkel, der dort Pfarrer der Kirchengemeinde ist.

Soldat in holländischen Diensten

Mit 13 Jahren beschließt Niklas dann, Soldat zu werden. Im Regiment seines älteren Bruders, das in holländischen Diensten steht, findet er Aufnahme. Im Zuge der Revolutionskriege kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Holland und Frankreich, aus denen die Revolutionstruppen Frankreichs als Sieger hervorgehen, die Niederlande besetzen und nach Bündnisverhandlungen in die sogenannte Batavische Republik umbennen. Niklas gerät in französische Gefangenschaft, wird nach Frankreich verschleppt und erkrankt dort vermutlich auf Grund der Strapazen und Entbehrungen schwer. 1795 wird er entlassen und kehrt nach Holland zurück.

Kriegseinsätze unter Napoleon

Dem Militär bleibt er treu, steigt im Jahr 1802 zum Leutnant auf, bildet sich weiter, erlernt die französische Sprache. 1806 nimmt er im Rahmen der Koalitonskriege an der Besetzung des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg und der Einnahme Hannovers teil. Sechs Jahre später zieht er als Adjutant eines Generals Durutte mit der Grande Armée Napoleons Richtung Russland. Dieser Feldzug wird ein Debakel. Durch Kampfhandlungen und den einsetzenden Winter verlieren von 600.000 französischen Soldaten rund 350.000 Mann ihr Leben, darunter viele deutsche, die in der französischen Armee dienen. Niklas Wilhelm Heinrich Hendsch übersteht den Feldzug unbeschadet, wird aber in den anschließenden Befreiungskriegen am Bein verwundet. 1814 mit dem Vertrag von Chaumont enden die Koalitionskriege.

Am 3. März 1815 heiratet Niklas Wilhelm Heinrich Hendsch die aus dem Department Yonne stammende Victoire Hyacinthe Chomereau in der Garnisonsstadt Thionville.
Militärische Karriere

Niklas verbleibt in französischen Diensten, wird 1815 zum Major ernannt, wird 1821 Offizier der Ehrenlegion, 1823 zum Oberstleutnant des 57. Infanterie Regiments berufen und 1830 zum Oberst des 42. Regiments befördert. 1837 erfolgt dann die Ernennung zum General. Er genießt hohes Ansehen selbst beim französischen König, der seine beiden Kinder Viktor und Eugenie unentgeltlich ausbilden lässt. 1841 wird er pensioniert und verbringt seinen Lebensabend in dem Städtchen Joigny, das zum Department Yonne gehört und das Zuhause seiner Ehefrau ist.

Seiner alten Heimat und den Geschwistern bleibt er stets verbunden, wie ein Eintrag im Puderbacher Kirchenbuch beweist. Dort, im Geburtseintrag von Niklas Hendsch vom Jahr 1799 vermerkt Pfarrer Reinhardt folgendes:

„Heute den 26. Mai 1856 hat dies Kind als 76jähriger Greis u. französischer General außer Diensten, wohnend bei Joigny zwischen Paris u. Lyon u. auf Besuch bei seiner verwandten Familie des Lehrer Nolls zu Neuwied, nochmals wie auch 1845 seinen Geburtsort Puderbach u. seines Vatersgrab rechts unterhalb der Kirche in kindlicher Pietät besucht u. am selben gebetet.“

Der handschriftliche Eintrag Pfarrer Reinhardts vom 26. Mai 1856.

Am 30. Januar 1861 verstirbt Niklas Wilhelm Heinrich mit 82 Jahren in seiner Wahlheimat Frankreich. Sein Grabmal ist noch heute auf dem Friedhof von Joigny zu finden.

Links:

Die Offiziere der 8. Demi-Brigade und 8ème Régiment de Ligne Gi-K

http://www.8eme.de/die-offiziere-der-8-demi-brigade-und-8eme-regiment-de-ligne-h-k/

https://seynaeve.pagesperso-orange.fr/page_h.htm

Pfarrer Friedrich Heinrich Mohn

Pfarrer Friedrich Heinrich Mohn in den 1920er Jahren.

Am 12. April 1877 wird der aus Heiligenhaus bei Düsseldorf stammende Friedrich Heinrich Mohn in sein Amt als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Puderbach eingeführt. Bis ins Jahr 1923 leitet er die Geschicke der Pfarrei. Er wird zu einer prägenden Figur, die sich nicht nur um das geistliche Wohl seiner Gemeindemitglieder kümmert, sondern auch ganz praktische Hilfe leistet. Mohn war wohl ein Anhänger des Arztes Samuel Hahnemanns und seiner alternativmedizinischen Behandlungsmethode, der Homöopathie. Er verteilt an die Kranken des Ortes kleine Kügelchen, die gegen unterschiedlichste Gebrechen und Krankheiten Hilfe versprechen. Für die arme Landbevölkerung, die sich oftmals keine Arztbehandlung leisten konnte, war das eine willkommene Alternative, vor allem wenn man bedenkt, daß erst 1905 ein Arzt sich in Puderbach niederläßt.

Sanierungsfall Kirche

Hier ist die dreischiffige romanische Kirche Puderbachs zu sehen, die höchstwahrscheinlich um 1200 errichtet wurde. Da der Bruchsteinbau im 19. Jahrhundert derartig baufällig war und eine polizeiliche Schließung drohte, trug man das Gebäude 1885 ab und errichtete auf ihren Fundamenten das neugotische Gotteshaus.

Ich muß ehrlicher Weise sagen, daß ich es manchesmal bedauere, daß man damals das alte romanische Kirchlein abgerissen hat. Sicher, der Bau war derartig baufällig, daß man Sorge um Leib und Leben hatte und von behördlicher Seite die polizeiliche Schließung drohte. Zudem wären die Kosten für eine Sanierung enorm gewesen. Doch die Intimität und Behaglichkeit eines kleinen Kirchenraums würde, gerade in heutiger Zeit bei sinkenden Mitgliederzahlen und nur wenigen Gottesdienstbesuchern, die Atmosphäre deutlich wärmer gestalten. So wirken die sonntäglichen Besucher in dem großen Kirchenschiff doch recht verloren. Damals waren jedoch die Mitgliederzahlen noch deutlich höher und an manchen Sonntagen reichte der Platz kaum aus.

Eine Zeichnung des Inneren der romanischen Kirche mit Kanzel und Kanzeldach, dem sogenannten Schalldeckel, der dazu diente, die Worte des Pfarrers in Richtung der Gläubigen zurückzuwerfen, sodas man die Predigt im ganzen Raum verstand. Bis heute ist ein Zierelement dieses Kanzeldeckels erhalten und ist im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde zu bewundern.
Der 1887 eingeweihte neugotische Kirchenbau zu Puderbach.
Kirchenneubau

So kommt es im Jahr 1885 zur Abtragung des romanischen Kirchengebäudes und am 3. Juni 1886 zur andächtigen Grundsteinlegung unter Anwesenheit meines Ururgroßvaters Julius Kuhl (er verlötet das Blechgefäß mit diversen Schriftstücken und Münzen der Zeit). Am 4. November findet dann unter mannigfacher Beteiligung der Dorfbevölkerung die feierliche Einweihung statt. Nun haben rund 650 Gläubige die Möglichkeit den Gottesdienst zu besuchen. Das alte Kirchlein bot nur 262 Sitzplätze.

Das Programmheft zur feierlichen Eröffnung des neuen Kirchenbaus am 4. November 1887.
Das alte Konfirmationsblatt vom „Heydorsch Louis“. Die Einsegnung fand am 12. April 1908 in der Puderbacher Kirche statt. Wunderbar ist die feine und präzise Handschrift des Pfarrer Mohn.

Gemeindehaus

Am 30. Januar 1911 wird dann zudem ein neues geräumiges Gemeindehaus eröffnet, das u.a. der Frauenhilfe und dem ihm angeschlossenen Jungfrauenverein Platz für ihre Aktivitäten bietet.

Das 1911 eingeweihte evangelische Gemeindehaus.
Der Puderbacher Jungfrauenverein im Saal des Gemeindehauses möglicherweise im Jahre 1926. In der Mitte mit Topfpflanze sieht man die Frau des damaligen Pfarrers Bockemühl. Die Mädchen sind u.a. von links hintere Reihe: Hertha Bitzer a. Reichenstein, Ida Kuhl verh. Velten („Schlössersch“), Käthe Velten verh. Projahn („Schurrmes“), Elisabeth Becker verh. Gabel, Inge Hülpüsch, 2 Personen unbekannt. Mittlere Reihe: Klara Seitz a. Werlenbach, 2 Personen unbekannt, Erna Klaas verh. Schneider a. Niederdreis, Lina Letschert a. Niederdreis, 3 Personen unbekannt, Erna Weingarten verh. Engfer, Laura Deneu verh. Kuhl („Sannersch“), Hilde Schmuck a. Woldert Vordere Reihe: 2 Personen unbekannt, Dora verh. Schmidt a. Richert, …, Frau Pfarrer Bockemühl, 3 Personen unbekannt, Schwester v. Hilde Schmuck a. Woldert. In Klammern stehen die Rufnamen der Familien. Erkennen Sie noch weitere Personen auf dem Bild?
Vermutlich um 1927 ist diese Fotografie vor den Eingängen des alten Gemeindehauses entstanden. Zu sehen sind ganz rechts Pfarrer Bub mit den jungen Damen des Jungfrauenvereins. Durchnummeriert sind zu sehen: 1 Inge Hülpüsch, 2 Elisabeth Becker verh. Gabel, 3 Pfarrersfrau Helene Bub, 4 Klara Seitz aus Werlenbach, 5 Luise Runkler verh. Velten (Andresen), 6 Anna Kuhl verh. Klaas (Schlössersch), 7 Erna Bierbrauer verh. Schmidt, 8 Hertha Bitzer aus Reichenstein, 9 Lina Letschert aus Niederdreis, 10 Hilde Kurz aus Niederdreis, 11 Erna Klaas verh. Schneider, 12 Paula Runkler (Konrädches). Erkennen Sie weitere Personen?
Kinder aus Puderbach und den umliegenden Ortschaften vor den Eingängen des ev. Gemeindehaus versammelt um das Jahr 1928. Aus welchem Anlass sie zusammenkamen ist nicht bekannt. Zu sehen sind: 1 Erna Wieser verh. Marth aus Niederdreis, 2 Herbert Scheiderer („Schreinersch“), 3 Otto Becker, 4 Hilda Löhr verh. Deneu („Schoopittersch“), 5 Herbert Göbler („Hennerichs“) 6 Karl Bierbrauer, 7 Karl Siegel, 8 Bruno Schneider, 9 Martha Staatsmann, 10 Alfred Schäfer, 11 Karl Bayer, 12 Hilde Iskenius, 13 Margarethe Dorr („Schrinnersch Gretchen“), 14 Walter Kuhl („Schlössersch“), 15 Magret Bay, 16 Heinrich Göbler („Hennerichs“). In Klammern die Rufnamen der Familien, ein Brauchtum, daß in unserer Zeit kaum noch Anwendung findet. Erkennen Sie noch weitere Personen auf dem Bild?

Pfarrer Peter Bockemühl

Nachdem Pfarrer Mohn im April 1923 in seinen wohlverdienten Ruhestand tritt (er verstirbt am 26.11.1926), übernimmt der in Wermelskirchen geborene Robert Peter Bockemühl für 4 Jahre das Pfarramt in der Kirchengemeinde. Er wird 1927 in die evangelisch-reformierte Gemeinde nach Wuppertal-Cronenberg wechseln. Besondere Erwähnung soll finden, daß sich Bockemühl in den Jahren 1933 bis 1945 der in Barmen gegründeten Bekennenden Kirche anschließt und durch Predigten, Vorträge und Schriften der Gleichschaltung durch den nationalsozialistischen Staat widerspricht.

Gruppenaufnahmen der Konfirmanden

Mit dem Weggang von Bockemühl wird am 31. März 1927 Friedrich Wilhelm Bub Pfarrer der Puderbacher Kirchengemeinde. Er wird die wunderbare Tradition einführen, die konfirmierten Kinder der Gemeinde an ihrem Festtage vorm Eingang der Kirche zu fotografieren. Hier seien einige Aufnahmen seit Einführung der Tradition gezeigt.

Konfirmation am 10. April 1927
Die ersten Konfirmanden des neuen Pfarrers Friedrich Wilhelm Bub am Palmsonntag den 10. April 1927. Es handelt sich um den Jahrgang 1913 und durchnummeriert sind zu sehen: 1 Emil Born, 2 Luise Runkler verh. Velten, Anna Kuhl verh. Klaas, 4 Otto Born, 5 Alfred Schuh, 6 Paul Puderbach (er starb im Jahr 1933 bei einem Badeunfall im Holzbach), 7 Mathilde Neuer, 8 Alfred Dorr (auch er verstarb bereits 1934 bei einem Arbeitsunfall), 9 Hertha Wieser aus Niederdreis. Die anderen Personen kann ich leider nicht zuordnen, aber vielleicht können Sie mir bei der Festlegung helfen. Zu sehen sind aus Puderbach: Helene Kambeck, Erich Noll, Paula Runkler u. Wilhelm Spies. Aus Breitscheid: Walter Hassel, Erika Oettgen u. Elisabeth Wolf. Aus Daufenbach: Elisabeth u. Richard Bachenberg, Kurt Schäfer u. Erna Schmidt. Aus Döttesfeld: Ewald Schuh u. Marg. Louise Velten. Aus Haberscheid: Ilse Luise Müller u. Ewald Stein. Aus Muscheid: Adolf Hoffmann, Walter Kurz u. Erwin Erich Schneider. Aus Niederdreis: Irma Rafflenbeul u. Wilhelm Velten. Aus Oberähren: Paula Becker u. Otto Weber. Aus Reichenstein: Friedr. Wilh. Hachenberg, Dora Moos u. Martha Stein. Aus Werlenbach: Emma Kraus, Ernst Oettgen u. Minna Seitz. Aus Weroth: Philipp Oettgen u. Auguste Schneider. Aus Woldert: Karl Christ, Lydia Gleißner, Wilhelm Heuser, Karl Klein, Friedr. Wilh. Nies, Walter Oettgen u. Alma Wagner.
Konfirmation am 13. April 1930
Die Konfirmanden des Jahrgangs 1916 aufgenommen an ihrem Ehrentag am 13. April 1930 vor der Puderbacher Kirche. Durchnummeriert sind zu sehen: 1 Elfriede Funk verh. Berndt, 2 Theo Neuer, 3 Otto Becker, 4 Heini Blum (Chrisjes), 5 Werner Kunz (Wenersch), 6 Walter Schuh (Kläfonks), 7 Luise Iskenius, 8 Erna Born verh. Spies (Hoochspitterichs), 9 Erna Wieser verh. Marth a. Niederdreis, 10 Karl Spies, 11 Fritz Velten (Schoophillps) und 12 Anna Starrmann a. Niederdreis. Die anderen Kinder sind aus Breitscheid: August Egly u. Erich Hassel. Aus Daufenbach: Luise Altgeld, Martha Bürger, Paul Kambeck, Anna Kühnemann u. Lina Trepper. Aus Döttesfeld: Rudi Müller. Aus Haberscheid: Laura Müller. Aus Muscheid: Lina Dills u. Walter Runkel. Aus Oberähren: Heinrich Hachenberg u. Lina Wagner. Aus Werlenbach: Otto Kraus u. Otto Schumacher. Aus Woldert: Karl Wagner und Frieda Worring. Erkennen Sie die anderen Jugendlichen und können mir bei der Zuordnung helfen?
Konfirmation am 29. März 1931
Leider liegt mir bei diesem Konfirmationsbild des Jahrgangs 1917 nicht die komplette Namensliste vor, sodas ich nur drei Personen konkret zuordnen kann. Durchnummeriert sind zu sehen: 1 Hilda Löhr verh. Langhardt bzw. Deneu (Schoohpittersch), 2 Maria Runkler (Konrädches) und 3 Erna Schäfer verh. Pistorius (Vollmanns). Unter den Prespytern sei ganz rechts der Volksschullehrer Heinrich Neitzert genannt, der auch Leiter des Kirchenchores war. Schon im Jahr zuvor ist die Gruppe der Konfirmanden und Konfirmandinnen zahlenmäßig deutlich kleiner als frühere Generationen. Schuld ist der 1. Weltkrieg. Die Separation der Ehepaare und die schlechte Versorgungslage in den Jahren 1914 bis 1918 sorgten für einen rapiden Geburtenrückgang.

50jähriges Bestehen unter Pfarrer Bub

1937 nimmt man unter dem Nachfolger Mohns Herrn Pfarrer Friedrich Wilhelm Bub eine Innenrenovierung vor. Bedauerlicherweise fällt den Malerarbeiten die durchgemalte Empore im Chorraum zum Opfer. Am 24. Juli 1938 feiert man dann das 50jährige Bestehen des Kirchenbaus unter Anwesenheit von Johannes Kuhlo, dem Mitbegründer der Posaunenchorbewegung, auch unter dem Beinamen „Posaunengeneral“ bekannt.

Vermutlich zur fertigen Renovierung im Jahr 1938 hat man diese Fotografie in Auftrag gegeben.
Hier eine Aufnahme der Teilnehmer des Festaktes zum 50jährigen Bestehen der neugotischen Kirche am 24. Juli 1938. Durchnummeriert sind zu sehen: 1 Brigitte Bub (Tochter v. Pfarrer Bub), 2 Anna Brauer (Hoochs), 3 Helene Bub (Frau v. Pfarrer Bub), 4 Bertha Scheiderer (Schreinersch), 5 Anna Kuhl verh. Klaas (Schlössersch), 6 Karoline Kuhl (Schlössersch), 7 Friedrich Velten, 8 Pfarrer Friedrich Wilhelm Bub, 9 der „Posaunengeneral“ Johannes Kuhlo, 10 Alfred Bachenberg (Scholzen) Leiter des Posaunenchors. Erkennen Sie noch weitere Personen auf dem Bild?

Neue Läuteordnung von 1939

Mit dem Kriegseintritt im Jahr 1939 wird der Kirchengemeinde auch eine neue Läuteordnung vorgeschrieben. Einige der einschränkenden Vorschriften sind: Die Kirchenglocken müssen schweigen 1. während eines Fliegeralarms 2. in der Zeit von 18 bis 8 Uhr 3. bei Taufen 4. bei Trauungen. Weiterhin wurde festgelegt, daß die Glocken nur 3 Minuten läuten dürfen und am Sonntage nur einmal zum Gottesdienst rufen.

Die Glocke Maria schweigt

Otto Haberscheidt hält das Herunternehmen der Glocke Maria am 23. April 1942 mit dem Fotapparat fest.

Im Jahr 1942 soll auf behördliche Anordnung eine der Puderbacher Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen werden. Trotz der Bemühungen der Kirchengemeinde, die Glocke in der Kirche zu erhalten, wird sie am 23. April 1942 unter Anteilnhame zahlreicher Gemeindemitglieder aus dem Kirchturm herabgelassen und wird am 24. April nach Hamburg verbracht. Glücklichen Umständen ist es zu verdanken, daß sie nicht eingeschmolzen und auch nicht durch die Luftangriffe auf Hamburg zerstört wird. Am 29. Dezember 1947 trifft sie wohlbehalten in Puderbach ein und läutet bereits in der Silvesternacht mit ihren Schwestern das neue Jahr ein.

Kirchenchor

Im Jahr 1887 wird der erste Kirchenchor der Gegend in Daufenbach von einem Johannes Loh der sogenannten Evangelischen Gesellschaft gegründet. Dieser christliche Gemeindeverband, der 1848 in Elberfeld entstand, hatte sich zum Ziel gesetzt, die durch eine liberale Theologie und eine rasant fortschreitende Industrialisierung ansteigenden Kirchenaustritte zu stoppen und die Menschen wieder dem Schoß der Glaubensgemeinschaft zuzuführen. 1898 dann formiert sich unter ebenjenen Loh der erste Chor in Puderbach. 1924 kommt es nach vorangegangener Auflösung durch Herrn Pfarrer Bockemühl zur Bildung des neuen Kirchenchors mit geänderter Satzung. Hier seien einige der wichtigsten Chorleiter bis ins Jahr 1946 genannt. Dazu zählten Herr Karl Bachenberg aus Daufenbach und die Lehrer Zimmermann und Neitzert aus Puderbach. Nach den Wirren des 2. Weltkriegs übernimmt 1946 Herr Wilhelm Stein das Amt des Chorleiters und wird es erst im Dezember 1970 an seinen Nachfolger Herrn Emil Velten aus Puderbach übergeben. Hier einige Fotos des Kirchenchores aus der Zeit von Herrn Stein.

Eine Chorprobe im alten Gemeindehaus um 1958. Im Vordergrund der Chorleiter Herr Wilhelm Stein. Die Damen sind von links nach rechts: Johanna Leis geb. Iskenius, Laura Kuhl geb. Deneu, Thea Haag, Wilma Hoffmann geb. Nies, Mechthild Kaulbach geb. Hachenberg, Erna Spies geb. Haag und Ida Dorr.
Die Frauenstimmen des Chors im Einsatz. Von links nach rechts sind zu sehen: Anna Hachenberg, Anna Brauer, Johanna Leis geb. Iskenius, Laura Kuhl geb. Deneu, Emilie Krantz geb. Born, Käthe Schmidt geb. Velten, Thea Haag und Wilma Hoffmann geb. Nies.
Hier eine ebenfalls um 1958 entstandene Aufnahme des Chores mit den Männerstimmen. Durchnummeriert sind zu sehen: 1 Emil Herzog, 2 Anna Hachenberg, 3 Anna Brauer, 4 Gustav Schneider, 5 Laura Kuhl geb. Deneu, 6 Irmgard Dorr, 7 Margund Schneider, 8 Emilie Krantz geb. Born, 9 Ilse Eidmann geb. Loos und 10 Dora Göbler geb. Schuh.

Krippenspiel-Aufführung

Wer kann sich nicht an eine der Krippenspiel-Aufführungen zum Heiligen Abend erinnern, an der er selbst oder eines seiner Kinder bzw. Enkelkinder teilgenommen hat.

Hier eine Aufnahme der Krippenspiel-Teilnehmer um das Jahr 1952. Zu sehen sind: 1 Lore Born verh. Graß (Herwescheds), 2 Hans Kuhl (Schlössersch), Luise Weber verh. Müller (Heydorsch). Kennen Sie jemand von den anderen Kindern?

Links:

Webseite der evangelischen Kirchengemeinde Puderbach

https://www.puderbach.org/

Biographische Daten zu Johannes Kuhlo

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Kuhlo

Friedrich Heinrich Mohn stammt aus einer Pfarrer-Dynastie. Hier Informationen zu seinem Großvater Peter Friedrich Mohn

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Mohn

Über Pfarrer Peter Bockemühl

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Bockem%C3%BChl

Über die Evangelische Gesellschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Gesellschaft_f%C3%BCr_Deutschland#:~:text=Die%20Evangelische%20Gesellschaft%20f%C3%BCr%20Deutschland,Evangelischen%20Kirche%20vor%20Ort%20zusammenarbeiten.