Puderbach in alten Ansichten

Die neue Kirche

Diese Bild wird zur Erinnerung an die Errichtung der neuen Kirche im Jahr 1887 entstanden sein. Links im Vordergrund steht das Haus der Familie Schneider (Annekerts). Links gegenüber der Kirche sieht man das alte Pfarrhaus, eines der wenigen Steingebäude zu dieser Zeit.

Der alte Gasthof Kasche

Eine alte Postkarte, die 1898 von Karl Siegel an einen Freund verschickt wurde. Zu sehen sind die Reichensteiner Burg, die alte Gastwirtschaft Kasche vor dem Brand 1902 und ein Blick vom Mühlendorf Richtung Kirchdorf. Im Vordergrund sieht man einen Art Gymnastikplatz mit Turnstange.

Die Steimeler Straße

Eine wunderbare Fotografie um 1900 von der Steimeler Straße Richtung Dorfmitte. Das Fuhrwerk mit den Fässern gehörte zur Gastwirtschaft Kasche. Der Fahrer war Karl Schmidt, der kleinere Geschäfte in der Umgegend mit Bier versorgte. Der Gerstensaft kam von Koblenz über die Bahn nach Puderbach und wurde von ihm mit dem Pferdefuhrwerk bis nach Rengsdorf verteilt. Bis in die 1920er Jahre ging er dieser körperlich schweren Arbeit nach. Danach wechselte er in die Puderbacher Mühle der Familie Kölbach. Bis heute trägt die Familie den Rufnamen „Kasches-Schmidt“ nach der Tätigkeit in dem Gasthof.

Dorfpartie mit Kirche

„Wir sitzen so fröhlich beisammen und hätten die eine Bitt, Du wärest in unserer Mitt.“ So schreiben im September 1906 Karl Velten und Berthold Bär an ihren gemeinsamen Freund Karl Siegel. Die Aufnahme des Kirchdorfs dürfte bereits um 1900 entstanden sein und wird in der Folge immer wieder auf Postkarten gezeigt werden.

Dorfpartie mit Bahnhof

Diese Aufnahme des Ortes wird immer wieder in verschiedenen Formaten und unterschiedlichen Ausstattungen auf den zwischen 1905 bis 1915 produzierten Potkarten zu sehen sein. Der Blick geht vom Mühlendorf über die heutige Hauptstraße ins Kirchdorf hinein. Rechts am Bildrand sieht man den 1884 errichteten Bahnhof. Etwas weiter oben, unterhalb der Kirche, steht die alte Schule der Jahre 1842 bis 1890, die nach dem Bau des neuen Schulgebäudes noch vom Turnverein als Trainingsraum genutzt und später dann abgetragen wird.

Dorfpartie und Gasthof Hümmerich

Auf dieser 1907 verschickten Postkarte taucht die oben zu sehende Dorfansicht wieder auf. Zudem gibt es einen Blick auf das Kirchdorf, die Silhouette der Burg Reichenstein und der Gasthof Hümmerich an der heutigen Mittelstraße, wo man die Grußkarte sicher käuflich erwerben konnte.

Brücke und Dorfmitte

Zwei wunderbare Blickwinkel zeigt diese 1913 verschickte Postkarte. Oben steht der Fotograf auf der Bahnhofstraße und nimmt die Brücke mit einem kleinen Wasserfall auf, der heute nicht mehr existiert. Ist das Fachwerkgebäude die frühere Mühle oder nur eine Scheune? Und dann begibt sich der Lichtbildner auf das Flurstück „auf der Kirchbitz“, der heutigen Friedensstraße, und nimmt die alte Dorfmitte auf.

Das Kriegerdenkmal an der Hauptstraße

Am 31. August 1913 wird feierlich das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges an der heutigen Hauptstraße eingeweiht. Vermutlich ist das ganze Dorf auf den Beinen, wie man an den zahlreichen Kopfbedeckungen im Vordergrund erkennt. Auf der Fotografie sieht man den Moment der feierlichen Zeremonie. Der Kaiser und seine Gattin sind durch Transparente mit ihren Konterfeis anwesend, ein Fahnenspalier lenkt den Blick auf das Mahnmal. Wer ist wohl der Uniformierte, der anscheinend den Festakt leitet?

Erstes Vorturnen zur Einweihung

Zum ersten Mal, aus Anlaß der Einweihung des Kriegerdenkmals, darf der 1909 gegründete Turnverein sein Können unter Beweis stellen. Die Begeisterung unter den Zuschauern wird groß gewesen sein. In welchem Jahr wurde das Ehrenmal abgeräumt und blieben Teile davon erhalten? Vielleicht können Sie mir bei der Beantwortung der Frage helfen!

Ansichten von August Sander

Die nächsten vier Postkarten werden um 1915 entstanden sein und zeigen Ansichten Puderbachs und Reichensteins, die aus der Hand des Kölner Fotgrafen August Sander stammen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Grußkarten waren für ihn gewiß ein willkommenes Zubrot.

Drei Motive Puderbachs zieren diese alte Grußkarte. Ganz oben ein Blick auf die Kirche mit den Anwesen Funk und Sanner rechts im Vordergrund. Unten links ein Blick von der beginnenden Bahnhofstraße auf die Brücke, die mit einer Vielzahl an Schaulustigen besetzt ist. Und unten rechts ein Holzbachwehr, das heute nicht mehr existiert. Welcher Puderbacher weiß, wo es sich früher befand?
Ich bin mir nicht ganz sicher, wo genau August Sander seine Kamera positioniert hat, als er die Aufnahme von der oberen Dorfpartie anfertigt. Vermutlich steht er auf der Huth Richtung Niederdreis und nimmt die Häuser an der Steimeler Straße auf. Links eine Fotografie der Kirche und unten das 1911 neuerichtete Gemeindehaus.
Stolz ragen die Ruinen der Burg Reichenstein aus dem sommerlichen Blätterwald hervor. Auf der rechten Aufnahme sieht man in Vordergrund etwas erhöht die Bahngleise Richtung Altenkirchen. Ein Herr mit Rad hat sich als Staffagefigur mit ablichten lassen. Die Fotografien in der Mitte zeigen oben die Häuser am Zusammenlauf der Steimeler Straße und Hauptstraße und unten vermutlich die Hauptstraße Richtung Reichenstein. Könnte das linkerhand das Haus des Schreiners Dorr sein?
Da es zu dieser Zeit noch keine Farbaufnahmen gab, colorierte die Druckerei die Fotografie August Sanders nach. Am unteren Bildrand erkennt man das kleine Fachwerkhaus der Familie Weingarten bzw. Bierbrauer auf dem Felsen. Ganz links sieht man den Gasthof Kasche mit seiner Fassadenwerbung und rechts neben der Kirche ragt Pfarr- und Gemeindehaus hervor.

Häuser am Felsen

Hier sieht man eine Aufnahme des Kirchdorfs, die zwischen 1925 und 1930 entstanden sein wird und die teils neu errichteten Gebäude auf dem Felsen zeigt. Das Haus meiner Eltern, daß sie Anfang der 1970er Jahre kauften, ist ebenfalls zu erkennen. Erbaut wurde es 1924 und feiert somit in drei Jahren sein 100jähriges Bestehen.

Blick von der Huth

Folgt man der Straße Richtung Dorfmitte dann taucht links an dritter Stelle das alte Schulgebäude aus Bruchstein auf, daß 1892 errichtet wurde. In der Bildmitte erkennt man an seiner hellen Fassade das im Stile der Reformarchitektur erbaute Haus der Familie Hennemann, in dem sich viele Jahrzehnte die Arztpraxis von Dr. Ludwig Hennemann und später die seiner Tochter Renate befand.

Häuser an Steimeler und Wollbachstraße

So wie die zwei vorangegangenen Ansichten wird auch diese zum selben Zeitpunkt entstanden sein, zwischen den Jahren 1925 bis 1930. Es ist Frühjahr, die Bäume sind noch unbelaubt, aber die Arbeiten auf den Feldern haben bereits begonnen. Der Fotograf schwenkt seine Kamera weg von der Dorfmitte hinüber zur Burgruine Reichenstein und den Häusern an der Steimeler Straße und der Wollbachstraße. Ich bin mir recht sicher, daß es sich bei dem Fachwerkgebäude ganz links um das „Kullen“ Haus handelt, in dem sich vor dem Bau der Synagoge ein Betsaal für die jüdischen Bürger Puderbachs befand.

Holzbach mit Brücke

Und noch eine Aufnahme aus demselben Frühjahr. Hier steht der Fotograf auf der Bahnhofstraße und nimmt den Holzbach nebst Brücke auf. Das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Zerres ist am linken Rand gerade noch zu erkennen.

Kirchdorf im Winter

Ein schöner Blick auf das verschneite Kirchdorf aus dem Jahr 1925. Im Vordergrund steht der Zahnarzt Wilhelm Gast.

Hauptstraße

Eine Fotografie der Häuser an der Hauptstraße um das Jahr 1925. Rechts im Vordergrund müßte man das Anwesen der Familie Dorr sehen. Dahinter, leicht versteckt, lugt das Haus der Familie Scharfenstein hervor.

Zahnarztpraxis Gast

Auf dieser Aufnahme befinden wir uns ebenfalls auf der Hauptstraße. Es ist das Jahr 1927 und das Zahnarzt-Ehepaar Wilhelm und Johanna Gast haben sich gerade ein schickes Automobil, einen Opel 4/12 PS, zugelegt, wegen seiner grünen Farbe auch „Laubfrosch“ genannt. Auf dem Foto posiert die stolze Hanna Gast . Im Hintergrund sieht man das Wohnhaus der Familie Scharfenstein, in dem sich die erste Praxis der beiden befindet.

Fetzen Haus

Eine herrliche Ablichtung, die um das Jahr 1932 entstanden sein wird und das Uhren- und Schmuckgeschäft der Familie Hobbach zeigt. Man achte auf die Außenwerbung, das sogenannte „Nasenschild“ mit Taschenuhr und Brillengestell! Der Laden befand sich im sogenannten „Fetzenhaus“, dem Wohnhaus von Eduard und Sophie Fetz auf der Hauptstraße. Könnte das oben im Fenster die in die Jahre gekommene Hausbesitzerin sein? Vor dem Eingang zum Geschäft steht Lydia Hobbach mit ihren beiden Kindern Luise und Hans. Die zweite Person von links ist der Bahnbeamte Anton Schneider und rechts neben ihm der Bierfahrer Ernst Kunz. Das Haus existiert nicht mehr. Heute befindet sich dort das Autohaus Spies. Erkennen Sie weitere Personen auf dem Bild?

Badeteich Gast mit Häusern am Felsen

Ein hinreißender Blick auf die kleinen Badenixen vom Felsen! Sie vergnügen sich im Teich der Eheleute Gast. Willi und Hanna haben es sich in den Liegestühlen bequem gemacht während die Mädchen für den Fotografen posieren. Ganz vorne am Beckenrand erkennt man Magret Bay, die Tochter des Ortspolizisten. Wunderschön im Hintergrund das Haus meiner Eltern. Wer es 1924 gebaut hat, ist mir leider nicht bekannt. Bevor unsere Familie das Haus käuflich erwerben konnte, war es eine Zweigstelle der Kraftversorgung Rhein-Wied. Vor uns lebten dort das Ehepaar Rüdig und die Familie Kambeck. Links daneben das Wohnhaus des Maurers Friedrich Dorr, seiner Frau Pauline und der gemeinsamen Tochter Margarete.

Blick von der Landstraße

Für diese Ansicht, die an einem warmen Sommertag um das Jahr 1930 enstanden sein wird, hat sich der Fotograf in den Schatten der mit Laubbäumen bestandenen Landstraße Richtung Raubach begeben. Im Vordergrund sieht man die Häuser, die an der Straße „Zum Felsen“ stehen.