Diese Fotografie dürfte zur Erinnerung an die Errichtung der neuen Kirche im Jahr 1887 entstanden sein. Links im Vordergrund steht das Haus der Familie Schneider (Annekerts). Gegenüber der Kirche sieht man das alte Pfarrhaus, eines der wenigen Steingebäude zu dieser Zeit.
Altes Amtsgebäude und Postamt
Auch wenn mir diese alte Fotografie nur als Kopie vorliegt, so soll sie dennoch Eingang in die Sammlung alter Ansichten Puderbachs finden. Entstanden sein könnte das Bild um 1900 und es zeigt das alte Amtsgebäude an der Hauptstraße. 1907 erbaute man linker Hand das neue Bürgermeisteramt und der alte Gebäudekomplex wurde zur Amtskasse umfunktioniert. Zudem weist ein alter Zeitungsartikel aus dem Jahr 1965 darauf hin, daß in den Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung zeitweise eine Poststelle untergebracht war. Mein Dank geht an Herrn Bernd Schmidt aus Puderbach, der wieder einmal so freundlich war, mir die vorliegende Aufnahme zur Verfügung zu stellen. (Beitrag vom 10.03.2025)
Oberlandbriefträger Dorr
Im November 1965 feierte die Gemeinde Puderbach ihr 100jähriges Postjubiläum. Im Jahr 1865 wurde das erste Postamt eingerichtet, die sogenannte königlich-preußische Postexpedition 2. Klasse. Zuvor mußten die Dorfbewohner ihre Sendungen in den nächstgelegenen Postanstalten in Dierdorf, Horhausen, Neuwied oder Altenkirchen abliefern. Zudem bestand die Möglichkeit, dem Fahrer der Postkutsche bei seinem Halt am Gasthof Heydorn einen Brief mitzugeben. Aber auch die hiesigen Briefträger konnten Schreiben annehmen und an die Postämter weiterleiten. Auf der Aufnahme oben sehen wir mutmaßlich den am 4. Februar 1830 im Hunsrück geborenen Landbriefträger Philipp Karl Dorr, der bis zu seinem Tod im Jahr 1894 den Puderbachern ihre Post zustellte. Villeicht handelt es sich bei dem Postboten aber auch um einen seiner beiden Söhne, Wilhelm bzw. Karl Dorr, die ebenfalls als sogenannte Postschaffner tätig waren. (Beitrag vom 25. Juni 2025)
Die Steimeler Straße
Eine wunderbare Fotografie um 1900 von der Steimeler Straße Richtung Dorfmitte. Das Fuhrwerk mit den Fässern gehörte zur Gastwirtschaft Kasche. Der Fahrer war Karl Schmidt, der kleinere Geschäfte in der Umgegend mit Bier versorgte. Der Gerstensaft kam von Koblenz über die Bahn nach Puderbach und wurde von ihm mit dem Pferdefuhrwerk bis nach Rengsdorf verteilt. Bis in die 1920er Jahre ging er dieser körperlich schweren Arbeit nach. Danach wechselte er in die Puderbacher Mühle der Familie Kölbach. Bis heute trägt die Familie den Rufnamen „Kasches-Schmidt“ nach der Tätigkeit in dem Gasthof.
Der alte Gasthof Kasche
Eine alte Postkarte, die 1898 von Karl Siegel an einen Freund verschickt wurde. Zu sehen sind die Reichensteiner Burg, die alte Gastwirtschaft Kasche vor dem Brand 1902 und ein Blick vom Mühlendorf Richtung Kirchdorf. Im Vordergrund sieht man einen Art Gymnastikplatz mit Turnstange.Die Faszination, die alte Fotografien und Dokumente bei mir auslösen, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Als mir Herr Zantop vor einigen Wochen diese Originalaufnahme des alten Gasthofs Kasches zeigte, war ich sehr bewegt. Die Ansicht kannte ich bereits von der historischen Postkarte oben. Doch nun konnte ich die Fotografie näher betrachten, konnte Einzelheiten und kleinere Details entdecken. Zum Beispiel die Personen, die sich auf der Eingangstreppe versammelt haben. Sind es Familienmitglieder von Wilhelm Lennertz, der zu dieser Zeit Eigentümer des Gasthofs ist? Könnte die Dame in der geöffneten Türe Helene Kasche sein, die zusammen mit ihrem Mann Johannes die Gaststätte gepachtet hat? Und handelt es sich bei den beiden jungen Frauen im dunklen Kleid um deren Töchter Margarethe und Theodore? Und um wenn handelt es sich bei den beiden Personen, die sich in dem angrenzenden Garten aufhalten? Das Grundstück gehörte damals der jüdischen Familie Bär. Vermutlich sehen wir hier die 1848 in Partenheim geborene Rosa Bär geb. Wolf, die 1876 Aron Bär geheiratet hatte. Das Paar hatte sieben gemeinsame Kinder, darunter die beiden Töchter Selma und Toni. In den Gesichtszügen des Mädchens meine ich die der 1882 geborenen Selma wiederzuerkennen. (Beitrag vom 23.03.2024)
Gasthof Kasche nach dem Brand
1905 verschicken Durchreisende, die im Gasthof Kasche ihren Kaffee eingenommen haben, diese Grußkarte. Die Gaststätte erstrahlt nach der Wiedererrichtung im neuen Glanz und ist eine Zierde für den Ort. Desweiteren sind eine Ansicht des Kirchdorfs und ein Blick auf die Reichensteiner Burgruine zu sehen. Auch diese Ansichtskarte des Gasthof Kasche dürfte um 1905 in Umlauf gewesen sein. Diesmal sehen wir die Gastwirtschaft in einer Frontansicht, wodurch das Gebäude noch größer und prächtiger wirkt. Die zweite Bildhälfte zeigt, wie so oft, die Burgruine Reichenstein. Besonders schön ist das florale Jugenstilornament, das die beiden Ansichten schmückt. (Beitrag vom 17.04.2024)Kolorierte Fotomotive sind zu dieser Zeit relativ rar. Diese Grußkarte des Gasthofs Kasche ist besonders farbenfroh und strahlend. Die Übergänge von den ziegelroten Dächern der Anwesen Schüler und Wolff, hinauf in den rosafarbenen Horizont und dann weiter in den strahlend blauen Himmel sind einfach wunderbar. (Beitrag vom 17.04.2024)
Der alte Gasthof Weber
Abgestempelt wurde diese prächtige Ansichtskarte Puderbachs im Jahr 1904. Doch die Abbildungen im Lithographie-Verfahren dürften bereits um 1900 entstanden sein und zeigen neben der Burgruine Reichenstein und dem Puderbacher Kirchdorf einen Teil der heutigen Hauptstraße. Zu sehen ist die Gastwirtschaft der Familie Weber, auch „Heydorschs“ genannt. Zu dieser Zeit existierte noch das alte Gaststättengebäude, daß wir hier rechts sehen können. Der Tanz- und Festsaal, heute Ausgabestelle der Tafel, befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Im Jahr 1901 wurde das Gasthaus durch einen folgeschweren Brand zerstört. Der Neubau entstand dann direkt neben dem Saal in seiner heutigen Form und hat sich über ein Jahrhundert kaum mehr verändert. Adressiert wurde die Grußkarte an ein Fräulein Luise Dorr, die sich zu dieser Zeit „in Stellung“ befand und in Frankfurt a. Main lebte. „Liebe Luise, hatte Deinen Brief erhalten u. wollte Dir auch gleich Antwort schreiben. Freuen uns, etwas von Dir zu hören. Wir wußten nicht, wo Du warst, wir wußten auch immer keine Adresse von Dir. Liebe Luise, Du schreibst von der Stelle für mich. Das gibt nichts. Ich werde, so Gott will, diesen Winter heiraten und überhaupt würde unsere Mama mich garnicht gehen lassen… Es grüßt Dich herzlich Deine Wilhelmine.“ Katharine Wilhelmine Dorrs Hochzeit fand dann doch erst im März 1905 statt und sie ehelichte den Maurer Joh. Peter Spies, ebenfalls aus Puderbach. Was aus ihrer drei Jahre älteren Schwester Luise in Frankfurt wurde, ob sie ebenfalls heiratete oder wie die älteste Schwester Anna unverheiratet blieb, ist mir nicht bekannt. (Beitrag vom 21.03.2024)
Häuser Mittelstraße und Gasthof Weber
An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei Herrn Zantop bedanken. Der gebürtige Puderbacher, der seit vielen Jahren in Anhausen lebt, war so freundlich, mir diese wie die vorangegangene Postkarte für meinen Blog zur Verfügung zu stellen. Hinzu kamen eine große Zahl weiterer interessanter Bilder, Ansichtskarten und Unterlagen, die in nächster Zeit hier Eingang finden sollen. Wie bei der Grußkarte oben, sehen wir eine Ansicht der Hauptstraße mit dem alten Gasthof Weber vor der Feuersbrunst im Jahr 1901. Die Aufnahme oben rechts zeigt die damals neuen Häuser an der Mittelstraße, in der Bildmitte das um 1903 erbaute Wohn- und Geschäftshaus der Familie Aron (heute Sparkasse), gefolgt von der Eisenwarenhandlung der Familie Bär (heute Diakonie-Treff Haus der Familie). Die Grüße gingen 1907 an ein Fräulein Engel nach Oberbieber. Unter den vielen Unterschriften meine ich die meiner Urgroßmutter Karoline Sanner gefunden zu haben. (Beitrag vom 22.03.2024)
Puderbacher Bahnhof
Am 31. Mai 1884 wurde die Bahnstrecke von Engers a. Rhein nach Au a.d. Sieg in Betrieb genommen. Sie führte durch das schöne Brexbachtal, weiter nach Selters und von dort über Dierdorf auch an den Puderbacher Bahnhof, den wir oben links auf der Aufnahme erkennen. Nachdem man in den 1950er Jahren die Dampflokomotiven durch die von der Waggonfabrik Uerdingen hergestellten Schienenbusse ersetzt hatte, lief der Personenverkehr noch bis Miite/Ende der 1980er Jahre. Ich erinnere mich noch an manche Fahrt auf dem Weg zum Schulunterricht nach Altenkirchen. Die beiden anderen Fotografien der Grußkarte zeigen die Silhouette der Burgruine Reichenstein sowie eine Ansicht Puderbachs mit Mühlen- und Kirchdorf. Abgestempelt wurde das Schreiben im Jahr 1902. Auch an dieser Stelle geht mein Dank an Herrn Zantop, den mancher Puderbacher noch als „Kolle Gerd“ kennen dürfte. (Beitrag vom 23.03.2024)
Dorfpartie mit Kirche
„Wir sitzen so fröhlich beisammen und hätten die eine Bitt, Du wärest in unserer Mitt.“ So schreiben im September 1906 Karl Velten und Berthold Bär an ihren gemeinsamen Freund Karl Siegel. Die Fotografie des Kirchdorfs, die auf der Postkarte oben bereits zu sehen war, dürfte um 1900 aufgenommen worden sein und wird im Laufe der Jahre immer wieder auf Ansichtskarten Puderbachs abgedruckt.
Da die handschriftlichen Grüße von Berthold Bär und Karl Velten die komplette Vorderseite der Postkarte bedecken und etwas störend wirken, hier nochmal dieselbe Ansicht ohne Text. (Beitrag vom 24.03.2022)
Dorfpartie mit Bahnhof
Diese Aufnahme des Ortes wird immer wieder in verschiedenen Formaten und unterschiedlichen Ausstattungen auf den zwischen 1904 bis 1915 produzierten Potkarten zu sehen sein. Der Blick geht vom Mühlendorf über die heutige Hauptstraße ins Kirchdorf hinein. Rechts am Bildrand sieht man den 1884 errichteten Bahnhof. Etwas weiter oben, unterhalb der Kirche, steht die alte Schule der Jahre 1842 bis 1890, die nach dem Bau des neuen Schulgebäudes noch vom Turnverein als Trainingsraum genutzt und später abgetragen wird.
Dorfpartie und Gasthof Hümmerich
Auf dieser 1907 verschickten Postkarte taucht die oben zu sehende Dorfansicht wieder auf. Zudem gibt es einen Blick auf das Kirchdorf, die Silhouette der Burg Reichenstein und der Gasthof Hümmerich an der heutigen Mittelstraße, wo man die Grußkarte sicher käuflich erwerben konnte.
Und hier noch eine weitere Postkarte mit den Motiven des Gasthofs Hümmerich, der Ansicht auf Puderbach und der Burgruine Reichenstein aus dem Jahr 1903, die ich vor Kurzem käuflich erwerben konnte. Besonderes Augenmerk möchte ich diesmal auf die handschriftlichen Zeilen legen, die an ein Fräulein Margaretha Fetz adressiert sind. Sie hält sich gerade bei einer Frau Oberlehrer Niebergall in Bad Kreuznach auf und die Kartenschreiberin notiert wie folgt: „Liebe Fräulein Margarethe, danke Dir herzlich für Deine schöne Karte, welche Du mir geschickt hast. Mit den herzlichsten Grüßen verbleibe ich Deine Anna Dorr. Gruß von Kath. Spies, Lisette Frohn u. Deiner Raubacher Anna“. Falls Sie die Beiträge auf meiner Seite regelmäßig und aufmerksam verfolgen, so erinnern Sie sich vielleicht an das gleichnamige „Fetzen-Haus“ an der Hauptstraße, daß sich auf dem Gelände des heutigen Autohauses Spies befand. Dabei handelte es sich um das Anwesen der Familie Fetz. Margarethe Fetz war die einzige Tochter des Steuereinziehers Eduard Fetz und seiner 2. Ehefrau Sophie geb. Moser. Bei der Kartenschreiberin dürfte es sich mutmaßlich um die 1866 geborene und unverheiratet gebliebene Anna Dorr handeln, eine direkte Nachbarin der Fetzen an der Hauptstraße. Katharina Spies verh. Schmidt und Lisette Frohn verh. Neitzert wohnten ebenfalls in Puderbach und dürften Freundinnen von Margarethe gewesen sein. Nicht zu klären ist, wer die „Raubacher Anna“ war. Am 29. Dezember 1912 hatte Margarethe Fetz Karl Siegel geheiratet, Sohn des Dorflehrers Anton Siegel. Die Karte oben stammt aus seiner Hand. Wie sein Vater hatte er die Prüfung zum Volksschullehrer abgelegt und trat eine Stelle in Wollendorf bei Neuwied an. Margarethe verstarb dort am 3. November 1949. (Beitrag vom 6.10.2025)
Was wohl den aus Belgien stammenden Kartenschreiber in die Puderbacher Gegend geführt hat? 1909 schickt er einer Verwandten bzw. Bekannten in der Ortschaft Cul-des-Sarts in der Gemeinde Chimay diese Grußkarte. Die Ansichten gleichen denen, die wir oben bereits sehen konnten. Nur der Gasthof Hümmerich ist aus einem etwas anderen Blickwinkel aufgenommen. (Beitrag vom 29.06.2022)
Dorfpartie mit Gasthof Kasche
Dem Variantenreichtum der Ansichtskarten waren keine Grenzen gesetzt, wie man an dieser Postkarte aus dem Jahr 1904 sieht. Auch hier dient die Panoramaansicht des Puderbacher Kirchdorfs als Hauptmotiv. Die kleinere Aufnahme zeigt den Gasthof Kasche, der nach dem verheerenden Brand 1902 im neuen Glanz erstrahlt. (Beitrag vom 31.05.2022)
Blick aus südwestlicher Richtung
Welch ein idyllischer Blick auf Puderbach um 1907! Der Fotograf hat für diese Aufnahme seine Kamera in den Feldern und Wiesen südwestlich der Ortschaft aufgestellt. Würde er sich nach rechts wenden, so blickte er auf die Urbacher Straße. Schlüge er seinen Weg nach links ein, so erreichte er die „Pullermisch“. Die kleine Ansicht zeigt das Holzbachtal mit der Burgruine Reichenstein. (Beitrag vom 16.03.2022)
Alter Bauplan der Fam. Runkler
Daß sich alte Fotografien und Dokumente über die Jahrzehnte erhalten, ist immer wieder ein Glücksfall. Hier sehen Sie einen Bauplan von 1907, der sich im Nachlass der Geschwister Runkler wiederfand. Wie der „Situationsplan“ unten zeigt, befinden wir uns an der Steimeler Straße und bei dem kleinen Bauprojekt handelt es sich um einen Schuppen, den die Witwe Runkler an ihr Ochsengebäude anbringen will. Die Zeichnung hält nicht nur den Verlauf des Anwesens der „Konrädches“ fest, sondern zeigt uns auch, welche Höfe sich in der Nachbarschaft befinden, die der Löhrs, Blums und Simons. Am 14. März 1907 erteilt Bürgermeister Ermisch mit seiner Unterschrift die Genehmigung. (Beitrag vom 7.11.2023) Eine Fotografie aus den beginnenden 1930er Jahren zeigt uns jene Witwe Runkler, die das Bauvorhaben in Auftrag gegeben hat. Geboren wird Katharina Eich verh. Runkler am 1. Februar 1851 in Wienau. Die Heirat mit dem 22 Jahre älteren Witwer Konrad Runkler führt sie 1872 nach Puderbach. Zwölf gemeinsame Kinder bringt sie in dem kleinen Fachwerkhäuschen an der Steimeler Straße zur Welt. 1903, mit dem Tod des Mannes, wird sie zum Oberhaupt der Familie. Auf der Aufnahme sehen wir sie mit ihrem jüngsten Sohn Friedrich. (Beitrag vom 7.11.2023)
Haus der Familie Scheiderer bzw. Sommer
Welch ein prachtvolles Passepartout hat man für die Fotografie des Anwesens der Familie Scheiderer auf der Schulstraße verwendet. Ursprünglich gehörte der Hof dem Schreiner Herbert Sommer, der hier vermutlich im betagten Alter zu sehen ist. Rechts neben ihm steht seine Tochter Wilhelmine, die am 15. Mai 1887 den Fabrikarbeiter Simon Scheiderer heiratete. Links mit weißer Schürze sieht man die aus dieser Ehe stammende Tochter Bertha und rechts neben ihr der 12 Jahre jüngere Bruder Gustav. Der Rufname der Familie lautet „Schreinersch“ und leitet sich vom Beruf des Herbert Sommer ab. Aufgenommen wurde das Bild um das Jahr 1908. An dieser Stelle möchte ich Frau Fait und ihrer Familie für die zahlreichen Leihgaben meinen herzlichsten Dank aussprechen! (Beitrag vom 27. Oktober 2021)
Hier noch einmal die Fotografie ohne das Passsepartout. Rund 25 Jahre später entsteht diese Aufnahme des Hofs der „Schreinersch“. Unverändert trotzt der Hof Wind und Wetter. Vor dem Hauseingang erkennen wir mit Kopftuch Wilhelmine Scheiderer, die durch die harte Arbeit auf dem Bauernhof sichtlich gealtert und in die Jahre gekommen ist. Links neben ihr steht die Tochter Bertha. (Beitrag vom 31.05.2022)
Haus der Familie Spies
Drei Generationen haben sich auf dieser Aufnahme für den Fotografen versammelt. In der Mitte mit Kopftuch sehen wir die aus Linkenbach stammende Helene Kaul geb. Schmidt. Ihre Tochter Katharina Wilhelmine, rechts neben ihr, hat um 1904 den aus Puderbach stammenden Maurer Philipp Spies geheiratet. Auf dem Arm hält sie den jüngsten Sohn Alfred, vor ihr stehen die beiden älteren Jungen Wilhelm und Paul. Paul Spies wird es auch sein, der in späteren Jahren im Erdgeschoß des Hauses seine Bäckerei einrichten wird. Schauen Sie einmal bei den Ansichten von Puderbach aus den 1950er und 1960er Jahren, da finden sie eine entsprechende Aufnahme des Gebäudes nebst Ladengeschäft. (Beitrag vom 16.03.2022)
Textilkaufhaus Becker
Viele von Ihnen dürften noch das Manufaktur- und Bekleidungsgeschäft der Familie Becker an der Ecke Hauptstraße/Steimeler Straße kennen. Von 1911 bis Ende 1983 konnte man in dem geräumigen Ladengeschäft Bekleidung für Damen, Herren und Kinder sowie Tischwäsche, Stoffe, Kurzwaren, ja sogar Kleinmöbel käuflich erwerben. Die wenigsten wissen jedoch, daß das schmucke Gebäude zunächst an anderer Stelle errichtet werden sollte. Diese alte Bauzeichnung zeugt von der ursprünglich geplanten Lage des Wohn- und Geschäftshauses an der früheren Bismarckstraße, heute Mittelstraße. Betrachtet man sich den Lageplan näher, so fallen die beiden angedeuteten Feldwege auf, bei denen es sich um Reichensteiner Weg und Zum Felsen handelt. Von den eingezeichneten Anwesen der Familien Starrmann bzw. Oettgen existiert heute nur noch das Erstere in abgewandelter Form. Der Bau sollte somit im Bereich der heutigen Mittelstraße Nr. 16 und 18 entstehen. Letztendlich entschloß sich das Ehepaar Becker, den Neubau ins Puderbacher Mühlendorf zu verlegen. (Beitrag vom 17.02.2025)
Auf dieser wunderschönen Atelier-Aufnahme sehen wir die Gründer des Manufaktur- und Konfektionswarenladens, das Ehepaar Otto und Wilhelmine Becker. Der 1882 in Puderbach geborene Otto war das 7. Kind des Dorflehrers Philipp Becker und seiner Ehefrau Katharina geb. Krebs. Am 1. April 1910 heiratete er die aus Weroth kommende Wilhelmine Neitzert und eröffnete ein Jahr später das Textilgeschäft in dem neu errichteten Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Hauptstraße/Steimeler Straße. (Beitrag vom 17.02.2025)Eine Aufnahme vermutlich aus den 1920er Jahren. Zu sehen ist der Geschäftsinhaber Otto Becker in seinem schicken Transportwagen. Mit diesem Gefährt wird er auch die Zweigfiliale in Mündersbach mit Textil- und Manufakturwaren beliefert haben. (Beitrag vom 17.01.2025)Eine alte Werbeanzeige des Kaufhaus Becker aus den 1920er Jahren. Die Auflistung des Warenangebots macht deutlich, wie vielfältig und reichhaltig das Sortiment des Ladens war. Weitere spannende Aufnahmen und Informationen über das Textilkaufhaus Becker finden Sie demnächst unter dem Menüpunkt „Ansichten aus den 1950er und 1960er Jahren“. (Beitrag vom 17.02.2025)
Synagoge
Der am 4. und 5. August 1911 eingeweihte Synagogenbau. Das Gebäude befand sich vor seiner Zerstörung am 10. November 1938 auf dem Gelände der Sparkasse an der heutigen Barentoner Straße.
Bericht über die Einweihung in der Neuwieder Zeitung
Die Neuwieder Zeitung berichtet am 8. August 1911 wie folgt: „Puderbach, den 7.08. Am 4. und 5. ds. Mon. fand hier die Einweihung der neuen Synagoge statt. Die Feier begann mit der Abholung der Thora-Rollen aus der alten Synagoge (gemeint ist der Betsaal in einem Privathaus auf der Steimeler Straße) am Freitagnachmittag. Ein imposanter Festzug bewegte sich von hier nach der neuen Synagoge. Vorn schritt die Musikkapelle, dann folgte eine Dame, die den prächtigen Schlüssel zu dem neuerbauten Gotteshaus auf seidenem Kissen trug. Von den Gemeindeältesten wurden die Thora-Rollen getragen. Zur Seite gingen 6 weiß gekleidete Damen, die Kränze trugen, und daran schlossen sich die übrigen Teilnehmer des Festzuges. Eine große Zahl von Festteilnehmern und Zuschauern auch anderer Bekenntnisse aus Puderbach selbst und den umliegenden Ortschaften war herbeigeeilt. Im Vorhofe der neuen Synagoge angekommen, hielt der Zug. Nachdem der Schlüssel in poetischer Form dem diensttuenden Lehrer Herrn Ginsberg (Dierdorf) übergeben worden war, öffnete dieser die Pforte des Gotteshauses, und dann begab man sich ins Innere, wo alles im festlichen Glanz erstrahlte. Es begann dann der Einweihungsakt. Herr Lehrer Ginsberg hielt eine tiefempfundene und eindrucksvolle Festrede unter Zugrundelegung des Textwortes Chronik 16 V 10-14. Rühmet seinen heiligen Namen. Es freue sich das Herz derer, die den Ewigen suchen usw. und schloß mit einem besonderen Gebete für den Kaiser. Ein Konzert hielt später die Festteilnehmer noch einige Stunden zusammen im Saale des Herrn Weber. Herr Lehrer Ransenberg (Neuwied) überbrachte hier der Synagogengemeinde Puderbach Glückwünsche von seiner Gemeinde, die zugleich die größte des Kreises ist, und entledigte sich des besonders ehrenvollen Auftrages, im Namen des Provinzialverbandes Rheinisch-Westfälischer Synagogengemeinden innige Glückwünsche und Grüße zu überbringen. Am Abend wurde dann zum ersten Male öffentliche Andacht in dem neuen Gotteshaus verrichtet, wobei Herr Lehrer Jonas (Vöhl) den Dienst versah. Am Samstagmorgen wurde der Hauptgottesdienst abgehalten. Den Schluß der Feier bildete das Konzert nachmittags im Saale des Herrn Weber, woran sich dann abends ein Ball schloß. Die ganze Feier nahm einen schönen Verlauf und wurde von dem herrlichen Wetter begünstigt.“
Anwesen der Familie Frohn
Ich bin immer wieder erstaunt, welch großer Schatz an alten Fotografien die Jahrzehnte überdauert hat. Wie diese, die um 1912 enstanden sein dürfte und die Familie Frohn vor ihrem Haus am Mühlenberg zeigt. Der Ackerer Philipp Frohn hatte 1890 Karoline Heydorn geheiratet, die Tochter des damaligen Mühlenbesitzers. Sie ist es auch, die den Rufnamen „Millersch“ (vom Müller) mit in die Ehe brachte. Die Errichtung ihres Wohnhauses, dieser schöne Bau aus Bruchsteinen und einem Fachwerk im oberen Teil, war 1895 vollendet. Hier sehen wir das Paar vor ihrem Anwesen mit den vier jüngsten Kindern, der 1896 geborenen Wanda, dem ein Jahr jüngeren Wilhelm, hier mit Hut, Klara mit ihrer stattlichen Puppe und dem jüngsten Sprößling August an der Hand seiner Mutter. Wenn Sie sehen möchten, wie sich das Gebäude im Laufe der Jahre verändert hat, dann werfen Sie einen Blick auf die Bilder, die sich in diesem Kapitel noch anschließen. (Beitrag vom 31.02.2024)
Anwesen der Familie Löhr
Um 1914 entsteht diese Aufnahme des alten Fachwerkhofs der „Schoopitterschs“ an der Steimeler Straße. Der Rufname der Familie geht auf den 1826 geborenen Peter Kühnemann zurück, der seinen Lebensunterhalt als Schuster bestritt. 1881 heiratet seine Tochter Karoline den frisch verwitweten Andreas Löhr aus Ratzert. Hier sehen wir das Paar mit ihrem beiden jüngsten Kindern Bertha und Otto (links). Aus Anlass ihrer Hochzeit bekommen die Eheleute eine Traubibel überreicht, die sich bis in unsere Zeit erhalten hat. Besonders bewegend sind die persönlichen Eintragungen, die über Geburt und Tod, über Freud und Leid in der Familie berichten. (Beitrag vom 7.11.2023) Seit vier Jahren bekleidet der aus Heiligenhaus bei Velbert stammende Heinrich Friedrich Mohn das Pfarramt in Puderbach, als er am Mittwoch, den 16. November 1881 Andreas Löhr und Katharina Kühnemann zu Mann und Frau erklärt. Die Familienbibel, die Mohn persönlich überreicht und beschriftet, bietet Platz für persönliche Eintragungen. Hier hält das Paar die Geburt der acht gemeinsamen Kinder fest. Doch nicht nur von freudigen Ereignissen erzählen die handschriftlichen Vermerke, sondern auch vom Tod geliebter Angehöriger. (Beitrag vom 7.11.2023)Es ist vermutlich der älteste Sohn Wilhelm, der 1917 die Eintragungen seiner Mutter fortsetzt und in seiner feinen Handschrift Todestag und Todesstunde der beiden Elternteile festhält. Besonders bewegt mich dabei der letzte Satz, das Angedenken und die Hoffnung auf ein Wiedersehen. (Beitrag vom 7.11.2023)
Brücke und Dorfmitte
Zwei wunderbare Blickwinkel zeigt diese 1913 verschickte Postkarte. Oben steht der Fotograf auf der Bahnhofstraße und nimmt die Brücke mit einem kleinen Wasserfall auf, der heute nicht mehr existiert. Ist das Fachwerkgebäude die frühere Mühle oder nur eine Scheune? Und dann begibt sich der Lichtbildner auf das Flurstück „auf der Kirchbitz“, der heutigen Friedensstraße, und nimmt die alte Dorfmitte auf.
Haus der Familie Schmidt
Um 1913 entsteht diese wunderschöne Fotografie der Familie Schmidt vor ihrem Haus am Ackerweg Nr. 1. Der Vater Karl, den wir hinter seinen drei Kindern stehen sehen, wird 1869 in Wahlrod bei Selters geboren und ist der Sohn des Postkutschenfahrers Heinrich Schmidt. Seine Frau Katharina, eine geborene Haas, ist gebürtig aus Seyen. Die Anstellung als Fuhrmann bei dem Gasthofbesitzer und Biergroßhändler Johannes Kasche führt das Ehepaar zu Beginn der 1890er Jahre nach Puderbach. Auf der Aufnahme sehen wir die drei jüngsten Kinder des Paars, den 1899 geborenen Sohn Wilhelm und die beiden acht Jahre jüngeren Zwillingsgeschwister Emil und Anna. An dieser Stelle möchte ich auf eine Publikation des Puderbacher Mundartstammtischs hinweisen. In dem Band „Vazill mool Ammam“ (Erzähl mal, Oma) beschreibt der Enkel des „Kasches-Schmidts Karl“ die Arbeit seines Großvaters als Fuhrmann, der mit einem Pferdefuhrwerk Bierfässer bis nach Rengsdorf oder Hachenburg lieferte. (Beitrag vom 06.03.2023)
Kriegerverein 1867-1908 vorm Puderbacher Bahnhofsgebäude
An anderer Stelle habe ich bereits erwähnt, daß durch die Arbeit an diesem Blog unschätzbar wertvolle Kontakte, ja Freundschaften entstanden sind. Einer solchen Verbindung verdanke ich die folgende Fotografie.
Der Begriff „Kriegerverein“ scheint uns heutzutage fremd, ja aus der Zeit gefallen. Im 19. Jahrhundert jedoch waren diese Interessenvertretungen ein Massenphänomen, breiteten sich in allen Teilen des Deutschen Reiches aus. Mitglieder dieser in der Rechtsform eines Vereins organisierte Vereinigung waren anfangs nur Soldaten, die an Feldzügen teilgenommen hatten, wie an dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, dem Deutschen Krieg von 1866 oder dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 . Dies änderte sich im Laufe der Jahre, als auch gediente Soldaten und Reservisten aufgenommen wurden.
Die ehemaligen Veteranen machten es sich zur praktischen Aufgabe, bedürftigen Kameraden ein würdevolles Begräbnis zu ermöglichen, sowie die Hinterbliebenen in jedweder Form zu unterstützen. Desweiteren setzten sie sich aktiv für die Errichtung von Kriegerdenkmälern und Gedenkstätten ein. Bei Vereinstreffen gedachten die altgedienten Soldaten gemeinsamer Erlebnisse, pflegten eine enge Kameradschaft. Die Verbundheit zu Kaiser und Vaterland und die Heroisierung von Krieg und Waffen war selbstverständlich, eine Tatsache, die heute befremdet.
Der Puderbacher Verein gründete sich nach dem sogenannten Deutschen Krieg von 1866, jener bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich, die in der Schlacht von Königgrätz gipfelte und aus der der Preußische König gestärkt hervorging. Dem tatkräftigen Engagement der Mitglieder ist es sicherlich zu verdanken, daß 1913 das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71 feierlich eingeweiht werden konnte.
Es bleibt die Frage, warum sich der Verein bereits 1908 auflöste. Vielleicht fehlte den jungen Reservisten der Bezug zu den Schlachten des 19. Jahrhunderts, die bereits so lange zurücklagen. Höchstwahrscheinlich war bereits ein großer Teil der altgedienten Soldaten verstorben. Vielleicht blieb man nur solange zusammen, bis man die nötigen Geldmittel für die Errichtung des Ehrenmals zusammengebracht hatte. (Beitrag vom 09.01.2023)
Sie können sich vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war, als ich die Aufnahme das erste Mal in Händen hielt. Ich hatte keine Ahnung, daß ein Kriegerverein in dieser Größe in Puderbach existierte. Nach vielen Stunden intensiven Betrachtens konnte ich bisher nur eine Person konkret zuordnen und benennen. Ganz rechts am Fenster steht Herbert Göbler aus dem Mühlendorf. Aus seinem Nachlass stammt die Fotografie, die um 1908 entstanden sein dürfte, sowie die alte Vereinsfahne, die sich ebenfalls über mehr als ein Jahrhundert erhalten hat und unten zu sehen ist. Beide Stücke sind ein rares Stück Puderbacher Geschichte. Bei den Frauen, die links und rechts neben den Vereinsmitgliedern zu sehen sind, dürfte es sich um deren Angehörige handeln, Frauen und Töchter, die die Fahne gestaltet und aufs Feinste bestickt haben. Möglicherweise sehen wir ganz links, mit blonden Haar, Herbert Göblers Tochter, Philippine, die die Fahne bis zu ihrem Tod 1974 stets bewahrt und zu treuen Händen an ihre Familie weitergeben hat. An dieser Stelle geht mein herzlicher Dank an Herrn Seling, der mir Fotografie und Fahne zur Verfügung gestellt hat. (Beitrag vom 09.01.2023)Seit 1871 bis 1918 war die Fahne mit den drei waagerechten schwarz-weiß-roten Streifen Nationalflagge des Deutschen Kaiserreiches. Das Banner des Kriegervereins ziert zudem ein herrschaftlicher Adler mit den kaiserlichen Insignien, sowie Eichenlaub und zwei Schriftbändern, die den Namen des Kriegervereins tragen. (Beitrag vom 09.01.2023)Die ander Seite zeigt Germania, die sinnbildlich für die Deutschen und das Kaiserreich steht. Hier hat man sie ganz der monumentalen Skulptur des Niederwalddenkmals bei Bingen nachempfunden, zu ihren Füßen der Rhein. Die Waffen, Kanonen, Säbel und Gewehre, zeugen von der Wehrhaftigkeit des Landes. Heute ist eine solche Verherrlichung von Kriegsmaterial unvorstellbar. (Beitrag vom 09.01.2023)
Das Kriegerdenkmal an der Hauptstraße
Am 31. August 1913 wird feierlich das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutschen und des Deutsch-Französischen Krieges an der heutigen Hauptstraße eingeweiht. Vermutlich ist das ganze Dorf auf den Beinen, wie man an den zahlreichen Kopfbedeckungen im Vordergrund erkennt. Auf der Fotografie sieht man den Moment der feierlichen Zeremonie. Der Kaiser und seine Gattin sind durch Transparente mit ihren Konterfeis anwesend, ein Fahnenspalier lenkt den Blick auf das Mahnmal. Wer ist wohl der Uniformierte, der anscheinend den Festakt leitet?Doch anscheinend gab es mehrere Honoratioren, die den Festakt durch feierliche Reden ergänzten. Hatten wir oben einen Angehörigen des Militärs gesehen, so ist es nun ein kultivierter Herr im schwarzen Anzug, der zu den Anwesenden spricht. (Beitrag vom 19.04.2024)
Erstes Vorturnen zur Einweihung
Zum ersten Mal, aus Anlaß der Einweihung des Kriegerdenkmals, darf der 1909 gegründete Turnverein sein Können unter Beweis stellen. Die Begeisterung unter den Zuschauern wird groß gewesen sein. In welchem Jahr wurde das Ehrenmal abgeräumt und blieben Teile davon erhalten? Vielleicht können Sie mir bei der Beantwortung der Frage helfen!
Blick auf Kriegerdenkmal und Holzbachbrücke
Und auch diese Ansichtskarte dürfte im Jahr 1913 aus Anlass der Einweihung des Kriegerdenkmals entstanden sein. Links sehen wir wieder das mit einem Gedenkkranz versehene Mahnmal. Die Fotografie rechts oben wirft einen Blick auf den Mühlenberg, den Zusammenlauf von Mittelstraße und Hauptstraße und Standort des Monuments. Das Ehrenmal ist mit einem eisernen Gitter umfriedet und dieses mit Girlanden geschmückt. Für die dritte Aufnahme hat sich der Lichtbildner mit seiner Kamera nur umgedreht und sich der Holzbachbrücke zugewandt. Bei dem Haus in der Bildmitte handelt es sich um das Manufaktur- und Konfektionswarengeschäft des aus Puderbach stammenden Adolf Aron. Seinem unablässigem Engagement ist es zu verdanken, daß die jüdischen Familien Puderbachs sich zu einer eigenständigen Gemeinde zusammenschließen und 1911 eine Synagoge errichten, die hier ganz links am Bildrand auszumachen ist. (Beitrag vom 24.03.2022)
Blick auf Kriegerdenkmal u. umgebende Häuser
Und noch eine Postkarte, die aus Anlass der Einweihung des Kriegerdenkmals entstanden ist. Zu sehen sind neben dem Ehrenmal und der Turnerformation eine Ansicht der Hauptstraße von Raubach kommend, das mit schwarzen Schindeln verkleidete Wohn- und Geschäftshaus der Witwe Lina Aron an der Ecke Hauptstraße/Schulstraße (später Metzgerei u. Gastwirtschaft Arthur Schneider), sowie die ersten Häuser an der Steimeler Straße, darunter der kleine Fachwerkhof des Viehhändlers und Landwirts Albert Aron. (Beitrag vom 21.01.2023)
Bürgermeisteramt
Erinnern Sie sich noch an den alten Gebäudekomplex der Verbandsgemeindeverwaltung? Auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1913 erhaschen wir einen Blick auf das im Jahr 1907 erbaute Bürgermeisteramt. Davor befand sich die Verwaltung in dem schiefervertäfelten Haus am rechten Bildrand, das später dem Kassenwart als Wohn- und Arbeitsstätte diente. Für diese festliche Aufnahme, die zu Ehren der Einweihung des Kriegerdenkmals entstanden sein dürfte, hat man den stattlichen Bau mit Girlanden und Fahnen geschmückt und die Familie des Bürgermeister Hugo Ermich und Verwaltungsangestellte haben sich für den Fotografen in Positur gestellt. Der am 26. März 1874 im nordrhein-westfälischen Überruhr geborene Hugo Ermisch bekleidet das Amt des Bürgermeisters von 1894 bis 1925. 1898 heiratet er in der Evangelischen Kirche zu Puderbach die aus Dortmund stammende Hedwig Corbach. Das Paar bekommt zwei Söhne, den 1899 geborenen Erich Karl August Friedrich und den vier Jahre jüngeren Karl Hugo Hermann. Bei der jungen Frau ganz rechts handelt es sich um die 17jährige Wanda Frohn vom Mühlenberg, die zum Zeitpunkt der Aufnahme bei den Ermischs in Stellung war. (Beitrag vom 2.10.2024)
Gasthof Weber und Dorfpartie
Ähnlich wie der Gasthof Kasche hat sich auch die Gaststätte Weber in den vergangenen Jahrzehnten baulich kaum verändert. Außer einer Erweiterung des Gastraums in den 1930er Jahren erstrahlt das Gebäude bis heute in seinem alten Glanz. Die Postkarte dürfte aus den 1913er Jahren stammen und zeigt neben dem Weberschen Lokal eine Ansicht des Kirchdorfs mit den Anwesen der „Anstrichers“ und der „Weingartens“ auf der Straße Zum Felsen und einen verträumten Blick auf die Reichensteiner Ruine. (Beitrag vom 1. November 2021)
Ansichten von August Sander
Die nächsten vier Postkarten werden um 1915 entstanden sein und zeigen Ansichten Puderbachs und Reichensteins, die aus der Hand des Kölner Fotgrafen August Sander stammen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Grußkarten waren für ihn gewiß ein willkommenes Zubrot.
Drei Motive Puderbachs zieren diese alte Grußkarte. Ganz oben ein Blick auf die Kirche mit den Anwesen Funk und Sanner rechts im Vordergrund. Unten links ein Blick von der beginnenden Bahnhofstraße auf die Brücke, die mit einer Vielzahl an Schaulustigen besetzt ist. Und unten rechts ein Holzbachwehr, das heute nicht mehr existiert. Welcher Puderbacher weiß, wo es sich früher befand?Ich bin mir nicht ganz sicher, wo genau August Sander seine Kamera positioniert hat, als er die Aufnahme von der oberen Dorfpartie anfertigt. Vermutlich steht er auf der Huth Richtung Niederdreis und nimmt die Häuser an der Steimeler Straße auf. Links eine Fotografie der Kirche und unten das 1911 neuerichtete Gemeindehaus.Stolz ragen die Ruinen der Burg Reichenstein aus dem sommerlichen Blätterwald hervor. Auf der rechten Aufnahme sieht man in Vordergrund etwas erhöht die Bahngleise Richtung Altenkirchen. Ein Herr mit Rad hat sich als Staffagefigur mit ablichten lassen. Die Fotografien in der Mitte zeigen oben die Häuser am Zusammenlauf der Steimeler Straße und Hauptstraße und unten die Hauptstraße Richtung Reichenstein. Am linken Straßenrand erkennt man das Anwesen der Familie Engers.Da es zu dieser Zeit noch keine Farbaufnahmen gab, colorierte die Druckerei die Fotografie August Sanders nach. Am unteren Bildrand erkennt man das kleine Fachwerkhaus der Familie Weingarten bzw. Bierbrauer auf dem Felsen. Ganz links sieht man den Gasthof Kasche mit seiner Fassadenwerbung und rechts neben der Kirche ragt Pfarr- und Gemeindehaus hervor.
Haus der Familie Engers
Vermutlich um 1915 lässt sich der Gerber und Schuhmachermeister Adolf Engers vor seinem Anwesen an den Ausläufern der Hauptstraße fotografieren. Sein schmuckes Haus ist das letzte am Ortsausgang Richtung Reichenstein. Hier sehen wir ihn mit Schürze vorm Eingang des Gebäudes stehen. Seine Frau Pauline, eine geborene Uschmann und gebürtig aus Roßbach bei Selters, schaut aus dem Fenster im Erdgeschoß. Könnte das rechts neben dem Schuster, ebenfalls in Arbeitskleidung, sein Sohn sein? Der am 12. März 1900 geborene Paul Engers wird seinem Vater bei der Herstellung der Lederwaren sicherlich zur Hand gegangen sein. Seinen Lebensunterhalt wird er aber später als Beamter verdienen. In den 1930er Jahren verlässt die Familie Puderbach und verzieht nach Neuwied. Doch nach dem Tod von Adolf Engers 1945 kehrt seine Frau Pauline in die alte Heimat zurück und findet im Reichensteiner Weg ein neues Zuhause. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Frau Kreutzer bedanken, die Urenkelin von Adolf und Pauline Engers, die mir diese Fotografie freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. (Beitrag vom 14. Januar 2022)
Straßenabschnitt an der Hölzches Mühle
Auch wenn sich die baulichen Gegebenheiten an der Hölzches Mühle über ein Jahrhundert stark verändert haben, so erkennt man auf dieser alten Aufnahme doch sofort den typischen Straßenverlauf an der Kreuzung der Landstraße 267 mit der Talstraße Richtung Niederdreis. Bei den Fachwerkgebäuden im Bildhintergrund dürfte es sich um Teile des ehemaligen Mühlenkomplex handeln, die heute nicht mehr existieren. Leider liegen mir keine gesicherten Daten zur Geschichte der Mühle am Dreisbach vor. Der Historiker Albert Hardt erwähnt in seinem Buch „Vom Holzbach zur Wied“ für das 18. Jahrhundert zwei Öhlmühlen für den Ort Niederdreis. Es mag sich bei einer um jene an der markanten Kreuzung handeln. Zum Schluß möchte ich Ihr Augenmerk auf das nostalgische Pferdefuhrwerk im Vordergrund legen. Bei der einspännigen, zweirädrigen Kutsche handelt es sich um eine sogenannte Gig, die zum ersten Mal im 17. Jahrhundert in Paris gebaut wurde. Wer das Paar war, daß hier vermutlich einen Sonntagsausflug unternommen hat, ist leider nicht bekannt. Die Aufnahme selbst dürfte vor 1920 entstanden sein. (Beitrag vom 5.11.2024)
Mühle zu Puderbach
Vor sechs Jahren, am 5. Februar 2018, fiel das alte Mühlengebäude nebst Wohnhaus der Abrissbirne zum Opfer. Mit dieser alten Aufnahme, die vermutlich vor 1920 entstanden ist, möchte ich an das fast schon vergessene Bauensemble erinnern. Das Müllerhandwerk in Puderbach konnte auf eine lange Tradition zurückschauen. Bereits in Schriftstücken des 16. Jahrhunderts wurde die Bannmühle in Puderbach als Besitz der Grafen zu Wied erwähnt. Über Jahrhunderte stand sie in wechselnden Pachtverhältnissen. Eine der Pächterfamilien des 17. u. 18. Jahrhunderts waren die Borns, Vorfahren meiner Westerwälder Familie. Von 1681 bis 1704 war es mein 9-facher Urgroßvater, der um 1617 geborene Schultheiß Herbert Born, der die Mühle in Erbleihe betrieb. Nach seinem Tod im Jahr 1704 übernahm sein Sohn Bernhard für fünf Jahre den Mühlbetrieb, 1709 wiederum gefolgt von dessen Sohn Christ Born und dem Schwiegersohn Peter Langsdorff. Eine weitere Familie, die die Puderbacher Mühle vermutlich in mehreren Generationen betrieben hat, war die der Heydorns. Der 1771 in Brechhofen geborene Wilhelm Heydorn wurde 1792 als Müller der Puderbacher Mühle erwähnt. Zwei Generationen später war es sein Enkelsohn Karl Heydorn (1741-1905), der am Mühlberg das Getreide zu Mehl verarbeitete. Doch wenden wir uns nun wieder der Fotografie zu. Bei dem im Türrahmen stehenden und mit Mehlstaub bedeckten Mann könnte es sich um den aus Dendert stammenden Müller Karl Zerres handeln, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Mühlbetrieb in Puderbach übernahm und bis circa 1920 weiterführte. Danach baute die Familie vis-à-vis des Mühlenkomplex ein stattlichens Haus und richtete dort eine Gaststätte nebst Lebensmittelgeschäft ein. (Beitrag vom 30.09.2024)Eine Fotografie der Mühle samt Wohnhaus aus den 1930er Jahren. Nach Einstellung des Betriebs soll die noch voll funktionstüchtige Mühlanlage an das Kloster Himmerod in der Eifel verkauft worden sein.
Link:
Straßenansicht mit Umzug
Als ich diese Fotografie das erste Mal in Händen hielt, war die Begeisterung groß. Ich wußte sofort, daß es sich um eine sehr frühe Aufnahme eines Festumzuges in Puderbach handeln mußte. Aber welcher Straßenzug war hier zu sehen? Außer der Silhouette der Puderbacher Kirche rechts oben kam mir nichts bekannt vor. Nach näherer Betrachtung entdeckte ich im hinteren Bildteil eine Bahnschranke. Konnte das tatsächlich die Mittelstraße sein? Sollte dieser verschlammte Weg wirklich die zentrale Straße des Ortes darstellen? Die Holzbachbrücke ist als solche kaum auszumachen, an ihrem Geländer doch zu erahnen. Doch wo waren die so typischen Gebäude? Weder der Gasthof Hümmerich, durch den starken Baumbewuchs überdeckt, noch das Restaurant und Lebensmittelgeschäft der Familie Zerres waren zu sehen. Doch links neben der Eisenbahnschranke machte ich schemenhaft das Manufakturwarengeschäft des Adolf Aron aus. Und dann fiel mir wieder ein, daß das Anwesen des früheren Müllers Karl Zerres erst Anfang bzw. Mitte der 1920er Jahre errichtet wurde. Also mußte das Bild vor 1920 entstanden sein. Dann schaute ich mir in aller Ruhe die zahlreichen Personen an. Von der Festumzugsgesellschaft kam mir niemand bekannt vor. Doch bei den vielen Kindern, die dem Aufmarsch folgen, meinte ich zwei von alten Schulfotos wiederzuerkennen. Inzwischen bin ich mir recht sicher, daß es sich bei der Nummer 1 um den „Kasches-Schmidts Emil“ handelt, den Sohn des Fuhrmanns Karl Schmidt, der viele Jahre für den Gasthof Kasche arbeitete. Bei der Nummer 2 müßte es sich um den aus Niederdreis stammenden Hermann Letschert handeln. So konnte ich ein ungefähres Entstehungsdatum errechnen. Die Aufnahme dürfte um 1919 entstanden sein. Doch was war das für ein Umzug? Achten sie bitte einmal auf die männlichen Teilnehmer, besonders auf den ganz vorne laufenden Herrn mit dunklem Jackett. Darunter ist er ganz in weiß angezogen, was nicht nach Alltagsbekleidung aussieht. Und auch weitere Männer der Festgesellschaft haben zwar Hut und dunkle Anzugsjacke übergeworfen, darunter leuchtet es aber weiß hervor. Und da erinnerte ich mich an das Foto des Puderbacher Turnvereins, dessen Mitglied auch mein Großvater war. Schauen Sie doch einfach mal unter dem Menüpunkt „Der Kölner Fotograf August Sander“ nach, da entdecken Sie das entsprechende Foto. Inzwischen bin ich mir sehr sicher, daß hier Mitglieder des Puderbacher Turnvereins zu sehen sind.
Ich bin jedes mal aufs Neue von dieser alten Aufnahme begeistert! Zu sehen ist die Mittelstraße mit Holzbachbrücke und Bahnübergang. Bei der Umzugsgesellschaft wird es sich um den Puderbacher Turnverein handeln, der vermutlich im Gasthof Weber eine Vorführung seiner turnerischen Künste darbietet und im Anschluß zum Tanz einlädt. Besonders schön ist die Vielzahl an Kindern, die trotz widriger Straßenverhältnisse dem Aufmarsch auf Schritt und Tritt folgt. (Beitrag vom 30. Oktober 2021)
Umzug auf der Urbacher Straße
Hier sehen wir eine weitere Straßenszene mit Umzug, die aber rund zehn bis fünfzehn Jahre älter sein dürfte, als die Aufnahme, die oben bereits zu sehen war. Die Blickrichtung und der leicht erhöhte Blickwinkel lassen vermuten, daß das Foto aus dem 1. Stockwerk des Hauses der Familie Schneider, auch „Annekerts“ genannt, geknipst worden ist. Der Umzug biegt gerade vom Ackerweg kommend auf die Urbacher Straße ein. Es scheint sich um eine Festparade des Puderbacher Turnvereins zu handeln, an dem auch Sportvereine der umliegenden Dörfer teilgenommen haben. Die Blaskapelle, die den Zug anführt, sorgt für die nötige Stimmung und Unterhaltung. Die meisten Häuser, die auf dem Bild zu sehen sind, existieren heute nicht mehr. Vorne links sieht man den sogenannten „Steigerturm“, der früher der freiwilligen Feuerwehr zu Übungszwecken diente. Anschließend sieht man das Haus der Familie Schmidt, heute Eigentum der Familie Kaub, das die Jahrzehnte fast unverändert überdauert hat. Darauf folgt das Anwesen der Familie Buscher, daß bei Umbaumaßnahmen an Daufenbacher Straße und Ackerweg abgerissen wurde. Besondere Aufmerksamkeit gebührt dem Gebäude ganz rechts. Es ist das Haus der jüdischen Familie des Aron Bär und seiner Frau Rosa geb. Wolf. Dem Paar werden acht Kinder geschenkt, von denen die beiden unverheirateten Brüder Albert und Gustav bis 1938 hier leben. Am 10. November desselben Jahres ziehen NS-Parteigenossen und zerstörungswillige Dorfbewohner marodierend durch den Ort und demolieren und verwüsten die Wohnungseinrichtungen aller jüdischer Familien. Im Anschluß steckt der Pöbel die Synagoge und das hier zu sehende Haus der Geschwister Bär in Brand. Polizei und Feuerwehr verhindern nur das Übergreifen der Flammen auf umliegende Häuser. Meine Großmutter erinnerte sich, daß sich vor dem Hof ihrer Eltern, der sich auf dieser Aufnahme versteckt hinter dem Steigerturm befindet, eine Menschenmenge versammelt hatte und dem Niederbrennen des Hauses zusah. (Beitrag vom 17. Januar 2022)
US-Soldaten in Puderbach
Am 11. November 1918 hatte eine Delegation des Deutschen Reiches unter Führung des Staatssekretärs Matthias Erzberger den Waffenstillstandsvertrag von Compiègne unterzeichnet und damit den 1. Weltkrieg beendet. Zu den ausgehandelten Bedingungen gehörte u.a. die Besetzung von Teilen des heutigen Rheinland Pfalz durch US-Amerikanische Truppen. Die vorliegende Fotografie ist ein rares Zeugnis dieser Besatzungszeit. Das Bild entstand im Bereich des Bahnhofgeländes und zeigt den Bahnmitarbeiter Wilhelm Schmidt (Mitte) mit zwei Mitgliedern des US-Army Corps auf einem Pritschenwagen sitzen. Das Kirchdorf mit seiner typischen Silhouette diente dem Fotografen als Hintergrund. Die Aufnhame verrät uns, daß um 1920 der Bereich der heutigen Straßen Im Bruch, Reichensteiner Weg, Bruchbitzgarten und Friedenstraße noch völlig unbebaut ist. (Beitrag vom 18.10.2025)
Hammuns Haus
In einem alten Branchenverzeichnis der Bürgermeisterei Puderbach von 1922 taucht unter den Gewerbetreibenden eine Witwe Simon Frohn auf, die eine „Krämerei“ führte. Bei jener Witfrau handelte es sich um die 1861 in Niederdreis geborene Karoline Frohn geb. Heydorn. 1887 hatte sie den aus Puderbach kommenden Landwirt Simon Frohn geheiratet und die Eheleute bekamen zwei Kinder, die Töchter Lisette (1888) und Luise (1890). Die „Hammuns“ lebten zunächst in Niederdreis, zogen dann in das hier zu sehende Häuschen an der Steimeler Straße. Die Eröffnung des Kramladens fiel vermutlich in die Zeit um das Jahr 1902, als Simon Frohn mit gerade mal 39 Jahren an einer Lungenentzündung verstarb. Von nun an mußte sich die junge Witwe alleine um das Auskommen der dreiköpfigen Familie kümmern. Bis zu ihrem Tod am 7. Februar 1934 dürfte das „Hammuns Kalin“ in ihrem Laden gestanden und die Puderbacher mit Lebensmitteln und anderen Dingen des alltäglichen Gebrauchs versorgt haben. Danach ist es Ihre Tochter Lisette verheiratete Neitzert, die das Geschäft erfolgreich weiterführte. Bei den beiden Personen auf der Fotografie handelt es sich um Lisettes Ehemann, dem 1881 in Muscheid geborene Julius Neitzert und deren gemeinsamen Sohn Emil. Die Aufnahme selbst dürfte um 1929 enstanden sein. Falls Sie sich dafür interessieren, wie das Ladengeschäft in den 1950er Jahren aussah und wie lange es existierte, dann werfen Sie einmal einen Blick in die Rubrik „Ansichten aus den 1950er und 1960er Jahren“. (Beitrag vom 11.03.2025)
Scheune der Familie Göbler
Viele Gebäude sind im Laufe der Jahrzehnte verschwunden, haben Um- und Neubauten Platz gemacht, wurden bei Straßenarbeiten abgerissen. So erging es auch der alten Scheune der Göblers, als die Steimeler Straße 1977/78 saniert wurde. Diese Fotografie, die um das Jahr 1925 entstanden sein dürfte, gibt uns einen Eindruck, wie die „Schouer“ damals aussah. Die „Hennerichs“ hatten bereits das Gefache durch Mauerwerk ersetzt. Vor dem großen Scheunentor hat sich Karl, der älteste Sohn von Heinrich Göbler, aufgestellt und präsentiert sich mit Pferdegespann und Karren. Als Erinnerung an das Gebäude hat die Familie kurz vor dem Abriss einige Fotos gemacht, die hier ebenfalls gezeigt werden sollen. Sie vermitteln einen Eindruck, wie die Ecke Steimeler Straße / Schulstraße damals beschaffen war. (Beitrag vom 09.01.2023)
Haus der Familie Weingarten bzw. Bierbrauer
An anderer Stelle hatte ich bereits über Wilhelmine Weingarten geb. Schneider berichtet. Ihr Ehemann Wilhelm starb in den Schützengräben des 1. Weltkriegs und ließ sie mit zwei kleinen Mädchen zurück. 1921 heiratete die Kriegerwitwe in zweiter Ehe den in Puderbach geborenen Grubenarbeiter Christian Bierbrauer. Hier sieht man das Paar, wie es aus den Fenstern ihres Hauses in Richtung Kamera schaut. Vorne mit Rad erkennt man die jüngste Tochter Emma, die sichtlich stolz ihr Fahrrad präsentiert. Ihre ältere Schwester Erna, die auf dieser Aufnahme leider nicht zu sehen ist, ereilt als junge Frau ein ähnliches Schicksal wie der Mutter. Ihr erster Mann, der 1910 in Werlenbach geborene Friedrich Sommer, fällt 1943 im 2. Weltkrieg. Das Haus hat sich baulich verändert, ist aber in seinen Grundzügen noch sehr gut zu erkennen. Die Fotografie selbst dürfte um 1924 entstanden sein. (Beitrag vom 27. Oktober 2021)
Gasthof Hümmerich
Vermutlich kennt jeder meiner Leserinnen und Leser den sogenannten Schnäppchenmarkt an der Ecke Mittelstraße/Im Bruch. Das sich in dem Gebäude viele Jahrzehnte ein Gasthof und eine Bäckerei befanden, dürften nur noch die Älteren von Ihnen wissen. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnet der aus Dierdorf kommende Joh. Christian Hümmerich an dieser Stelle eine Bäckerei nebst Gastronomiebetrieb. Sein Nachfolger ist der am 9. April 1862 geborene Wilhelm August Hümmerich, den wir auf dieser Aufnahme vor seinem Gasthaus stehen sehen. Neben ihm, auf einen Stock gestützt, entdecken wir seine Frau, die in Steimel geborene Bertha eine geborene Neitzert. Nach ihrem Tod ist es der Sohn Walter, der die Gaststätte bis in die Mitte der 1960er Jahre weiterführt und im Anschluß dem Gebäude einen Anbau anfügt und dort eine Rewe-Supermarktfiliale einrichtet. Die Fotografie selbst dürfte um 1925 entstanden sein. (Beitrag vom 22.11.2024)Eine weitere Ansicht der Gastwirtschaft Hümmerich um das Jahr 1930. Um der Aufnahme mehr Lebendigkeit einzuhauchen, hatte der Fotograf Dorfbewohner als Stafagefiguren in das Bild einbezogen. Neben einem Großvater mit Enkel und einem älteren Herrn am Stock sehen wir zwei Motorradfahrer. Nach näherem Betrachten meine ich in dem linken den damaligen Ortspolizisten Gustav Bay zu erkennen. Die beiden anderen Bildhälften der Karte zieren die Burgruine Reichenstein sowie die Silhouette von Puderbach. Desweiteren möchte ich auf den Kartenschreiber und seine Zeilen eingehen. Adressiert ist die Postkarte an eine Frau Elisabeth Rabe, Sedanstraße 3 in Herne/Westfalen. Es heißt: Puderbach, den 20.10.1930 Liebe Schwägerin! Die Kindtaufe ist schon am Freitag Nachmittag. Teile uns nun bitte gleich mit, wann Du kommst, damit wir Dich in Altenkirchen abholen können. Frau Niemann haben wir auch geschrieben. Sie wird ja vielleicht mitkommen. Viele herzliche Grüße Karl u. Martha . Bei den Eltern nebst Täufling handelt es sich um den 1894 in Breitscheid geborenen Karl Kambeck und seine aus Herne stammende Frau Martha geb. Schneider. Am 3. September 1930 war die gemeinsame Tochter Magdalena Elisabeth zur Welt gekommen und am 24. Oktober fand die Taufe in der Puderbacher Kirche statt. Frau Rabe, die Empfängerin der Zeilen, war eine der vier Taufpaten. (Beitrag vom 27.04.2026)
Blick auf Urbacher Straße und Gasthof Weber
Um 1925 kam diese Postkarte in Umlauf. Zu sehen sind oben das Kirchdorf mit der Urbacher Straße und unten ein Blick auf den Gasthof der Geschwister Weber vor seinem Umbau.
Hier noch einmal die Ansicht der Urbacher Straße. Die Aufnahme dürfte im Frühjahr entstanden sein, denn einige der Bäume und Sträucher treiben ihre ersten Blüten aus. Bei den Fachwerkhäusern auf der rechten Seite handelt es sich um die Höfe der Familie Weber und der Familie Schmidt (Kläfonks). Links des Weges sehen wir zunächst das alte Spritzenhaus, das 1911 errichtet wurde und in dem die Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr untergebracht waren. Etwas zurückgesetzt folgt der Bauernhof der Familie Schneider (Annekerts). Bei dem schmalen, fensterlosen Gebäude dahinter handelt es sich um den sogenannten Steigerturm. Er diente den Feuerwehrmännern zu Übungszwecken. Zudem bot er die Möglichkeit, die Druckschläuche nach Verwendung aufzuhängen und zu trocknen. (Beitrag vom 16.04.2023)
Anwesen der Familie Schmidt
Bedauerlicherweise ist vom Bauernhof der Familie Schmidt an der Urbacher Straße heute nichts mehr zu entdecken. Vermutlich in den 1970er bzw. 1980er Jahren wich er einem moderneren Neubau. Doch die alte Ansichtskarte oben sowie diese Fotografie aus den 1920er Jahren vermitteln uns einen Eindruck, wo das Anwesen gelegen und wie es früher ausgesehen hat. An das mit Schiefer verkleidete Wohnhaus grenzte linkerhand die geräumige Scheune. Die Stallungen fürs Vieh könnten sich links neben dem Eingangsbereich befunden haben, aber sicher bin ich mir nicht, da sich der Gebäudekomplex in einem weiteren Teil nach hinten erstreckte. Zu den Familienmitgliedern der „Fonks“ bzw. „Kläfonks“ zählten der aus Döttesfeld stammende Landwirt und Bahnmitarbeiter Wilhelm Schmidt, seine Ehefrau, die gebürtige Puderbacherin Bertha geb. Funk, sowie die drei gemeinsamen Kinder Erna, Bertha und Wilhelm. Außerdem gehörte zum Hausstand die früh verwitwete Karoline Schuh geb. Funk, Schwester von Bertha Schmidt, sowie deren beide Söhne Alfred und Walter. Auf der Fotografie selbst sehen wir das „Fonks Erna“ (rechts) und ihre Schwester Bertha (links) auf dem Heuwagen stehen. Bei den zwei verbleibenden Personen handelt es sich um Verwandte aus Wuppertal, die in Puderbach zu Besuch waren und der Familie bei den anfallenden Arbeiten auf dem Bauernhof zur Hand gingen. (Beitrag vom 8.10.2025)
Häuser am Felsen
Ein wunderschöner Blick von der baumbestandenen Landstraße 267 Richtung Puderbach. Neben dem hochaufragenden Kirchturm sind nur einige Häuser am Felsen auszumachen, u.a. das meiner Eltern, das 1924 erbaut wurde. Die Wohnhäuser der Zahnarztfamilie Gast, des Ortspolizisten Bay, der Familie Born und des Bauunternehmers Müller bzw. Domänendirektors Hachenberg sind noch nicht errichtet. Daher dürfte die Aufnahme um 1925 entstanden sein. (Beitrag vom 3.07.2024)In den darauffolgenden Jahren entstanden die oben bereits erwähnten Anwesen. Diese Fotografie, die aus dem Privatbesitz der Familie Becker stammt und um 1927 entstanden sein könnte, zeigt uns die vorangeschrittene Bautätigkeit am Felsen. (Beitrag vom 7.03.2025)
Eine weitere Aufnahme des Puderbacher Kirchdorfs. Inzwischen ist auch das stattliche Wohnhaus des Bauunternehmers Reinhard Müller am Felsen errichtet.
Häuser am Reichensteiner Weg
Eine weitere Aufnahme Puderbachs, die zwischen den Jahren 1925 bis 1930 entstanden sein dürfte. Der Blick geht vom Mühlendorf Richtung Norden über die wenigen Häuser am Reichensteiner Weg weiter Richtung Kirchberg. Die Friedenstraße sowie der Bruchbitzgarten lassen sich nur als Feldwege erahnen. Auch die Urbacher Straße, die man im Bildhintergrund erkennt, ist noch von Feld- und Wiesenstücken gesäumt. Erst mit der Errichtung des SB-Marktes 1965 wurde die Erschließung des Gebietes eingeläutet. (Beitrag vom 3.07.2024)
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